Probleme mit Moderna-Terminen

Turbo soll wieder eingelegt werden: So kam es zur Durchhänger-Woche im Soester Impfzentrum

Das Impfzentrum in Soest.
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Das Impfzentrum in Soest.

Nach einer Durchhänger-Woche will der Kreis Soest ab dem Wochenende im Soester Impfzentrum wieder den Turbo einlegen. Doch wie kam es überhaupt zu den niedrigen Impfzahlen im Zentrum am Senator-Schwartz-Ring?

Kreis Soest – 370 Erstimpfungen am Mittwoch, 697 am Dienstag, 654 am Montag – diese Zahlen waren im Vergleich zu den Werten, die in den Vorwochen erzielt werden konnten, ernüchternd. Sonja Claus von der Geschäftsstelle Impfzentrum des Kreises Soest erklärte, dass man „diese Delle“ erwartet habe.

Das Problem, das letztlich zu den niedrigen Zahlen führte, lag beim Buchungssystem der Kassenärztlichen Vereinigung (KV): Dem Kreis wurde neben dem Impfstoff von Biontech erstmals auch der von Moderna angekündigt. Wegen des Moderna-Impfstoffes gab es für den Kreis gleichzeitig weniger Biontech-Dosen.

Impfzentrum in Soest: Moderna-Termine konnten nicht vergeben werden

Aber: „Die ‚Ausgleichslieferung von Moderna, die uns angekündigt wurde, können wir bislang nicht im System der KV einstellen. Das liegt aber nicht an uns, sondern am KV-System“, so Claus. Das Resultat: Der Impfstoff lag vor, jedoch konnten keine Termine vereinbart werden, bei denen er hätte verabreicht werden können. „Wir haben versucht, die fehlenden Termine nebenher mit Kontaktpersonen telefonisch aufzufüllen. Das war jedoch ein recht zähes Geschäft, weil viele über das Wochenende nicht erreichbar waren, die wir versucht haben, für Anfang der Woche zu terminieren“, erklärt Claus.

Doch ab diesem Wochenende soll das Problem behoben sein, sodass auch die Moderna-Termine vergeben werden können. Wegen der Buchungs-Probleme hatte der Kreis Soest schon überlegt, ein eigenes Buchungs-System zu schalten, um die Moderna-Dosen unters Volk zu bringen. Doch dann kam die Nachricht, dass das KV-System ab dem Wochenende Moderna-fähig werde. Das eigens entwickelte System des Kreises bleibe nun in Reserve, um bei erneuten Problemen als Rückfallebene zu fungieren, sagt Wilhelm Müschenborn, Sprecher des Kreises.

Impfzentrum Soest: Lieferung von mehr als 3000 Dosen wird erwartet

Die nächste Wochenration Impfstoff beinhaltet 1842 Erst-Dosen Biontech und 1340 von Moderna. Hinzu kommen weitere Zweitimpfungen, zu denen der Kreis jedoch keine Zahlen nennen konnte. Durch die Öffnung der dritten Prioritäten-Gruppe und die neuen Impfstoff-Lieferungen werde der Betrieb im Impfzentrum wieder auf ein hohes Niveau kommen: „Wir sind mit den neuen Impfberechtigten für die kommende Woche so gut wie ausgebucht“, sagt Claus.

Impfungen im Kreis Soest: Verfügbarkeit von Biontech soll im Juni stark steigen

Hoch wird auch das Niveau bleiben, mit denen die Hausärzte im Kreis Soest impfen. Dr. Heinz Ebbinghaus aus Soest berichtete, dass die nächste Impfstoff-Lieferung zahlenmäßig vergleichbar mit den vorherigen sein wird. Aufgrund begrenzter Impfstoff-Mengen sollen die Hausärzte zwischen dem 7. und 23. Mai und zwischen dem 25. und 30. Mai nach Möglichkeit mit dem Stoff von Biontech nur Zweitimpfungen durchführen. Ab Juni solle die Verfügbarkeit von Biontech auf das doppelte Niveau anwachsen, berichtete Ebbinghaus. Vom Astrazeneca-Impfstoff hingegen stünden ausreichend Ressourcen zur Verfügung. Die Skepsis der Patienten gegenüber Astrazeneca werde fortlaufend geringer, schilderte er. Ebbinghaus betonte, dass „Astra“ ein „sehr guter Impfstoff“ sei, auch, weil es schon nach der ersten Dosis einen hohen Schutz gebe.

Allein die einfachere Lagerung bei Kühlschrank-Temperatur ermögliche es den Hausärzten, „spontaner zu impfen“. Ebbinghaus befürwortet den Vorstoß, dass Astrazeneca ohne Rücksicht auf Prioritäten für alle freigegeben werden soll. Auch wenn das für eine weitere Steigerung des Arbeitspensums in den Praxen sorgen dürfte: „Das ist leider ein ganz schmaler Grat und jeden Tag aufs neue eine Herausforderung. Man muss den Mittelweg finden, allen Patienten – denen, die geimpft werden wollen und denen, die wegen anderer Erkrankungen zum Arzt kommen – gerecht zu werden. Die oberste Devise ist jedoch: Es darf kein Impfstoff ungenutzt bleiben.“

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