Aus diesem Grund

Bis März 2021: Wildschweinen im Kreis Soest geht es an den Kragen

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Zukünftig ausgenommen von der Jagd sind nur noch Muttertiere mit Frischlingen unter 25 Kilogramm.

Warstein/Kreis Soest - Bei zwei revierübergreifenden Jagden wurden seit Oktober im Möhnetal zwischen Belecke und Niederbergheim rund 150 Wildschweine geschossen – und damit der Bestand spürbar dezimiert. Doch solche Jagden konnten bislang nur im Herbst stattfinden, da zwischen dem 15. Januar und dem 1. August für die Tiere eine Schonzeit bestand. Diese hat das NRW-Umweltministerium nun aufgehoben.

„Man merkt, dass der Druck durch die Afrikanische Schweinepest deutlich zunimmt“, bewerte Forstamtsleiter Edgar Rüther. Schon im vergangenen Jahr hatte es eine Aufhebung der Schonzeit für einjährige Tiere gegeben. 

Frischlinge durften zur Regulierung der Bestände dagegen immer geschossen werden. Zukünftig ausgenommen sind nur noch Muttertiere mit Frischlingen unter 25 Kilogramm - und das bis zum 31. März 2021! Ziel der Maßnahme ist, das Ausbreitungsrisiko für die Afrikanische Schweinepest (ASP) zu minimieren. 

"Intensive Bejagung gegen Gefahrenlage"

"Um diese Gefahrenlage zu entschärfen und die Schwarzwildschäden zu reduzieren“, ergänzt Ralf Hellermann, Dezernent - unter anderem für Veterinärwesen - beim Kreis Soest Soest, sei eine intensive Bejagung des Schwarzwildes über mehrere Jahre hinweg notwendig.

Weitere Maßnahmen bis hin zu Notfallplänen für den Ausbruchsfall werden überlegt. Die Afrikanische Schweinepest ist für Menschen ungefährlich, unter Wild- und Hausschweinen aber hochansteckend und tödlich. 

Sie ruft in der Schweinehaltung hohe wirtschaftliche Schäden hervor. Zurzeit breitet sich die Afrikanische Schweinepest besonders in Polen aus, sie kann leicht von Menschen nach Deutschland verschleppt und in der Folge dann von Wildschweinen weiter verbreitet werden. Der Bestand an Wildschweinen in Nordrhein-Westfalen hat im vergangenen Jahr weiter zugenommen und befindet sich auf anhaltend hohem Niveau. 

39.000 erlegte Wildschweine

Das folgt indirekt aus der Jagdbilanz 2016/2017. Demnach wurden im vergangenen Jagdjahr rund 39.000 Wildschweine erlegt, dies sind nach zuvor bereits steigender Tendenz rund 4.500 mehr als in der Vorjahresbilanz 2015/2016. Im Warsteiner Stadtgebiet Warstein kommen die Wildschweine in großer Zahl insbesondere im Möhnetal vor. Dort gebe es die Kombination von Eichenbeständen und großen landwirtschaftlichen Flächen, sagte Edgar Rüther. 

Mit den revierübergreifenden Jagden sei man nun auf dem richtigen Weg. Am Montag, 22. Januar, gibt es hierzu ein Bilanz-Gespräch zwischen Jägern und Forst-Vertretern. Dann sollen auch die Termine für 2018 festgelegt werden, die nunmehr nicht durch Schonzeiten eingegrenzt sind. Verbesserungsbedarf bei der Wildschwein-Bejagung sieht Rüther noch für den Bereich Rüthen/Körtlinghausen. „Da müssen wir uns noch besser vernetzen, um die Lage zu optimieren“, sagte der Forstamtsleiter. 

Vorkehrungen gegen die Afrikanische Schweinepest könnten nur wenige getroffen werden. Jäger, die auch in Polen, wo die Infektion bereits verbreitet ist, jagen, müssten strenge Hygiene-Vorschriften beachten. Zudem wisse er um Überlegungen, entlang der Autobahn 44 Vorsichtsmaßnahmen zu ergreifen. Es sei denkbar, dass Fernfahrer Fleischprodukte mitbringen und vielleicht auf Rastplätzen grillen. Hier sei denkbar, dass sich später Wildschweine anstecken. 

„Es gab sogar schon die Forderung, Rastplätze einzuzäunen“, weiß Rüther. In jedem Fall sei der beste Schutz, Wildschweine weiter zu dezimieren.

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