Aber kein Anstieg der Unfallzahlen im Kreis Soest

Salzige Versuchungen für Wildtiere

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Vor Wildunfällen wird gewarnt. Aktuell ist aber kein Anstieg zu verzeichnen.

Kreis Soest - Salzige Straßen locken vermehrt Rehe und Wildschweine an die Straßen und sorgen für zahlreiche Gefahrensituationen. Im Kreis Paderborn hat es bereits schlimme Auswirkungen gegeben, in und um Soest sieht es derzeit aber anders aus.

Der strenge Frost der vergangenen Tage und die anhaltenden Minusgrade haben die Streudienste im Dauereinsatz fahren lassen, damit die Straßen frei bleiben und Unfälle vermieden werden. Diese Rechnung scheint im Kreis Paderborn aber nicht ganz aufgegangen zu sein, zählte die Polizei dort in der vergangenen Woche doch allein 25 Unfälle mit Wildtieren an fünf Tagen. 

Im Kreis Soest ist das aber laut Polizeisprecher Wolfgang Lückenkemper kein Thema. Hier habe es in den vergangenen Tagen keinen Anstieg bei den Unfällen mit Wildtieren gegeben. Natürlich kann es sein, dass die Tiere wegen des Salzes auf die Straße laufen, Zusammenstöße mit Autos hat es aber aus diesem Grund nicht vermehrt gegeben.

Die Zahlen der Wildunfälle, so Lückenkemper, lägen also im Augenblick im ganz normalen Rahmen, Auffälligkeiten sieht er keine.

Im Allgemeinen sollen die Monate Mai und November zu den Zeiten gehören, in denen die meisten Wildwechsel stattfinden. Gesondert ausgewiesen würden die Unfälle mit Wildtieren aber nicht, sie werden in der allgemeinen Statistik mit aufgelistet. So ist erst einmal Rechenarbeit angesagt, um die Zahlen aufschlüsseln zu können.

Im vergangenen Jahr sind 1089 Wildunfälle insgesamt nachzuweisen. Für den Bereich der Soester Wache sind es zusammengerechnet 314 Unfälle, für den Wachbereich Werl 198, für den Wachbereich Warstein 204 – obwohl waldreicher, sei dieser kleiner als der Soester Bereich, daher die geringere Anzahl. Im Wachbereich Lippstadt sind es 308 Unfälle und in Geseke noch 65.

Zum Jahresende 2016 sind die Zahlen leicht angestiegen: Im November waren es 105 Unfälle mit Wilddtieren im gesamten Kreis Soest; im Dezember waren es dann schon 111 Unfälle.

Auch der Vorsitzende der Kreisjägerschaft Soest, Jürgen Schulte-Derne, vermag zurzeit keinen Anstieg an Wildunfällen zu erkennen. Was die Gesamtzahl der Unfälle anbelange, gibt er zu bedenken, dass die Dunkelziffer bei Wildunfällen sicher höher sei – viele würden einfach nicht gemeldet. Ob die Tiere aber wirklich wegen des Streusalzes an den Rand und auf die Straßen gelockt werden, das müsse untersucht werden. Generell sei das Salz für die Tiere nicht schädlich; außerdem sei an den Straßen natürlich gerade sehr einfach an das Salz zu kommen. An den Straßenrändern, so Schulte-Derne, sehe man oft, dass Wildschweine gewühlt hätten – ob das wegen des Salzes sei, sei nicht bewiesen.

Polizeisprecher Lückenkemper gibt aber zu bedenken, dass die Unfälle mit Rehen oder Wildschweinen natürlich jederzeit stattfinden können. Da ist für die Autofahrer generell Vorsicht geboten, aufmerksam auf den Straßenrand zu achten, wenn man an Feldern oder Waldgebieten vorbei kommt, versteht sich da von allein. Dem pflichtet auch Jürgen Schulte-Derne von der Kreisjägerschaft bei: Er rät zur Achtsamkeit und verweist auf das Landesjagdgesetz, in dem geregelt sei, dass ein Wildunfall gemeldet werden müsse.

Wenn es dann wirklich zu einem Unfall mit einem Wildtier gekommen ist, dann soll, so Wolfgang Lückenkemper, die Polizei angerufen werden. Diese nehme den Unfall auf und kümmere sich um das weitere Vorgehen. So nimmt die Polizei dann Kontakt zu den jeweiligen Jagdpächtern auf, in deren Bereich der Unfall geschehen ist. Die Jagdpächter kümmern sich um alles weitere. Das sei für die Autofahrer unter anderem auch deshalb wichtig, wenn zum Beispiel ein Schaden am Fahrzeug bei der Versicherung gemeldet werden soll.

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