Genug ist genug

Rufmord! So wehren Sie sich gegen üble Nachrede und Co.

Nur harmloser Klatsch – oder schon Rufmord?
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Jemand verbreitet Lügen über Sie? So wehren Sie sich gegen Rufmord.

Jemand verbreitet Gerüchte oder Lügen über Sie, um Ihnen bewusst zu schaden? Das müssen Sie nicht klaglos hinnehmen. So wehren Sie sich gegen Rufmord!

Klatsch und Tratsch verbreiten sich rasend schnell – sei es auf dem Büroflur, in der Nachbarschaft oder im Internet. Das nutzen manche Menschen aus, um anderen bewusst zu schaden. Treffen kann es jeden und aus heiterem Himmel. Umgangssprachlich spricht man von Rufmord. Die Opfer sehen oft hilflos zu, wie ihr Ruf in den Schmutz gezogen wird. Doch Rufschädigung ist kein Kavaliersdelikt: Sie kann Menschen in den Ruin.

Wenn jemand Dinge über Sie erzählt, die Ihre Ehre verletzen, dann sollten Sie sich schnell und konsequent wehren. Wenn Sie nicht wissen, wer die Gerüchte in die Welt gesetzt hat, fragen Sie Kollegen oder Bekannte, die Ihnen wohlgesonnen sind. Auch ein Detektiv kann bei der Recherche und auch bei der späteren Beweissicherung helfen.

Raus aus der Opferrolle – konfrontieren Sie den Täter

Wenn Sie wissen, wer schlecht über Sie spricht, dann konfrontieren Sie diese Person in einem direkten Gespräch. Fragen Sie den Verursacher frei heraus, warum er sich so verhält. Treten Sie dabei souverän und sachlich auf. So machen Sie klar, dass Sie sich nicht in die Opferrolle drängen lassen. Verlangen Sie, dass die Person sich entschuldigt und die Sache richtigstellt. Vielen Lästermäulern ist ihr Verhalten im Nachhinein peinlich und sie unterlassen das bösartige Gerede künftig.

Fruchten Ihre Appelle nicht, kündigen Sie Konsequenzen an – und machen Sie Ihre Drohung auch wahr. Wird im Kollegenkreis über sie getratscht, schalten Sie Ihren Chef oder den Betriebsrat  ein. Das Arbeitsschutzgericht verpflichtet jedes Unternehmen, gegen Mobbing am Arbeitsplatz vorzugehen. Sie haben dann Anspruch auf Schadensersatz oder Schmerzensgeld. Dem Verursacher droht mindestens eine Verwarnung.

Üble Nachrede, Verleumdung oder Rufmord?

Hilft auch das nichts, bleibt der Weg der Klage. Dazu erstatten Sie bei der nächsten Polizeidienststelle Anzeige und stellen zugleich einen Strafantrag. Formulieren Sie Ihren Vorwurf schriftlich und möglichst ausführlich. Nennen Sie Namen und eventuelle Zeugen und legen Sie alle schriftlichen Beweise, die sie haben, als Kopie bei. Machen Sie dabei deutlich, welche schädlichen Konsequenzen die Behauptung des Täters für Sie haben.

Wichtig zu wissen: Rufmord ist kein strafrechtlicher Begriff. Der Gesetzgeber differenziert vielmehr zwischen Beleidigung, übler Nachrede und Verleumdung. Die Grenzen sind für Laien nicht immer leicht zu erkennen. Der Unterschied in Kürze:

  • Beleidigung: eine ehrverletzende Tatsachenbehauptung lediglich gegenüber dem Adressaten.
  • Üble Nachrede: eine ehrverletzende Tatsachenbehauptung.
  • Verleumdung: eine ehrverletzende Tatsachenbehauptung, von der bekannt ist, dass sie falsch ist.

Lassen Sie sich in jedem Fall vorab von einem Anwalt beraten, ob Ihre Klage Aussicht auf Erfolg hat. Dies hängt entscheidend davon ab, ob Sie Beweise vorlegen können.

Strafen bei übler Nachrede oder Verleumdung

Bei übler Nachrede kann der Täter mit einer Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder mit einer Geldstrafe bestraft werden. Werden die Lügen öffentlich gemacht oder schriftlich verbreitet, können daraus auch zwei Jahre werden. Bei Verleumdung ist das Strafmaß höher. Hier drohen bis zu zwei Jahre Freiheitsstrafe oder eine Geldbuße. Wird eine Person öffentlich verleumdet, kann sich der Strafrahmen sogar auf bis zu fünf Jahre Freiheitsstrafe belaufen.

Sollten die Lügen und Gerüchte den Weg ins Internet finden, spricht man von Internet-Rufmord oder Cybermobbing. Stellen Sie bei den Webseiten, auf denen sich die Behauptung befindet, einen Löschantrag. Sollte der jeweilige Webseitenbetreiber sich weigern, können Sie mithilfe eines Anwalts auch rechtlich dagegen vorgehen. Dies kann allerdings ein langer Weg werden – gerade, wenn der Betreiber der Seite im Ausland sitzt.

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