Jobcenter zieht positive Bilanz für 2018: Langzeitarbeitslosigkeit deutlich gesunken

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Der Jahresbericht 2018 ist für das Führungsteam des Jobcenters eine insgesamt erfreuliche Lektüre (von links): Thomas Schweins (Abteilung Leistungen), Martin Steinmeier und Barbara Schäfer sowie Michael Hammerschmidt.

Kreis Soest – Abschwung? Welcher Abschwung? Auf dem heimischen Arbeitsmarkt geht es nach wie vor in die richtige Richtung, nämlich bergauf. An Beispielen dafür mangelte es dem Führungsduo des Jobcenters für den Kreis Soest, Martin Steinmeier und Barbara Schäfer, bei der Vorstellung des Geschäftsberichtes 2018 nicht. 

„Der Markt fragt nach“, nannte Steinmeier den wesentlichen Grund dafür, dass die Arbeitslosigkeit im Kreisgebiet nicht nur bei den Beziehern von Arbeitslosengeld zurückgegangen ist, sondern auch bei den Kunden des Jobcenters. Ihre Zahl sank im Jahresverlauf um fast 10,6 Prozent auf 5 170 Männer und Frauen. 

Neben dem Bedarf an Arbeitskräften sehen Steinmeier und Schäfer diese Entwicklung aber auch als Konsequenz der großen Anstrengungen des Jobcenters, auch die Kunden wieder ins Arbeitsleben zu integrieren, die damit entweder noch nie oder zumindest schon seit vielen Jahren keine Erfahrung hatten. 

Dank der nötigen finanziellen Ausstattung dafür können Langzeitarbeitslose inzwischen intensiv gecoacht werden – und das hört nicht bei der Vermittlung in einen Job auf. Diese Form der individuellen Unterstützung kann sowohl an der Arbeitsstelle erfolgen, als auch im privaten Umfeld. Für Michael Hammerschmidt, beim Jobcenter zuständig für die Integration in den Arbeitsmark, ist das ein ebenso sinnvolles wie effektives Instrument. 

Seit Jahresanfang hat der Gesetzgeber mit dem „Teilhabechancengesetz“ zusätzliche Förderoptionen eröffnet, speziell für Langzeitarbeitslose, die entweder länger als zwei oder sogar länger als sieben Jahre arbeitslos sind. Für diesen Kundenkreis gibt es unter anderem obligatorische Coachingbegleitung, vor allem aber übernimmt das Jobcenter über mehrere Jahre ganz oder zu großen Teilen die Entlohnung. In den ersten sechs Monaten des laufenden Jahres konnten so bereits über 70 Personen in Beschäftigungsverhältnisse vermittelt werden. 

Sehr positiv sieht die Jobcenter-Führung die Vermittlungsbilanz für 2018 aber über alle Kundenkreise hinweg: Die Zahl der Bedarfsgemeinschaften sank von Januar bis Dezember 2018 um knapp 6 Prozent auf 9 132, zurück ging die Arbeitslosigkeit auch bei jungen Menschen (-13,5 Prozent), bei Älteren (- 8,1) und bei Behinderten (- 6).

Entwicklung bei Flüchtlingen

Im Zuge der Integration von Flüchtlingen ist 2018 auch die Zahl der beim Jobcenter registrierten Menschen mit Fluchterfahrungen gestiegen, von durchschnittlich 2 685 (2017) auf 3 069 ein Jahr später. Die Zahl der Vermittlungen stieg ebenfalls, von 399 auf 510.

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