Frost-Folgen

Rosen erfroren: Was jetzt zu tun ist - Garten-Experte gibt Tipps

Der Frost hat die Rosen getötet. Jetzt müssen die edlen Blumen neu gepflanzt werden, sagt Gartenexperte Klaus Fischer aus Soest.

Soest - Was Gartenexperte Klaus Fischer vor zwei Wochen befürchtet hat, ist jetzt Gewissheit: Der strenge Frost Ende Februar hat verheerende Schäden im Garten angerichtet. Vor allem die Rosen haben stark unter den tiefen Temperaturen um minus 20 Grad gelitten. „Bei sämtlichen meiner Kletter-, Strauch-, Rambler und Parkrosen sind die oberirdischen Teile komplett erfroren. Das wurde jetzt offenbar, als ich die Königinnen der Blumen geschnitten habe“, sagt Fischer. (Alle Gartentipps von Klaus Fischer)

PflanzeRose
FamilieRosengewächse
Wissenschaftlicher NameRosa

Rosen erfroren: Was jetzt zu tun ist - Garten-Experte Klaus Fischer gibt Tipps

Bei einigen dieser großen Rosen gibt es immerhin im Bereich bis etwa zehn Zentimeter über den Boden einige neue Triebknospen. Hier hat der Schnee vorm Erfrieren geschützt.

Sie müssen von Grund auf neu aufgebaut werden. Andere aber sind total abgestorben, darunter auch meine schönste und größte Parkrose, die mehrere bis zu sechs Zentimeter starke Stämme besaß. Hier aufzuräumen, ist anstrengend und auch noch gefährlich. Denn die Rosen mit ihrem dichten Stachelkleid sind sehr wehrhaft – auch noch nach ihrem Tod.

Empfehlenswert bei Aufräumen sind neben dicken Lederhandschuhen auch die große Astschere und eine Säge auf einem längeren Stiel. Damit hat man eine größere Reichweite, und die Hände bleiben geschützt vor den Stacheln.

Frost tötet Rosen: Ein neuer Standort im Garten muss her

Auch wenn es im Lied heißt, Rosen hätten Dornen, so ist das botanisch nicht korrekt. Dornen sind kleine stabile Äste, die in einer Spitze enden. Stachel sitzen auf der Pflanzenrinde und können leicht seitlich abgebogen werden – wie es bei den Rosen der Fall ist.

Nach dem Aufräumen sehen manche Beete recht leer aus. Natürlich denkt man gleich daran, mit neuen Rosen wieder die schöne Blütenpracht zurückzuholen. Aber da gibt es ein Problem. Wo eine Rose gestanden hat, kann man keine neue Rose in die Erde setzen. Schuld daran ist die so genannte Bodenmüdigkeit und eine Art Abwehrreaktion, hervorgerufen durch Absonderungen der Vorgängerpflanze im Boden. Versucht man dennoch, den alten Rosenplatz wieder neu mit einer Rose zu bestücken, so wird diese allenfalls kümmern, unwillig blühen oder gar nicht richtig anwachsen.

Die große Parkrose ist erfroren. Hier aufzuräumen, ist für Klaus Fischer Schwerarbeit und wegen der massiven Stacheln nicht ungefährlich. Die große Astschere leistet als Griffverlängerung hierbei gute Dienste.

Wir müssen also einen neuen Standort suchen. Gibt es den nicht, bleibt nur übrig, den Boden großzügig auszutauschen. Das bedeutet, dass man die Erde auf etwa 70 mal 70 mal 70 Zentimeter aushebt und dieses Loch mit von Rosen unberührten Boden von anderer Stelle im Garten auffüllt.

Tipps für den Kahlschlag nach dem Frost im Garten

Vielleicht nutzen wir aber den Kahlschlag durch den Frost auch zu einer Neugestaltung der Rosenbeete. Dabei gilt es bei einer Neuanpflanzung einige Dinge zu beachten. Rosen lieben die Sonne und Wärme, aber nicht zu viel davon. Ein Standort, der von morgens bis abends ununterbrochen in der Sonne liegt, ist nicht optimal. Gar nicht mögen es Rosen, wenn wir sie direkt vor eine Südwand am Haus setzen oder neben Asphaltwege. Da die Steine sich aufheizen und die Wärme lange speichern und zurückgeben, ist es den Rosen hier schlicht zu warm. Von einer Südwand sollte man mindestens einen dreiviertel Meter Abstand halten. Der Platz sollte außerdem luftig, aber nicht zugig sein.

Unser Bördeboden im Kreis Soest ist optimal für Rosen geeignet. Sie wollen einen nährstoffreichen, lockeren und humosen Boden, aber keine Staunässe. Die Erde im Pflanzloch reichern wir außerdem mit Kompost an. Die meisten Rosen werden heute im Container angeboten. Gemeint ist damit ein Plastiktopf, der tiefer ist als die üblichen, weil Rosen Tiefwurzler sind. Ziehen wir die Pflanze aus dem Topf, sollte der Ballen gut durchwurzelt und fest sein.

Rosen erfroren: Was jetzt zu tun ist - Garten-Experte Klaus Fischer gibt Tipps

Bei Billigangeboten finden wir es oft, dass die Pflanzen erst kurz vor der Vermarktung in den Container gesetzt worden sind und diesen noch nicht durchwurzeln konnten. Entfernen wir den Topf, dann zerbröselt dieser Ballen regelrecht, ein Zeichen minderer Qualität.

Angeboten werden auch so genannte wurzelnackte Pflanzen. Diese sind deutlich preisgünstiger als Containerware, müssen aber nach dem Kauf so schnell wie möglich in die Erde. Schaffen wir das nicht, dann sollten wir sie zu Hause erst einmal in ein Lehmbad setzen und dann am besten feucht einschlagen in Zeitungspapier. Die Wurzeln dürfen nicht austrocknen. Vor dem Einpflanzen werden zu lange und beschädigte Wurzeln mit der Schere abgeschnitten. Sowohl wurzelnackte als auch Containerrosen werden vor dem Einpflanzen gründlich gewässert, damit sich die Wurzeln mit Wasser richtig vollsaugen können.

Wichtig ist beim Pflanzen noch, dass die Veredlungsstelle, der dicke Knoten oberhalb der Wurzeln, aus dem die Triebe entspringen, gut fünf Zentimeter tief in den Boden gesetzt wird (Frostschutz).

Da es einige Rosenkrankheiten gibt, die uns die Freude an den schönen Blumen sehr verleiden können (Rosenrost, Sternrußtau, Mehltau, Grauschimmel), sollten wir beim Kauf unbedingt auf Qualität achten. Am besten sind Rosen mit dem ADR-Gütezeichen, die besonders robust und gesund sind – besonders schön natürlich auch.

In diesem Jahr machen die Osterglocken, wie die Narzissen auch genannt werden, ihrem Namen alle Ehre: Sie blühen pünktlich zum Osterfest.

Rubriklistenbild: © Roland Weihrauch/dpa

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