Rettungsdienst präsentiert Maßnahmen und Planung

Sicherheit für die Besucher: Konzept zur Allerheiligenkirmes steht

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Für die medizinische Betreuung der Kirmesbesucher wird gesorgt.

Soest - Der Rettungsdienst des Kreises Soest ist für einen Großschadensfall gut aufgestellt. Die Soester Allerheiligenkirmes ist für die Retter als eine von vielen Großveranstaltungen im Kreis Soest längst Routine – auch wenn sie die größte Veranstaltung im Kreis ist.

„Grundsätzlich hat sich im Rettungswesen nach 9/11 vieles geändert. Nach diesem Anschlag ist vieles neu bewertet worden“, sagt Hans-Peter Trilling, der seit 15 Jahren Leiter des Rettungsdienstes für den Kreis Soest ist. Auch seit dem Tod zahlreicher Menschen bei der Love-Parade in Duisburg 2010 habe man darauf geachtet, Fluchtwege breiter zu gestalten, auch auf der Allerheiligenkirmes. 

Als Großveranstaltung gilt, wenn mehr als 5000 Besucher anwesend sind. „Für jede dieser Großveranstaltungen im Kreis gibt es ein Sicherheitskonzept“, sagt Trilling und holt einen dicken Aktenordner aus dem Schrank, auf dem Allerheiligenkirmes Soest steht. Im Innern befinden sich zahlreiche Pläne mit den Straßen der Innenstadt, Wegen, Häusern und den Fahrgeschäften. 

Mit Hilfe dieser Pläne behalten die Rettungskräfte den Überblick und können schnell am Unfallort sein. Im Ordner sind auch Gebäude verzeichnet, die bei einer Großschadenslage für die Erstversorgung von Verletzten genutzt werden können, zum Beispiel Schulen in der Innenstadt. 

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In großer Runde hätten alle Beteiligten bereits über die Allerheiligenkirmes gesprochen. Neben dem Rettungsdienst des Kreises und dem Veranstalter der Kirmes, der Stadt Soest mit Ordnungsamt und Kirmesbüro, waren die Feuerwehr, die Polizei, Straßenverkehrsbehörde, Baubehörde, Stadtwerke, Funkhilfe, private Sicherheitsdienste sowie die Hilfsorganisationen (DRK, Malteser Hilfsdienst, DLRG) mit dabei. 

„Sicherheitskonzept steht seit Jahren“ 

„Das Sicherheitskonzept steht ja seit Jahren, es wird aber immer wieder über Fluchtwege, Engstellen, Gläser auf der Kirmes oder Rucksackkontrollen geredet“, so Trilling. Eine Rucksackkontrolle habe man als nicht durchführbar eingestuft. „Das kann man zum Beispiel auf dem Münchner Oktoberfest machen, wo das Gelände eingezäunt ist. In Soest wäre das in einer offenen Stadt nicht machbar“, sagt Trilling. 

Hans-Peter Trilling

Das Thema Beton-Poller aufzustellen, um Attentäter aufzuhalten, die mit einem Auto oder einem Lkw in die Menge rasen, habe bei der Besprechung ebenfalls keine Rolle gespielt. Soest mit seinen engen Gassen sei dafür ungeeignet. Während der Kirmes herrscht im Rettungszentrum des Kreises Urlaubssperre. 

„Für die fünf Tage Kirmes herrscht Spitzenbedarf. Wir verfügen über drei Rettungswagen plus ein Notarztfahrzeug pro Tag, in denen insgesamt sieben Leute mitfahren. Hier arbeiten 55 Rettungssanitäter und Rettungsassistenten. Das heißt, 35 Leute sind an den fünf Kirmestagen im Einsatz“, rechnet Trilling vor. 

Zusammenarbeit mit Hilfsorganisationen 

Die Rettungswagen, die vor Ort auf der Kirmes stehen, werden von den Hilfsorganisationen DRK und Malteser Hilfsdienst betreut. „Trotz Kirmes haben wir genug Einsatzkräfte, um den Regelrettungsdienst durchzuführen.“ Überhaupt sei die Zusammenarbeit mit den Hilfsorganisationen sehr eng. Das DRK betreibt im Blauen Saal des Rathauses eine eigene Rettungswache mit zahlreichen Helfern. 

Leicht Verletzte können hier sofort behandelt werden. Ehrenamtliche DRK-Helfer gehen – gut erkennbar an ihren Einsatz-Rücksäcken – täglich bis spät in die Nacht über die Kirmes.

2011 wurde der Ernstfall auf der Soester Allerheiligenkirmes in einer Großübung simuliert.

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