Inzidenz schon lange höher als 100

Corona-Notbremse im Kreis Soest: Diese harten Regeln gelten jetzt

Jetzt ist sie da, die Notbremse. Seit Samstag gelten im Kreis Soest die strengen Regeln des Bundes inklusive Ausgangssperre. Was noch erlaubt ist - und was nicht.

Kreis Soest - Mit dem Inkrafttreten des vierten Bevölkerungsschutzgesetzes am 23. April gilt die sogenannte Bundesnotbremse. Kreise und kreisfreie Städte, in denen die Sieben-Tage-Inzidenz von 100 an drei aufeinanderfolgenden Tagen überschritten wird, müssen verschärfte Maßnahmen umsetzen. Aktuelle News zum Coronavirus finden Sie hier.

KreisKreis Soest
LandrätinEva Irrgang
Bevölkerung301.902 (Stand 2019)

„Leider liegt die Inzidenz im Kreis Soest seit mehreren Tagen über 100, so dass wir ab Samstag von der Bundesnotbremse betroffen sind. Damit gibt es auch eine Ausgangssperre“, wird Krisenstabsleiter Dirk Lönnecke in einer Mitteilung des Kreises Soest zitiert. Zwei Regeln im Kreis Soest fallen weg.

Bundes-Notbremse in Kraft: Diese Regeln gelten jetzt im Kreis Soest

Das Gesetz sieht einen harten Lockdown mit Kontaktbeschränkungen, Ausgangssperren, der weitgehenden Schließung des Einzelhandels, der Gastronomie, von Dienstleistungsbetrieben sowie Kultur- und Freizeiteinrichtungen vor. Was bei Inzidenzen unter 100 oder über 150 gilt, lesen Sie hier..

Notbremse im Kreis Soest: Das bleibt geöffnet

Geöffnet bleiben dürfen der Lebensmittelhandel einschließlich der Direktvermarktung, Getränkemärkte, Reformhäuser, Babyfachmärkte, Apotheken, Sanitätshäuser, Drogerien, Optiker, Hörakustiker, Tankstellen, Stellen des Zeitungsverkaufs, Buchhandlungen, Blumenfachgeschäfte, Tierbedarfsmärkte, Futtermittelmärkte, Gartenmärkte und der Großhandel.

Voraussetzung ist, dass jeder Kunde in geschlossenen Räumen einen medizinischen Mund-Nase-Schutz trägt und sich die Anzahl der zugelassenen Kunden an der Verkaufsfläche orientiert. Zudem dürfen vorbestellte Waren bei Einzelhändlern abgeholt werden, das sogenannte Click and Collect, wenn die Hygienemaßnahmen eingehalten und Kundenansammlungen vermieden werden.

Notbremse im Kreis Soest: Click and Meet geht weiterhin

Auch Click and Meet, also das Einkaufen mit vorherigem Termin und einem anerkannten negativen Corona-Schnelltest, der nicht älter als 24 Stunden sein darf, ist weiterhin im Kreisgebiet möglich. Grund hierfür ist, dass die Inzidenz im Kreisgebiet derzeit unter 150 liegt. Der Kreis Soest ist nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) vom Freitagmorgen (Stand 0 Uhr) einer von nur noch 14 der 35 Städte und Kreise in NRW, die eine 7-Tage-Inzidenz kleiner als 150 haben.

Erst wenn die Sieben-Tage-Inzidenz an drei aufeinander folgenden Tagen den Schwellenwert von 150 überschreitet, ist auch Click and Meet ab dem übernächsten Tag nicht mehr zulässig.

Notbremse im Kreis Soest: Darf ich noch zum Friseur?

Weiterhin erlaubt sind medizinische Dienstleistungen unter Einhaltung der gültigen Hygienebestimmungen (unter anderem FFP2-Maske). Bei Friseur- und Fußpflegebesuchen müssen die Kunden zusätzlich einen negativen Corona-Schnelltest vorweisen können, der nicht älter als 24 Stunden ist. Letzteres war bislang nicht nötig.

Umstrittenster Aspekt der Notbremse ist die Ausgangssperre von 22 Uhr bis 5 Uhr. In der Nacht von Freitag auf Samstag, 23. auf 24. April, tritt die Regelung ab 0 Uhr mit Beginn des Samstages in Kraft.

In NRW-Hotspots greift ab Montag die Corona-Notbremse.

Notbremse im Kreis Soest: Das gilt für die Ausgangssperre

Ab dann gilt folgendes: Die Ausgangssperre darf über 22 Uhr hinaus nur noch für sogenannten Individualsport, etwa alleine joggen, bis Mitternacht sowie ohne Zeitbeschränkung für berufliche Fahrten, die Versorgung von Tieren oder andere wichtige Gründe gebrochen werden.  Wer von der Spät- oder Nachschicht heimkommt oder mal dringend mit dem Hund vor die Tür muss, hat also nichts zu befürchten.

Auch der Schulbetrieb ist von der Notbremse betroffen: Ab einer Inzidenz von 100 müssen Schulen zum Wechselunterricht übergehen, ab einem Wert von 165 darf Präsenzunterricht überhaupt nicht mehr stattfinden. „Da der Inzidenzwert im Kreis Soest noch unter 165 liegt, ändert sich für unsere Schulen momentan noch nichts. Wenn der Wert allerdings über 165 an drei aufeinander folgenden Tagen liegt, ist ab dem übernächsten Tag in den Distanzunterricht zu wechseln“, erläutert Lönnecke das Prozedere in der Mitteilung aus dem Kreishaus. Ausnahmen kann das Land aber für Abschlussklassen und Förderschulen erlauben.

Auch Kindergärten werden ab einer 7-Tage-Inzidenz von 165 geschlossen. In beiden Fällen sei eine Notbetreuung vorgesehen., versichert der Kreis Soest. Weitere Informationen sind auf den Seiten des Ministeriums für Kinder, Familie, Flüchtlinge und Integration des Landes Nordrhein-Westfalen zu finden unter www.mkffi.nrw.de.

Notbremse im Kreis Soest: Das gilt jetzt im Job

Die Arbeitgeber im Kreisgebiet sind durch die Notbremse verpflichtet, ihren Beschäftigten – wenn möglich – das Arbeiten im Homeoffice anzubieten. Neu ist, dass die Beschäftigten dieses Angebot grundsätzlich annehmen müssen. So sollen Kontakte in geschlossenen Räumen weiter reduziert werden.

Weiterhin in Kraft sind die besonderen Schutzmaßnahmen, die der Kreis Soest in seiner Allgemeinverfügung vom 19. April angeordnet hat, bezüglich der Maskenpflicht in Kraftfahrzeugen und der Maskenpflicht im Umkreis von 150 Metern um Schulen und Kindertageseinrichtungen.

Notbremse im Kreis Soest: Gesetz ist befristet bis zum 30. Juni

„Die Maßnahmen der Bundesnotbremse gelten so lange bis an fünf aufeinander folgenden Werktagen der Sieben-Tage-Inzidenzwert unter 100 liegt,“ betont Lönnecke. Befristet ist das neue Gesetz zunächst bis zum 30. Juni. 

Rubriklistenbild: © Christoph Soeder/dpa

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