Sie gaben sich als Polizisten aus

Nach Telefonbetrug: Vier junge Männer festgenommen

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Der Trick ist perfide - und immer wieder erfolgreich. Betrüger haben es auf ältere Bürger abgesehen, geben sich am Telefon als Polizeibeamte aus. Solche Fälle haben sich in den vergangenen Monaten auch im Kreis Soest gehäuft. Jetzt meldet die Polizei einen Ermittlungserfolg: Vier Verdächtige wurden am Dienstagmorgen festgenommen.

Kreis Soest - Allein seit dem 26. August habe die Polizei im Kreis Soest 163 solcher Anrufe gezählt, teilt Polizeisprecher Holger Rehbock am Mittwochmorgen mit - auf Trab hielten die Betrüger die Polizei aber schon länger. 

Einmal waren die Täter dabei mit ihrer Masche erfolgreich: Im März hatte sich ein Anrufer bei einem Ehepaar in Bad Sassendorf als "Oberkommissar Schwarz" ausgegeben und behauptet, den Namen des Paares auf der Liste einer Einbrecherbande gefunden zu haben. Deshalb sei es sicher, dass in allernächster Zeit bei dem Ehepaar eingebrochen werden würde. 

Der falsche Polizist schlug vor, wertvolle Gegenstände in dem Haus einzusammeln, damit die Diebe nicht fündig werden. Die Eheleute - beide haben die 80 bereits überschritten - blieb zunächst skeptisch. Doch die Betrüger waren hartnäckig: Weitere Anrufe angeblicher Polizeibeamter folgten, auch vermeintliche Bankangestellte und Mitarbeiter einer Versicherung meldeten sich unter der Bad Sassendorfer Nummer. 

Bargeld, EC-Karten und Schmuck übergeben

Schließlich waren die Opfer weichgeklopft: die Senioren übergaben einem falschen Polizeibeamten an der Haustür Bargeld, EC-Karten und Schmuck. Mit den Karten hoben die Betrüger kurz darauf an mehreren Bankautomaten Geld vom Konto des Ehepaares ab. 

Jetzt, nach sechsmonatiger Ermittlungsarbeit, hat die Polizei vier Männer aus dem Kreis Soest identifizieren und festnehmen können. Die mutmaßlichen Täter, alle zwischen 22 und 23 Jahre alt, haben als Bande zusammengearbeitet. Ihnen konnte eine zweite Tat in Unna nachgewiesen werden. 

Die vier Männer räumten die vorgeworfenen Taten ein, machten darüber hinaus Angaben zu weiteren Fällen, heißt es im Polizeibericht. Gegen drei der Festgenommenen wurde beim zuständigen Gericht Untersuchungshaftbefehl erlassen. 

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Die Polizei nimmt ihren Erfolg zum Anlass, noch einmal eindringlich vor der fiesen Betrugsmasche zu warnen: 

  • Die Polizei ruft Sie niemals an, um nach Ihrem Geld oder Schmuck zu fragen.
  • Geben Sie am Telefon keinesfalls private Daten preis. Dazu zählen auch Namen von Versicherungen und Geldinstituten. 
  • Wenn Ihnen ein Telefonat seltsam erscheint, legen Sie einfach den Hörer auf. 
  • Wenn Sie Ihren Namen nicht mehr im Telefonbuch eintragen lassen, werden Sie auch nicht mehr von Fremden angerufen. 
  • Lassen Sie keine Fremden in Ihre Wohnung. Sorgen Sie dafür, dass Sie bei angekündigten Besuchen nicht allein sind.

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