Mehr Unfälle, aber nicht mehr Tote

Fast 10.000 Mal hat es 2019 auf den Straßen im Kreis Soest gekracht

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Knapp 9.500 mal hat es 2019 auf den Streßen im im Kreis Soest einen Unfall gegeben.

Kreis Soest – 760 Unfälle mehr als im Vorjahr, aber immerhin: Die Anzahl der Verkehrsunfälle mit tödlichem Ausgang blieb mit sechs Fällen auf dem gleichen Stand wie 2018. Das weist die Verkehrsunfallentwicklung 2019 im Kreis Soest aus. Bei den 9.485 Verkehrsunfällen insgesamt wurden – auch dies ist ein leichter Anstieg – 951 Personen verletzt, 234 davon schwer. Die Gruppe der Kinder, Jugendlichen und jungen Erwachsenen blieb von der gestiegenen Zahl der Verkehrsunfälle nicht verschont, die Zahl der verunglückten Kinder stieg von 184 auf 243.

Diese Zahlen zur Verkehrsunfallentwicklung erläuterten Landrätin Eva Irrgang als Leiterin der Kreispolizeibehörde, Marion Rumprecht als Leiterin der Verkehrsdirektion und Manfred Drees als Leiter der Führungsstelle Verkehr am Dienstag. Positiv sei zu bewerten, dass die Zahl der getöteten Verkehrsteilnehmer konstant geblieben ist, erklärte Irrgang. Ebenso sei positiv zu vermerken, dass die Zahl der Verkehrsunfälle mit Personenschaden, die unter Einfluss von Alkohol oder Drogen entstanden sind, zurück gegangen ist. Diese Zahl sank um 37 auf 122. 

Besonderes Augenmerk legte Marion Rumprecht auf die Entwicklung bei den Kindern. Immerhin sei bei dieser Altersgruppe in 2019 ein Zuwachs um 59 Verletzte zu verzeichnen gewesen. Positiv sei allerdings, dass Kinder als Radfahrer bei weniger Unfällen beteiligt waren und dass sie seltener als Verursacher aufgefallen sind. Ein Problem bleibt hier, wie Irrgang ergänzte, der Abbiegeverkehr von Lastwagen. 

Häufiger von Unfällen betroffen waren Kinder als Fußgänger – die Unfallzahl stieg von 14 auf 22 – und auch als Mitfahrer im Auto waren sie häufiger in Unfälle verwickelt. Hier stieg die Zahl der Verletzten von 15 auf 32. „Kinder werden also Opfer, ohne selbst die Ursache zu sein oder sich selbst aus dem Gefahrenbereich zu bringen“, erläuterte Rumprecht. 

„Kinder können nicht einfach aussteigen“

Die zentrale Schlussfolgerung lautete denn auch: „Kinder können nicht einfach aussteigen.“ Deshalb appellierte Rumprecht eindringlich an die Eltern, auf die Sicherung der Kinder im Auto zu achten. So seien Sitzerhöhungen, die keine „Hörnchen“ aufweisen, in die der Sicherheitsgurt greifen kann, nicht zugelassen und mit einem Ordnungsgeld belegt. 

Jugendliche sind im Vergleich zu Kindern häufiger als Radfahrer an Unfällen beteiligt gewesen und waren dann auch in etwa der Hälfte der Fälle Verursacher. Insgesamt stieg die Zahl der Unfälle, bei denen Jugendliche beteiligt waren, von 61 auf 80. 

Problematisch bleibt die Gesamtzahl der Unfälle mit jungen Erwachsenen, die auf 404 angestiegen ist. Ein Unfall endete für einen jungen Erwachsenen tödlich. Diese Gruppe ist weiterhin gerade hinter dem Steuer auffällig, 288 mal waren junge Erwachsene als Fahrer Verursacher eines Unfalls, das sind zwei Drittel aller Fälle.

Prävention, Kontrolle und Entschärfung

Kontrolle wirkt: Das bekräftigte Marion Rumprecht ebenfalls. 2019 habe sich gezeigt, dass die Zahl der Unfälle unter Einfluss von Drogen oder Alkohol sank, sobald die Polizei besonders aktiv war. Den Kontrolldruck will Rumprecht deshalb vor allem bei Alkohol- und Geschwindigkeitsüberwachungen hoch halten. 

Das Thema Prävention soll bei Kindern, Jugendlichen, jungen Erwachsenen und Senioren verstärkt verfolgt werden. Vor allem bezüglich der Unfallschwerpunkte sollen geeignete Maßnahmen zur Entschärfung schwieriger Verkehrssituationen ergriffen werden.

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