Die Schneeketten sind aufgezogen

Eisregen und Glatteis im Kreis Soest am Wochenende: So bereiten sich die Kommunen vor

Wetter am Wochenende im Kreis Soest: Schnee und Eisregen angekündigt
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Der Salzstreuer gecheckt, die Schneeketten aufgezogen, der Schneepflug montiert: Beim städtischen Betriebshof bereitete man sich am Freitagmittag auf Eisregen und Schneefall am Wochenende vor.

Am Wochenende drohen Eisregen und Glatteis im Kreis Soest. Die Winterdienste sind vorbereitet.

Kreis Soest - Am Wochenende soll es auch im Kreis Soest streng winterlich werden. Massive Behinderungen im Verkehr werden erwartet.

Im Kreis Soest bestehe die Gefahr von Glatteis. So könne Schneefall in gefrierenden Regen übergehen. Bis Sonntagabend müsse verbreitet mit Glatteis auf Straßen und Wegen gerechnet werden. „Es kann zu erheblichen Behinderungen im Straßen- und Schienenverkehr kommen“, kündigten die Wetterexperten an. Außerdem bestehe die Gefahr von Eisbruch. „Schäden an Vegetation und Infrastruktur lassen sich dabei nicht ausschließen.“

Welche Regionen genau von Schnee und Glatteis betroffen sein werden, ist noch unsicher. Entsprechende Warnungen will der DWD am Samstag und Sonntag bekannt geben. Wir berichten auch über die Wetterlage für ganz Nordrhein-Westfalen mit fortlaufenden Entwicklungen.

Schnee und Eisregen am Wochenende? Stadt Soest bereitet sich auf erhöhtes Arbeitspensum vor

Die Stadt Soest bereitet sich auf ein erhöhtes Arbeitspensum vor: „Aufgrund der Wettervorhersage für Soest ist von Samstagmittag, 12 Uhr, bis Montagmorgen, 4 Uhr, ein Bereitschaftsdienst des Kommunalbetriebs vorbereitet und eingeteilt“, berichtet Thorsten Bottin, Sprecher der Stadt Soest.

Jeweils ein Mitarbeiter kontrolliere in diesem Zeitraum fortlaufend die Witterungssituation vor Ort und rufe gegebenenfalls die Streu- und Räumdienste in der notwendigen Stärke zum Einsatz. Je nach Bedarf könnten 15 bis 35 Mitarbeiter eingesetzt werden. „Wir haben neun Fahrzeuge für die Straße und die Gehwege zur Verfügung mit je ein bis zwei Personen Besatzung. Weiter haben wir 17 Personen für den Handstreubereich in Bereitschaft“, so Bottin. Diese würden sich um Gehwege, Ampeln, Bushaltestellen und Treppen kümmern.

Der Winterdienst in Soest ist vorbereitet.

Die Reserven an Streugut seien ausreichend. Bottin betont in diesem Zusammenhang: Der Begriff „Streusalz“ sei im Volksmund zwar noch geläufig. Jedoch bestehe das Streugut „längst nicht mehr nur aus Streusalz“. Aus Umweltschutzgründen werden auch Granulat und Sand als abstumpfendes Material eingesetzt, so Bottin.

Schnee und Eisregen in Werl? 15 Mitarbeiter für Winterdienst in Bereitschaft

Auch für Werl sagen die Meteorologen für dieses Wochenende wahre Schneemassen voraus – und auch, wenn es dieser Tage nicht viele Gründe gibt, vor die Türe zu gehen, wird der eine oder andere nicht darum herumkommen. 15 Mitarbeiter des Kommunalbetriebs stehen auf jeden Fall Gewehr, oder vielmehr, Kehrmaschine, bei Fuß.

Auch in Werl sind die Streufahrzeuge einsatzbereit.

Am Freitag machten sie zwei Großfahrzeuge, vier Schlepper und die Ausrüstung für die Handkolonnen einsatzbereit, um die Sicherheit auf den Werler Straßen zu gewährleisten.

„Der Einsatzleiter, welcher ebenfalls wöchentlich in der Bereitschaft wechselt, ist dafür verantwortlich, in den frühen Morgenstunden zu schauen, ob ein Winterdiensteinsatz notwendig ist oder nicht. Dieser ruft dann die Kollegen an und damit beginnt der Einsatz. Am Tag zuvor kann höchstens vermutet werden, ob ein Einsatz kommt oder nicht. Die Entscheidung fällt der Einsatzleiter in der Nacht“, erklärte Kathrin Lutter, Leiterin der Bauhöfe.

Die Streusalz-Reserve: 60 Tonnen.

Schnee und Eisregen am Wochenende in Warstein? Die Schneeketten sind aufgezogen

Ein ähnliches Bild der Vorbereitung gab es am Freitag auch im Schnee-erprobten Warstein: Die Schneeketten sind aufgezogen, die Streuaufsätze voller Salz und die Schneepflüge montiert: Kurz vor dem Feierabend am Freitagmittag im städtischen Betriebshof dominierten die Vorbereitungen für den von den Wetterfachleuten für Samstag und Sonntag prognostizierten Wintereinbruch mit Schneefall und möglicherweise Eisregen. Sechs große Räumfahrzeuge, mehrere Kleinfahrzeuge und zwei Dutzend Leute stehen in Bereitschaft, um für freie Stadtstraßen zu sorgen.

Wann der erste Einsatz der Schneepflüge und der Fußtruppen des Betriebshofs erfolgen wird, ist noch offen. „Wir rücken aus, wenn es die Witterung erfordert“, erläutert Leiter Ingo Schaup. Dabei setzt man vor allem auf Kontrollfahrten, insbesondere in der Nacht, setzt aber auch auf die moderne Technik: „Die Wetterberichte werden immer besser“, so der Betriebshofleiter – und dank verschiedener Handy-Apps lassen sich beispielsweise Schneewolken kurzfristig relativ gut vorhersagen.

Der Salzstreuer gecheckt, die Schneeketten aufgezogen, der Schneepflug montiert: Beim städtischen Betriebshof bereitete man sich am Freitagmittag auf Eisregen und Schneefall am Wochenende vor.

Am Ende aber ist vor allem wichtig, was der Kontrollfahrer, der sich schon am Samstagnachmittag stets einen Überblick verschaffen wird, registriert und schlussfolgert, denn bedingt durch die unterschiedlichen topografischen Lagen im Stadtgebiet sind auch unterschiedliche Maßnahmen erforderlich: „Hirschberg ist ganz anders als das Möhnetal“, nennt Schaup nur ein Beispiel.

Angesichts der angekündigten Wetterlage mache jetzt Vorstreuen mit Salz keinen Sinn. „Das muss Erfolg haben“, so der Fachmann. So etwa wie in den letzten beiden Jahren an Silvester. Damals konnte man das feuchte Salz auf die Straßen legen und Glätte vorbeugen. Das aber macht nicht immer Sinn, beispielsweise dann nicht, wenn Regen angekündigt ist. Ingo Schaup: „Das Wasser darf nicht laufen, sonst spült es das Salz weg.“

Das Betriebshof-Team um Ingo Schaup (l.) und Björn Dreibholz (r.) hat die Groß- und die Kleinfahrzeuge, hier mit Tobias Hense, für den Einsatz vorbereitet.

Streusalz für die Straße hat Ingo Schaup am Freitagmittag vorsichtshalber nochmal 52 Tonnen nachbestellt. 150 Tonnen liegen aktuell auf Vorrat. „Es ist genug Salz da“, so Ingo Schaup, zudem sei derzeit der Nachschub binnen weniger Tage lieferbar.

Eisregen und Schnee im Kreis Soest? Bei minus 8 Grad hat das Salz keine Wirkung

Alle Fahrer der Streufahrzeuge sind angehalten, „absolut sparsam“ mit dem Salz umzugehen und umweltbewusst zu handeln. Bis maximal 40 Gramm pro Quadratmeter – je nach Einsatzbedingungen – werden auf die Straße gebracht, damit das Eis verschwindet. „Bei Eisregen brauchen wir natürlich mehr“, so Ingo Schaup. Lägen aber die Temperaturen bei durchgehend minus 8 Grad, habe das Salz bei einer plattgefahrenen Schneedecke keinerlei Wirkung.

Festgelegt ist, in welcher Reihenfolge die Straßen geräumt und gestreut werden: Der Weg zum Krankenhaus („das ist richtig wichtig“), Busstrecken, Steigungs- und Gefällestrecken haben natürlich andere Prioritäten als reine Anliegerstraßen mit wenig Fahrzeugbewegungen.

Winter-Wetter am Wochenende im Kreis Soest angekündigt: Eine große Bitte des Betriebshofes

Unabhängig von der Priorisierung gilt aber für alle Straßen die Bitte von Björn Dreibholz, stellvertretender Betriebshofleiter, beim Parken an diesem Wochenende einen Schritt weiter zu denken: „Auch wenn Sie meinen, jau, da kommt ein Auto durch, für einen Schneepflug ist das meist viel zu eng...“

Schnee und Eisregen in Welver angekündigt: „Wir haben so viel Erfahrung, dass wir wissen, wie wir es anpacken müssen“

Und auch in Welver könnte es besonders eisig werden - was ja nicht oft der Fall sei, wie Hans Wilms erklärt. Die Gemeinde sei gut vorbereitet, der Winterdienst wurde eingeteilt, die Bereitschaft von bis zu fünf Mitarbeitern sei geregelt, die Maschinen stehen bereit. „Wir gehen zwar nicht vom Schlimmsten aus, aber wenn es so kommt, haben wir so viel Erfahrung, dass wir wissen, wie wir es anpacken müssen“, betont Wilms.

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