Der Kreis Soest trauert um Wilhelm Riebniger: Ehemaliger Landrat stirbt mit 75 Jahren

+
Wilhelm Riebniger wurde 75 Jahre alt.

Soest - Er war der einzige Landrat in Soest, der beide Ausprägungen des Amts – ehrenamtlich wie hauptamtlich – hintereinander weg kennengelernt und was Ordentliches daraus gemacht hat. Wilhelm Riebniger hatte in beiden Funktionen stets den kurzen Draht zwischen Bürgern und Bürokraten geknüpft, was heute gemeinhin als Bürgernähe bezeichnet wird. Am Montag ist der langjährige Verwaltungschef mit 75 Jahren gestorben.

Bevor sich die Politik vor 20 Jahren entschloss, Allrounder an die Spitze der Rat- und Kreishäuser zu platzieren, die sowohl Chef der Verwaltung als auch des Stadtrats oder des Kreistags sind, gab es die sogenannte Doppelspitze: Hier den ehrenamtlichen Landrat, der das politische Plenum leitete und ansonsten eher fürs Repräsentieren zuständig war, dort den Stadt- oder Kreisdirektor, der die Geschäfte in der Verwaltung führte. 

So hat Riebniger zunächst als ehrenamtlicher Landrat von 1994 bis 1998 an der Seite des starken und auf Veränderungen erpichten Oberkreisdirektors Hermann Janning gewirkt, bevor Riebniger fortan beide Jobs in Personalunion ganz allein bis 2007 erledigte. Wie das alles so funktioniert, hatte sich der Lippstädter 20 Jahre lang als CDU-Ratsmitglied, Fraktionschef und Kreistagsmitglied angesehen und ausprobiert. 

Und mit dem Führen einer Verwaltung kannte er sich obendrein gut aus, da er parallel zu seiner ehrenamtlichen Politiker-Tätigkeit Verwaltungschef im Soester Kreiskirchenamt war. Nötige Bodenhaftung erfuhr er aber nicht nur bei der Kirche. Für sein Hobby als Rassegeflügelzüchter war Riebniger in ganz Deutschland unterwegs, um Mensch wie Tier nah zu sein; zwischenzeitlich führte er gar als Präsident des Deutschen Rassegeflügelbundes den gesamten Verband. 

Eva Irrgang, seine Nachfolgerin und amtierende Soester Landrätin, würdigte den Verstorbenen am Montag mit diesen Worten: „Neben seinen dienstlichen Verpflichtungen habe ich Wilhelm Riebniger als leidenschaftlichen Familienmenschen, überzeugten Sozialpolitiker und engagierten Christen kennen und schätzen gelernt.“ Riebniger hinterlässt seine Ehefrau und seine beiden zwei Söhne.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf soester-anzeiger.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare