Das sagt der Kreis

Nach Laumann-Ansage: Wie lange bleibt das Soester Impfzentrum noch?

Zuletzt lag die Auslastung des Impfzentrums wieder deutlich unter der Kapazitätsgrenze.
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Zuletzt lag die Auslastung des Impfzentrums wieder deutlich unter der Kapazitätsgrenze.

Wird das Impfzentrum in Soest bald geschlossen, so wie NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann es bei seinem Besuch am Wochenende in der Kreisstadt angekündigt hat? Unsere Redaktion hat mit dem Kreis Soest und Hausarzt Dr. Heinz Ebbinghaus über Laumanns Ankündigung gesprochen.

Kreis Soest – Laumann hatte betont, dass das Impfen wieder zurück in die Arztpraxen gebracht werden soll. Doch ist das angesichts möglicher Auffrischungs-Impfungen realistisch?

Das Impfzentrum in Soest wird zur Hälfte vom Land und zur anderen Hälfte vom Bund finanziert. Das Land hat seine Finanzierung bis zum 30. September, der Bund bis zum 31. Dezember dieses Jahres zugesagt. „Wenn kein Geld mehr fließt, werden wir Schwierigkeiten haben, das Impfzentrum aufrechtzuerhalten“, erklärt Kreis-Sprecher Wilhelm Müschenborn.

Impfzentrum Soest: Für Auffrischungs-Imfpung würde Impfzentrum „viel Sinn machen“

Spätestens, wenn Land und Bund nicht mehr zahlen, wird der Verkehr auf den Impfstraßen in der Firmenhalle am Senator-Schwartz-Ring zum Erliegen kommen. Doch wann das letztlich passieren wird, sei noch unklar. „Die Corona-Lage und die Entwicklung der Delta-Variante werden bestimmen, wie notwendig das Impfzentrum sein wird“, kommentierte Müschenborn. Vor allem mit Blick auf die Auffrischungs-Impfungen – noch sind sich die Experten uneinig, ob eine Auffrischung nach sechs Monaten oder vielleicht sogar erst nach fünf Jahren nötig ist – würden die Impfzentren „natürlich viel Sinn machen“, so Müschenborn.

Die Impfungen in den Altenheimen liegen nun ein gutes halbes Jahr zurück. „Deshalb muss entschieden werden, wo und wann die Auffrischung stattfinden soll und wie das organisiert wird“, erklärte Wilhelm Müschenborn. Stand Montag haben 55 421 Menschen aus dem Kreis Soest ihre beiden Impfdosen im Soester Impfzentrum erhalten. Würde das Zentrum eingestampft, müssten diese ihre Auffrischung beispielsweise beim Hausarzt erhalten.

Hausarzt Ebbinghaus: „Wenn das System des Impfzentrums nicht ausgelastet ist, sind die Kosten zu hoch“

Der Soester Hausarzt Dr. Heinz Ebbinghaus betont: „Das Impfzentrum macht Sinn, wenn genügend Impfstoff da ist. Doch nach wie vor sind die Impfstoffe Mangelware. Wenn das System des Impfzentrums nicht ausgelastet ist, sind die Kosten zu hoch.“ Grundsätzlich sagt er: „Impfen ist vertragsärztliche Sache. Dafür brauchen wir auf Dauer kein Impfzentrum.“ Er hofft darauf, dass die Impfstoffhersteller es den Ärzten bald leichter machen: „Es wäre einfacher, wenn der Impfstoff als Einzelimpfung vorliegen würde.“

Heißt: Pro Impfung müsste nur ein Fläschchen geöffnet werden und könnte sofort „weggeimpft“ werden. „Aktuell bereitet es uns logistisch viel Arbeit, wenn pro Fläschchen sechs bis zehn Personen innerhalb weniger Stunden für die Impfung gefunden werden müssen.“ Durch Einzelimpfungen könnte der Impfstoff eingelagert werden und „wer eine Impfung braucht, käme dann einfach zu uns und würde sie bekommen. Dann bräuchte es keine aufwendig verteilten Termine mehr, wenn man nicht mehr mehrere Leute pro Fläschchen braucht.“

„Wir müssen impfen, impfen, impfen!“

Wichtig, so Ebbinghaus, sei zu betonen: „Es ist erwiesen, dass durchgeimpfte Personen auch vor der Delta-Variante geschützt sind. Deshalb müssen wir die Sommerzeit jetzt nutzen, um zu impfen, impfen, impfen, sodass im Herbst, wenn alle aus dem Urlaub zurück sind, viele geimpft sind.“

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