30 Prozent der Belegschaft gehören zur Risiko-Gruppe

Bei welchen Einsätzen die Polizei auf die Maske verzichten darf

Die Polizei trägt auch im Einsatz Maske. Es sei denn, die Mund-Nasen-Bedeckung würde die Einsatzbewältigung erschweren oder behindern.
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Die Polizei trägt auch im Einsatz Maske. Es sei denn, die Mund-Nasen-Bedeckung würde die Einsatzbewältigung erschweren oder behindern.

Auch in der Kreispolizeibehörde Soest sind das Coronavirus und die Maßnahmen gegen die Ausbreitung allgegenwärtig. Auf die Maske können die Beamten bei manchen Einsätzen jedoch verzichten.

In der Kreispolizeibehörde Soest gab es bislang noch keinen Corona-Fall. Das erklärte Polizeisprecher Wolfgang Lückenkemper auf Anfrage unserer Redaktion. Ein großer Teil der Mitarbeiter zählt allein aus Altersgründen zur Corona-Risiko-Gruppe – Auswirkungen auf den Arbeitsalltag habe dies jedoch nicht. Doch natürlich sind die Maßnahmen gegen die Ausbreitung des Virus’ auch in der Behörde allgegenwärtig.

So würden die Beamten auch während der Einsätze eine Mund-Nasen-Bedeckung tragen. Es sei denn, „der Einsatzanlass“ würde dies „im Grunde verhindern“, so Lückenkemper. Wann das der Fall ist, würden die Beamtinnen und Beamten vor Ort selbst entscheiden. „Dabei handelt es sich regelmäßig um Einsätze, bei denen eine Mund-Nasen-Bedeckung die Einsatzbewältigung erschwert oder wesentlich behindert.“

Polizei: "Nach Möglichkeit" werden "AHA-Regeln" in allen Lagen umgesetzt 

Nach Verlassen der Büroräume gelte auf den Fluren der Dienstgebäude die Pflicht, einen Mund-Nasen-Schutz zu tragen. In den Besprechungsräumen sei zudem die Anzahl der Personen festgelegt worden, die gleichzeitig in einem Raum sein dürfen. „Wir setzen nach Möglichkeit in allen Lagen des täglichen Dienstbetriebs die AHA–Regeln um“, erklärte Polizeisprecher Lückenkemper.

"Zur Abwehr von Gefahren" ist "ein gewisser persönlicher Einsatz notwendig"

Doch was ist, wenn die Einsatzkräfte es mit Masken-Verweigerern zu tun bekommen und Abstände nicht einhalten können, um ihre Maßnahmen durchzusetzen? „Die Kollegen werden bei solchen Einsätzen immer situationsbedingte Entscheidungen fällen. Dabei werden auch Mindestabstände unterschritten, wenn dies zur Gefahrenabwehr notwendig ist. Deshalb sollte hier immer auch eine Mund-Nasen-Bedeckung getragen werden. Eine generelle Aussage kann dabei nicht getroffen werden. Polizeibeamten ist immer bewusst, dass zur Abwehr von Gefahren ein gewisser persönlicher Einsatz notwendig ist.“

Aktueller Fall: 16-Jähriger missachtet Mindestabstand und will Beamte bespucken

Ein Fall, bei dem ein solch "persönlicher Einsatz" der Beamten nötig wurde, ereignete sich am frühen Montagmorgen in Lippstadt: Gegen 3.15 Uhr randalierte ein 16-jähriger Junge. Der Betrunkene sollte festgenommen werden, widersetzte sich jedoch. 

"Der Lippstädter provozierte die Beamten immer wieder, indem er beim anfänglichen Gespräch den Mindestabstand unterschritt. Als er sich nicht ausweisen konnte, nahm er die Beine in die Hand. Die Polizisten konnten ihn jedoch schnell stellen. Als sie ihn festnehmen wollten, schlug er mehrfach in Richtung der Beamten. Diese brachten den Täter zu Boden und legten ihm Handfesseln an", erklärte die Polizei. 

Während der gesamten Zeit beschimpfte er die Polizisten aufs Übelste. Dem Streifenwagen verpasste er auch noch einen Tritt. Er wurde ins Gewahrsam gebracht, wo er die Beamten, neben weiteren Beschimpfungen und Schlägen, noch bespucken wollte. Dem 16-Jährigen wurde eine Blutprobe entnommen. Anschließend holten ihn seine Eltern auf der Polizeiwache ab.

Keine speziellen Handlungsanweisungen in Corona-Hotspots

Spezielle Handlungsanweisungen für die Polizisten, die in Hotspots wie Werl im Einsatz sind, gebe es nicht: „Die Anordnungen der Corona-Schutzverordnung gelten für unsere Kollegen im gesamten Kreisgebiet. Durch einzelne Kommunen speziell festgelegte Regelungen sind den Kollegen in den örtlichen Wachen bekannt.“ 

30 Prozent der Polizei-Belegschaft zählen zur Risiko-Gruppe

Sollten die Zahlen im Kreis weiter steigen, sodass es verschärfte Regeln zu kontrollieren geben würde, seien dafür zwar zunächst die Ordnungsämter zuständig. Jedoch könnte der Krisenstab des Kreises die Polizei – wie bereits im Frühjahr – um Mithilfe bitten. 

Obwohl gut 30 Prozent der Mitarbeiter laut Polizei-Angaben zwischen 50 und 60 Jahre alt sind und damit zur Risiko-Gruppe gehören, gibt es in der Behörde keine Personalsorgen. „Zurzeit sind alle Kollegen im Dienst. Auswirkungen auf das tägliche Dienstgeschäft gibt es zurzeit nicht“, betonte Wolfgang Lückenkemper.

Alle aktuellen Entwicklungen zum Coronavirus im Kreis Soest finden Sie in unserem Ticker.

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