Entscheidung des Kreises

Lichtblick für die Feuerwehren: Die ersten Einsatzkräfte aus dem Kreis Soest werden geimpft

Für die Feuerwehren ist es ein Lichtblick - beim Impfen soll es für sie voran gehen.
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Für die Feuerwehren ist es ein Lichtblick - beim Impfen soll es für sie voran gehen.

Die Feuerwehren und Hilfsorganisationen im Kreis Soest sollen zeitnah geimpft werden. Das hat der Krisenstab des Kreises beschlossen. Die Landrätin hatte das Thema zur „Chefsache“ gemacht.

Kreis Soest - Die Feuerwehrleute aus dem Kreis Soest sollen schnellstmöglich gegen das Coronavirus geimpft werden. In einem Beschluss des Krisenstabes des Kreises heißt es, dass sichergestellt werden soll, dass die Einsatzkräfte der Feuerwehren und der Hilfsorganisationen im Kreis Soest zeitnah geimpft werden.

Gleichzeitig appellierte der Krisenstab an das NRW-Gesundheitsministerium, „zusätzliche Mengen an Impfstoff für diesen wichtigen Zweck zur Verfügung zu stellen“.

Feuerwehrleute im Kreis Soest werden geimpft: Bei Impfstoff-Resten werden sie gerufen

So sollen die Retter-Impfungen ablaufen: Vorläufig sollen die Brand- und Katastrophenschützer jeden Abend im Impfzentrum in Soest mit sich ergebenden Restkontingenten geimpft werden. Dafür wurden Feuerwehr-intern Prioritätenlisten erarbeitet, damit in kurzer Zeit entscheiden werden kann, welche Einsatzkraft zum Impfzentrum geschickt werden kann, wenn sich Impfstoff-Kontingente ergeben. „Wir stehen zu unseren Feuerwehren, die im Kreis Soest vor allem vom Ehrenamt getragen werden. Deshalb handeln wir“, betont Landrätin Eva Irrgang, die das Thema im Kreis Soest zur „Chefsache“ gemacht hatte, wie es aus Kreisen der am Prozess beteiligten Personen hieß.

Neben dem Verband der Feuerwehren NRW hatte auch der Verband der Feuerwehren aus dem Kreis Soest gefordert, mit einer höheren Impf-Priorität behandelt zu werden. Aus dem Landtag hieß es von heimischen Politikern, dass sie guter Dinge seien, dass es für die Feuerwehren im zweiten Quartal ein Impf-Angebot geben könnte.

Feuerwehrleute werden geimpft: Kritik vom Kreis Soest an Minister Laumann

Der Forderung der Feuerwehren folgte der Krisenstab des Kreises: Es sei nicht zu akzeptieren, dass das Gesundheitsministerium Anfragen zum Impfschutz für diese Gruppe bisher immer abschlägig und ausweichend beschieden habe. Irrgang bedauere, „dass Minister Laumann sich in einer Antwort auf eine Resolution des Verbandes der Feuerwehren in NRW zwar für das Engagement und den Einsatz der Feuerwehren bedankt habe, ansonsten aber auf die bestehenden Priorisierungen verweise und keine konkreten Lösungen“ anbiete.

Auch aus der Kreistagsfraktion der SPD hatte es zu Beginn der Woche deutliche Stimmen gegeben. So forderte Erwin Koch, Sprecher im Ausschuss für Ordnungsangelegenheiten und Rettungswesen, dass der Kreis Soest in Person der Landrätin und auch die Bürgermeister mehr Druck auf das Landausüben sollten.

In einem Schreiben an das Ministerium fordert die Landrätin den Minister auf, „endlich ein Sonderkontingent an Impfstoff für die Feuerwehren und die Hilfsorganisationen bereitzustellen“. „Es kann nicht sein, dass die Feuerwehrangehörigen und die Helfer der Hilfsorganisationen, die sich in ihrer Freizeit ehrenamtlich für das Allgemeinwohl engagieren, hier weiterhin zurückgestellt werden. Wir müssen zusehen, dass wir unsere Einsatzkräfte auch einsatzfähig halten“, machte Irrgang die Dringlichkeit deutlich.

Feuerwehrleute werden geimpft: Kreis hofft auf Sonderkontingent vom Land

Bis es so weit ist und das Land ein Sonderkontingent zur Verfügung stellt, beginnt das Impfzentrum sukzessiv, kleinteilige Mengen an Impfstoff an die Feuerwehren zu verimpfen. Kreisbrandmeister Thomas Wienecke stehe bereit, um die Nachricht über gegebenenfalls anfallende Restmengen an Impfstoff, die durch Ausfälle über Tag noch vorhanden sind, an die Brandschützerinnen und Brandschützer der Wehren und die Helfer der Hilfsorganisationen weiterzuleiten und diese zum Impfzentrum zu bestellen.

Ein ähnliches Vorgehen wird beispielsweise im Kreis Warendorf praktiziert: „Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehren wurden über eine Reserveliste geimpft, wenn einzelne Impfdosen übrig blieben und ad-hoc verimpft werden mussten, damit sie nicht verfallen. Es ging darum, keinen Impfstoff verfallen zu lassen und gleichzeitig einen Beitrag zur Aufrechterhaltung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung zu leisten“, erklärte Felix Höltmann vom Kreis Warendorf.

Eva Irrgang stellte die Bedeutung dieses Vorgehens im Kreis Soest heraus: „Mir ist bewusst, dass viele Menschen derzeit sehnsüchtig auf eine Impfung warten. Die Tausenden von ehrenamtlichen Frauen und Männern in den Freiwilligen Feuerwehren und in Hilfsorganisationen im Kreis Soest stehen aber Tag und Nacht bereit, leisten Hilfe und treten als Retter in der Not in Erscheinung. Bei ihrer Einsatztätigkeit setzen sie sich einem erhöhten Ansteckungsrisiko aus. Der Ausfall einer ganzen Einheit würde unser aller Sicherheit gefährden. Deshalb müssen wir so schnell wie möglich für einen Impfschutz sorgen.“

„Die Bürgermeisterin und die Bürgermeister der 14 Städte und Gemeinden haben diese Sichtweise und die Impfaktion bei einer Telefonkonferenz ausdrücklich unterstützt“, erklärte der Kreis Soest.

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