Vorläufige Zahlen sind da

Klares Nein gegen den Bücherbus - das sagen die Befürworter

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Kreis Soest - Die Wählerinnen und Wähler im Kreis Soest haben sich gegen den Bücherbus ausgesprochen. Das vorläufige Endergebnis steht seit Montagabend fest.

Der dritte Auszählungstag wurde der längste. Landrätin Eva Irrgang konnte am Montag erst um 19.40 Uhr das vorläufige amtliche Endergebnis des Bürgerentscheids über den Bücherbus bekanntgeben.

35.210 Wahlberechtigte stimmten gegen eine Wiederaufnahme des Betriebs der Fahrbücherei, lediglich 19.012 dafür. Damit haben die Initiatoren weder das notwendige Quorum von 37.498 positiven Voten (15 Prozent der Wahlberechtigten), noch eine Abstimmungsmehrheit erreicht.

Thomas Reimann vom Bücherbus-Förderverein „Robin Book“, sagte nach der Abstimmung: "Das Ergebnis ist natürlich nicht in unserem Sinne. Doch es ist eine demokratische Abstimmung. Wir werden uns zusammensetzen und überlegen, warum es uns nicht gelungen ist, die Bürger zu überzeugen.“ Die Initiative werde sich weiterhin intensiv für die Leseförderung einsetzen.

Am Dienstag liegen die genauen Zahlen vor

Das amtliche Endergebnis wird Landrätin Eva Irrgang im Laufe des Dienstags im Kreishaus verkünden. Dann liegen auch die genauen Zahlen über die nicht zugelassenen Wahlbriefe vor. 

Ein Kommentar zum Bücherbus-Entscheid: Das Vertrauen ist beschädigt

Mehrere tausend Wahlberechtigte hatten dem roten Wahlbrief den Stimmschein nicht beigefügt oder diesen nicht unterschrieben. Damit konnten sie nicht an der Wahl teilnehmen. So sieht es das Kommunalwahlrecht, nach dessen Regeln der Bürgerentscheid durchzuführen war, bei einer Briefwahl vor.

So lief der Montag

Bis mittags lief am Montag die ordnungsgemäße Überprüfung in jedem Einzelfall auf Zulässigkeit, gegen 14 Uhr begann dann die eigentliche Auszählung der Voten. 

Der Bürgerentscheid bestimmte am dritten Tag das Geschehen im Großen Sitzungssaal des Kreishauses – und es blieb den ganzen Tag über spannend. Klappt es heute noch mit dem Ergebnis? Wird künftig im Kreis Soest wieder eine mobile s auf die Reise gehen?

Diese Frage – kurz zusammengefasst – richtete sich an rund 250 000 Menschen im Kreis Soest. In großer Zahl trafen bis zum Ablauf der Frist am vorigen Donnerstag die Briefe bei der Verwaltung ein. Schnell zeichnete sich somit ab, dass der Samstag und Sonntag allein nicht reichen sollten, um den Bürgerwillen zu klären.

Am Montagmorgen nahm das Team erneut seinen Dienst auf, zunächst immer noch mit den roten Umschlägen beschäftigt. Dann endlich war ein gutes Stück Arbeit geschafft. Die blauen Kuverts mit den Stimmzetteln kamen an die Reihe.

50er-Stapel auf der Waage

Die Helfer ordneten die Bögen nach „Ja“ und „Nein“, legten auch die ungültigen Stimmen aufeinander. Sie bildeten 50er-Stapel, die dann jeweils auf die Waage kamen, um exakt das Gewicht festzustellen. Diese Kontrolle diente der zusätzlichen Sicherheit, um anhand der Gramm-Angabe auf mögliche Mengen-Differenzen bei den einzelnen Packen aufmerksam zu werden.

Dauerbeobachter führen eigene Strichliste

Thomas Reimann, Ingrid Weber und Margarete Baron-Schulte von Robin Book saßen mittag als Dauerbeobachter oben auf der Empore. Als Initiatoren zeigten sie natürlich besonders großes Interesse am Ausgang des Entscheids. Deshalb führten sie ihre persönliche Strichlisten, um möglichst schnell zu eigenen Hochrechnungen zu kommen. 

Wie es gelingt, das Team so lange zu motivieren? Die Antwort des Abstimmungvorstehers Andreas Thiemann: „Das schaffen sie alleine.“  Alle sammeln wertvolle Erfahrungen, denn für den Kreis Soest selbe rist es der erste Bürgerentscheid. So gut wie alles im Ablauf ist Neuland. Andreas Thiemann zum Vorgehen: „Wir haben praktisch auf der grünen Wiese gebaut.“

Als Schlussakt des Bürgerentscheids wird dazu am Dienstag ab 9.30 Uhr noch einmal eine öffentliche Auszählung stattfinden.

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