Grüne mit Vorwurf gegen den Kreis

Ein Kommentar zum Bücherbus-Entscheid: Das Vertrauen ist beschädigt

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Kreis Soest -  Mit der Auszählung der Stimmen des Bürgerentscheids kochte am Montag schon neuer Ärger um den Bücherbus hoch. Die Grünen behaupten, den Politikern sei „eine wichtige Stellungnahme“ der Landes-Fachstelle für öffentliche Bibliotheken vorenthalten worden. Ein Kommentar von Holger Strumann.

Eines zur Klarstellung vorab: Egal ob eine halbe Million Euro für einen neuen Bücherbus oder „nur“ 330.000 Euro. Es wäre in beiden Fällen zu viel Geld für einen Service, der praktisch kaum genutzt wird und sich überlebt hat. 

Diese Steuergelder in die Leseförderung an Kitas und Grundschulen zu stecken, wäre weitaus sinnvoller. Doch nun bekommen die Zahlen plötzlich noch einmal Brisanz: Wieso hält die Kreisverwaltung mit dem Brief der Landes-Fachstelle hinter dem Berg?

Der Hinweis, es gehe um „internen Schriftverkehr“, ohne dessen Existenz überhaupt zu erwähnen, ist albern. Bei jedem anderen x-beliebigen Thema werden die Politiker mit unendlichen Schriftsätzen geflutet. Und ausgerechnet hier bei dem politischen Aufreger des Jahres werden sie kurz gehalten. 

Außerdem sind die beiden Kernaussagen (Empfehlung für einen Bücherbus und deutlich geringere Kosten) mitnichten weitergereicht worden. Unabhängig vom Ergebnis steht der Verdacht der Trickserei im Raum. 

Die guten Argumente bei Befürwortern wie Gegnern des Bücherbusses, die sich schließlich auf die Angaben der Kreisverwaltung verlassen haben, werden ausgehöhlt; die ganze und obendrein mehrere 100.000 Euro teure Bürgerbefragung gerät womöglich zur Farce. 

Und sie kippt Wasser auf die Mühlen derer, die per se dem „System“ und seinen „Institutionen“ und „Eliten“ misstrauen. Einen schlimmeren Bärendienst hätte der Kreis dem Bücherbus(-Aus), der Bürgerbeteiligung und am Ende dem Vertrauen in die Demokratie kaum erweisen können.

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