Pädagogen engagieren sich für den Klimaschutz:

Quartett will Lehrplan „klimatisieren“

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Den Klimawandeln in den Unterricht bringen wollen Petra Klimke, Bettina Engelhardt, Elisabeth Umezulike und Tanja Langerbein.

Kreis Soest – Mit einer „Lehrer-Klimagruppe“ wollen vier heimische Pädagoginnen einen Beitrag leisten, um „die Tatsachen einer drohenden Klimakatastrophe“ in Schulen zu verbreiten. Seit sie sich dieser Aufgabe verschrieben haben, drängt die Zeit: Am liebsten nämlich würden sie schon morgen ein fertiges Portal mit Unterrichtsmaterialien zur Verfügung stellen, auf das Kollegen aller Schulstufen kostenlos zugreifen können.

„Mein Grund sitzt neben mir. Ich stelle mir die Frage, was wir unseren Kindern hinterlassen?“, sagt Tanja Langerbein (gerade in Elternzeit), als sie beim Gruppen-Treffen nach ihrer Motivation gefragt wird. Neben ihr sitzt Tochter Maja. Damit spricht sie ihren drei Kolleginnen aus dem Herzen: Eine lebenswerte Zukunft für die nächsten Generationen hinterlassen – dieser Wunsch treibt alle an. 

Was können wir hier vor Ort tun, um einen Beitrag zu leisten? Auf diese Frage hat das Quartett mit seiner Initiative eine (erste) Antwort gefunden: Es will Unterrichtsmaterialien zusammenstellen, damit möglichst viele Kollegen an möglichst vielen Schulen das Thema möglichst einfach in den Unterricht einbauen können. „Wir müssen die Gefahren des Klimawandels bekannt machen und möglichst schnell multiplizieren“, ist Bettina Engelhardt (Grundschule Benninghausen) sicher. Denn nur so gebe es überhaupt eine Chance, das Ruder noch herumzureißen. Auch Elisabeth Umezulike (Lippetalschule) will möglichst schnell handeln, „um den Kindern zu zeigen, dass auch sie jetzt handeln können und müssen“.

Weil viele Kollegen schon jetzt überlastet seien, will Petra Klimke (Möhneseeschule) am liebsten fertiges Material zur Verfügung stellen, „weil das Interesse da ist und wir uns an die thematischen Vorschläge aus den Lehrplänen nicht halten müssen“. Warum also nicht beim Argumentieren in Deutsch Gründe für oder gegen den Klimschutz finden? Wieso nicht in Erdkunde anstatt über Wasserwirtschaft über das Klima reden? „Zu eingefahren“ seien die heimischen Pädagogen, womöglich hätten einige auch Angst davor, auf Fragen der Schüler keine Antwort zu wissen. 

Diese Angst können die vier Lehrerinnen niemandem nehmen. Die Unterrichtsvorbereitung vereinfachen, das aber wollen sie leisten. In einer Dropbox sollen nach Schulformen und Jahrgangsstufen sortiert Materialien eingeordnet werden, die dann für jeden Kollegen frei zugänglich sind.

Petra Klimke legt Wert auf eine gute Organisation: „Da wird in jedem Ordner ein Steckbrief sein, auf dem in Stichworten steht, welche technischen Voraussetzungen der Kollege braucht, worum es sich thematisch handelt und für wen es geeignet ist.“ Bis es so weit ist, müssen die Klima-Aktivistinnen noch einiges an Arbeit investieren: Schnell seien bei der Recherche mehrere Stunden verstrichen – manchmal ohne dass am Ende etwas Zählbares dabei herauskomme. Denn neben verlässlichen Quellen wie „Lehrer online“, „Bundeszentralen“ oder dem „BUND“ wird Wert gelegt auf die Umsetzbarkeit im Unterricht. „Das ist unser Vorteil: Wir haben viel Praxiserfahrung“, meint Elisabeth Umezulike. Wann das Projekt reif für die Kollegen ist? Tanja Langerbein: „Das wissen wir noch nicht, weil wir ja alle noch ein ausgefülltes Leben nebenbei haben.“ Damit das Ziel trotzdem möglichst schnell erreicht wird, sind ab sofort weitere Kollegen willkommen, die bei der Arbeit mithelfen wollen.

Helfer gesucht

Wer Lehrer ist und dem Quartett helfen will, kann sich unter bettina.engelhardt@outlook.com  an die vier Klimamaterial-Sammlerinnen wenden. Die erteilen Auskünfte, laden zum Gespräch und führen – bei Bedarf – in die Arbeit ein.

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