Personalmangel in heimischen Kitas

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Zu wenig Personal für die Betreuung der Kleinen: den allgemeinen Landestrend können auch die Träger der heimischen Kindertagesstätten bestätigen.

Kreis Soest - Was die Kinderbetreuung in ganz Nordrhein-Westfalen zu beklagen hat, können auch die meisten heimischen Träger der Kindertagesstätten bestätigen: Es herrscht Personalmangel. Zudem steigt die Nachfrage nach Plätzen aufgrund des Kinderbooms immer weiter.

Zwei der großen Verbände äußerten sich zur aktuellen Beschäftigungssituation in den Offenen Ganztagsgrundschulen (OGGS), Kitas und Kindergärten des Kreises. Dabei sieht es in beiden Einrichtungen ähnlich aus. Charlotte Bierkamp teilt die Sorgen, die sich derzeit im kompletten Land breit machen: „Wir haben große Schwierigkeiten, frei werdende Stellen neu zu besetzen“, meint die Fachberaterin des Evangelischen Kirchenkreises Soest. Dies liege vor allem daran, dass viele Einrichtungen im U3-Bereich (unter Dreijährige Kinder) ausgebaut wurden und man deshalb auf mehr Mitarbeiter angewiesen sei. Doch die Bewerbungen würden stets weniger, wobei es noch nicht zu dramatisch sei. 

Dazu komme, dass mehrere Faktoren zum Rückgang beitragen: „Auch Erzieherinnen bekommen Kinder und andere wiederum gehen in Rente“, erklärt Bierkamp. Der Evangelische Kirchenkreis Soest, so Bierkamp, habe im Moment rund 40 pädagogische Einrichtungen zu betreuen. Neben den anderen privaten Tagesstätten leidet der Träger „Katholische Kitas Hellweg“ ebenfalls unter der negativen Entwicklung. „Es ist kritisch, wir haben definitiv zu wenig Erzieherinnen“, stellt Geschäftsführer Josef Mertens klar. Die Ursachen dafür liegen, laut Mertens, einerseits bei der fehlenden Wertschätzung gegenüber dem Beruf und andererseits bei der Bezahlung, die „nicht so ist, wie sie sein müsste“. 

Die Gesamtbedingungen seien bundesweit schlecht, da kann sich Mertens nur anschließen. Hinzu komme auch die psychische Belastung der Angestellten: „Es fehlt Zeit, um Kinder individuell zu betreuen. Unsere Pädagogen wollen eigentlich mehr helfen als sie tatsächlich können“, bedauert Mertens. Mit gezieltem Marketing könne man aber diesem Trend entgegenwirken, doch das sei für „kleine“ Träger schwierig. 

Weniger dünn ist die Personaldecke bei den kommunalen Kindergärten. Mathias Keller vom Kreisjugendamt meint: „Bei den beiden Kitas, die unter Leitung des Kreises stehen, haben wir dies bislang gut hinbekommen.“ 

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