27 von 160 Verfahren am Arbeitsgericht Hamm 

Kettler-Mitarbeiter scheitern mit Klage auf Kündigungsschutz

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Klage gescheitert: Das letzte Fünkchen Hoffnung für 27 Kettler-Beschäftigte ist am Freitagmorgen vor dem Arbeitsgericht Hamm erloschen.

27 ehemalige Kettler-Mitarbeiter sind am Freitagmorgen vor dem Arbeitsgericht Hamm mit ihrer Klage auf Kündigungsschutz gescheitert. Richter Klaus Griese wies all Klagen ab. Ein klarer Fingerzeig für die weiteren Verfahren.

Werl/Ense - Schließlich hatten insgesamt rund 160 von Kettler Gekündigte den Schritt vor das Gericht gewagt. Für den April und Mai sind weitere Verfahren an anderen Kammern des Arbeitsgerichts Hamm terminiert.

Die Verfahren fanden den gesamten Freitagmorgen über alle einzeln statt. Die Kläger waren mit ihren jeweiligen Anwälten vertreten. 

Pressevertreter waren wegen des Schutzes vor einer Coronavirus-Infektion im Gericht nicht zugelassen. Da die allein auskunftsberechtigte Richterin im Urlaub weilt, gab es keine näheren Informationen. Zu den Begründungen der Klageablehnung könne er nichts sagen, teilte Klaus Griese auf Anfrage unserer Redaktion mit.

Klagen gegen Kündigung bei Kettler: Berufung möglich

Nun werden die Urteile geschrieben und den Klägern zugestellt. Sie haben die Möglichkeit, dagegen in Berufung zu gehen. Dann müsste das Landesarbeitsgericht entscheiden. 

Die Kläger hatten sich mit der Klage unter anderem Rückkehrmöglichkeiten bei einer womöglichen Fortsetzung des Betriebs bei Kettler sichern wollen. 

Darum hatte es lange Zeit Irritationen gegeben - selbst bei Arbeitsrichter Griese, der bei den Güteterminen angekündigt hatte, sich selbst vor Ort an den Werken ein Bild machen zu wollen, wie die Lage denn nun ist. Dem Vernehmen nach hat er das auch gemacht. 

Klagen gegen Kündigung bei Kettler: Aus unumkehrbar

Zuletzt aber hatte der Insolvenzverwalter deutlich betont, dass das Aus für den insolventen Freizeitartikler unumkehrbar und definitiv ist. Die Insolvenzverfahren für die Kettler Plastics GmbH und die Kettler Freizeit GmbH sind noch nicht abgeschlossen.

Bei früheren Entlassungswellen bei Kettler hatten gekündigte Mitarbeiter beim Arbeitsgericht sehr oft Erfolg gehabt. Nun aber galt die Klage vor dem angekündigten endgültigen Aus für den Betrieb als schwierig.

Klagen gegen Kündigung bei Kettler: Holding behält Namensrecht

Irritationen gibt es aber vor allem, weil es Produkte mit dem Namen "Kettler" auch weiter geben wird. Das liegt daran, dass der vermeintliche Kettler-Retter, die Lafayette Mittelstand Capital, die Rechte am Namen und Lizenzen bei der Kettler Holding geparkt hatte. 

Die Holding blieb bei den Insolvenzverfahren außen vor - ein Grund, warum etliche Kettler-Mitarbeiter auf den Investor nicht gut zu sprechen waren.   

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