Juwelier-Chef erkennt mutmaßlichen Täter einer Raubserie: Festnahme in Lippstadt

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Lippstadt - Nachdem Juwelier-Inhaber aus Lippstadt die Fahndungs-Sendung "Aktenzeichen XY" gesehen hatte, erkannten er und seine Mitarbeiter einen ihrer "Kunden" wieder. Ihre Aufmerksamkeit dürfte zur Klärung einer Raubüberfall-Serie beigetragen haben.

Am 28. März wurden Täterfotos in der Fahndungs-Sendung "Aktenzeichen XY" veröffentlicht, die bei einem Raubüberfall in Aschaffenburg aufgenommen worden waren. Etwa eine Woche später erkundigte sich einer der gezeigten mutmaßlichen Täter in einem Lippstädter Juwelier nach hochwertigen Uhren. Die Mitarbeiter erkannten ihn, kurze Zeit später klickten die Handschellen.

Der 29-jährige Litauer war von dem Inhaber und dem Verkaufspersonal des Juweliers erkannt worden. Sie hatten im Vorfeld den Sendebeitrag bei "Aktenzeichen XY" verfolgt. Nachdem ihm bewusst geworden war, wer da gerade in seinem Geschäft stand, habe der Inhaber umgehend die Polizei gerufen, die den mutmaßlichen Täter noch vor Ort festnehmen konnten.

Unter anderem mit diesem Foto suchte die Polizei nach den Tätern. Einer der Männer wurde bereits festgenommen. Er wurde auf dem Foto unkenntlich gemacht.

Im Zuge der folgenden Ermittlungen erhärtete sich der Verdacht, dass es sich bei dem 29-Jährigen um einen der Haupttäter aus einem Raubüberfall in Aschaffenburg handelt. 

So lief der Raubüberfall in Aschaffenburg

Zwei 29 und 42 Jahre alte Männer sollen am 12. März ein Juweliergeschäft an dem Raubüberfall im Süden der Republik beteiligt gewesen sein. Sie bedrohten die Angestellten, versprühten Reizgas und raubten Schmuck im Wert von einigen hunderttausend Euro. Sie flüchteten zunächst zu Fuß, stiegen dann auf Fahrräder und im weiteren Verlauf offenbar auf einen Fluchtwagen um. Ihnen gelang es, mit ihrer Beute zu entkommen.

Bei dem in Lippstadt Festgenommenen soll es sich um den Täter handeln, der das Geschäft zuerst betreten und bei der Flucht unter anderem einen Schuss mit einer Schreckschusswaffe abgegeben hatte.

So konnten die Täter überführt werden

Im Zuge der Ermittlungen konnten die Beamten der Kriminalpolizei Aschaffenburg im März umfangreiches Bildmaterial sichern, das von Überwachungskameras und von unbeteiligten Zeugen aufgezeichnet worden war. Die Täterbilder wurden zu Fahndungszwecken veröffentlicht und sorgten letztlich für die Festnahme des Litauers in Lippstadt am 6. April.

Nur vier Tage nach der Festnahme, am 10. April wurde dann ein Juweliergeschäft in Bad Homburg (Hessen) überfallen, bei dem die Täter auf ähnliche Weise vorgingen wie bei der Tat am 12. März in Aschaffenburg. Im Zuge der Fahndung nahmen die eingesetzten Beamten vier Tatverdächtige fest. Zumindest einer der Festgenommenen steht im dringenden Verdacht, an dem Überfall in Aschaffenburg beteiligt gewesen zu sein - er gilt als Komplize des in Lippstadt festgenommenen Mannes.

Der 42-jährige litauische Staatsangehörige soll unter anderem die Angestellten im Geschäft mit einem Messer und einer Schusswaffe bedroht haben. Beide Tatverdächtigen wurden in Aschaffenburg wegen des Verdachts des schweren Raubes verhaftet. 

Die 29 und 42 Jahre alten Männer sitzen inzwischen in unterschiedlichen Justizvollzugsanstalten ein. Bei den anderen in Bad Homburg festgenommenen Männern werde eine Beteiligung an dem Raubüberfall am 12. März derzeit noch geprüft, erklärte die Staatsanwaltschaft Aschaffenburg.

Dem aktuellen Sachstand nach ist davon auszugehen, dass es sich bei den Festgenommenen um Mitglieder einer Bande handelt, die noch für weitere Raubüberfälle in Europa in Frage kommt.

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