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Himmlische Hilfstruppen drei Tage im vollen Einsatz

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Kreis Soest – „Uns schickt der Himmel“, unter diesem Motto waren Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene drei Tage lang fleißig: Die 72-Stunden-Aktionen sollen Gutes und Sinnvolles für alle bewirken.

In Soest haben die Freiwilligen von Sankt Albertus Magnus am Hepper Weg ein Fundament gemauert und darin eine „Zeitkapsel“ versenkt. Der Soester Anzeiger kam hinein mit der Ausgabe vom 23. Mai – da war der Geburtstag des Grundgesetzes das Top-Thema. Und eine Beschreibung liegt mit drin, worum es bei dem neu errichteten Bildstock geht, vor allem bei der geschnitzten Christus-Figur: Das Kreuz wurde gegen Ende des 2. Weltkrieges vom österreichischen Künstler Rudolph Arninger gefertigt.

Die Familien Rachelbusch und Arninger wurden im Krieg im Haus der Familie Forba/Hemmer am Walburger Tor 4 vor der Geheimen Staatspolizei versteckt, weil sie jüdische Wurzeln hatten. Das Kreuz ist ein Geschenk, ein Dank für die Rettung und ging als Nachlass an die Kirche. Gemeindereferent Andreas Krüger hatte die Idee, der Figur einen neuen Standort zu geben. Bauer Franz Schwarzenberg am Hepper Weg stellte den Platz zur Verfügung, Bildhauer Michael Düchting plante und half beim Bildstock-Bau, die Firma Lehhde goss das Fundament. Pater Abraham Fischer aus Meschede plante dazu ein Gitter, das Markus Rösen aus Soest eingesetzt hat. Die Firma Mabeg stiftet eine Bank – alle Arbeiten erfolgten unentgeltlich. Die Einweihung ist am Sonntag, 16. Juni, um 11 Uhr. 

Aktionen hinter Heilig Kreuz

Die Kinder und Jungendlichen von Heilig Kreuz in Soest machten es hinter der Kirche wieder richtig schön: Der Rasen wurde gemäht, Blumen und Sträucher wurden gepflanzt, Rindenmulch verteilt, es entstanden Hochbeete und knuffige Schwedenstühle. Diese Gruppe baute ein Insektenhotel, das demnächst an der Kirchenwand verankert wird. 

Bei St. Patrokli 

Bei Sankt Patrokli gab es zig Angebote, vom Waffelbacken über Saatbomben-Verkauf bis hin zum Singen und Schwätzchen in Seniorenheimen. Hauke, Veit, Kasimir, Jan, Christoph, Chiara, Simon, Nils, Christopher und Finn gehören mit zu der Gruppe, die „Stolpersteine“ im Soester Pflaster und das trendige „Geo-Caching“ zusammenbrachten: Gegen eine freiwillige Spende ging es mit den jungen Leuten auf eine einstündige Tour durch Soest, unter anderem an der ehemaligen jüdischen Schule und Synagoge in der Osthofenstraße vorbei.

72-Stunden-Aktion im Kreis Soest

Vor dem Geschäft „Am Seel 8“ erinnert ein Stolperstein an das Kommissionsgeschäft Ruhstadt, an Henriette, geborene Stern, die mit 91 Jahren nach Theresienstadt deportiert wurde und dort starb. Ihr Sohn Siegfried und seine Frau wurden von den Deutschen in Auschwitz ermordet.

In Oestinghausen 

Viel los war in Oestinghausen: Die „Route72“ ist ein Rundkurs für Radfahrer durch Lippetal, entstanden bei der Aktion 2013. Weil hier und da ungestüme Zeitgenossen randaliert haben, Schmierfinken unterwegs waren oder schlicht etwas verwittert ist, haben die Kinder und Jugendlichen repariert und aufgehübscht, zu Pinsel und Farbe gegriffen – ebenso zu passendem Werkzeug, um gleich noch ein paar neue Vogel-Behausungen zu bauen, die dann entlang der Strecke aufgebaut werden. In Herzfeld haben Jugendliche und junge Erwachsene ein Beach-Volleyball auf der Sportanlage fertiggestellt.

In Herzfeld 

Die Gemeinde Lippetal hat die nötige Fläche auskoffern lassen. Das Geld fürs Material haben die Jugendlichen über eine „Heinzelmännchen“-Aktion eingeworben: Hilfe hier und Hilfe da, wo gerade helfende Hände gebraucht wurden, und dafür gab es Spenden, so viel jeder wollte oder konnte. Weil das Volleybaldfeld ans Oval der Tartanbahn angrenzt, blieb unerwartet eine Dreieckfläche übrig. Die jungen Leute waren auf Zack, denn es war ja ein Samstag: Ab in den Baumarkt, Pflastersteine, Sand und Kies besorgen, einen Bagger kommen lassen und ab dafür: Jetzt ist das Über-Stück gepflastert, und alles ist aus handwerklicher Sicht tipptopp. 

In Völlinghausen 

In Völlinghausen haben Kinder, Jugendliche und Eltern der „Regenbogengruppe“ für alle zwischen Kommunion und Firmung am Pfarrhaus aufgeräumt, gerettete Obstbäume gepflanzt und ein großes Insektenhotel aufgestellt. Die Obstbäume stammen aus den Anpflanzungen von Christoph Abel und gehören zu denen, die für einen neuen Parkplatz an der Seestraße weichen mussten. Nun sollen sie gute Frucht in Pastors Garten tragen, und letztlich soll die verschönerte Idylle allen im Ort Freude bereiten. Gestern fand dort ein Gottesdienst der Reihe „Kirche am See“ statt, gewissermaßen als „Auswärts-Spiel“

Geschichtsfahrt durch Welver

72-Stunden und nur ein bisschen müde, dafür aber hochzufrieden mit dem Ergebnis ihrer Geschichtsforschung, waren die Kinder und Jugendlichen der Pfarrei St. Maria nach ihrer erfolgreichen BDKJ-Projektarbeit. Interessante Geschichten gibt es en masse – ganze Bücher bis hin zu Bibliotheken werden damit gefüllt. 

Geschichten, die das Leben schrieb

Geschichten, die das Leben geschrieben hat, hautnah aus der Region, standen jedoch hier im Mittelpunkt und fesselten von Beginn an Jung und Alt gleichermaßen. „Wir haben alle sehr konzentriert gearbeitet“, sagt Mitorganisator Marcel Schulte von den DPSG-Pfadfindern. Sie hatten gemeinsam mit den Messdienern die 72-Stunden organisiert und durchgeführt und dafür gesorgt, dass „Welvers Geschichtsfahrt“ ab sofort mit dem Rad auf rund 23 Kilometern abgefahren und erforscht werden kann. 

Hinweisschilder kommen noch

„Feste Hinweisschilder werden später dafür sorgen, unsere Feinarbeit an den einzelnen Punkten zu dokumentieren“, erklärt Teammitglied Carmen Plattfaut. Für die abschließende Radtour am Sonntagmittag waren zunächst noch die großen Plakate platziert worden, die die 72-Stunden-Helfer kreativ und künstlerrisch gestaltetet hatten. Am Donnerstagnachmittag fiel der Startschuss für die Aktion im Heimathaus im Gespräch mit den Experten aus den einzelnen Ortsteilen. Agnes Karbowski (Scheidingen/Illingen), Peter Holuscha (Heimatverein Flerke), Pastor Werner Vedder (Dinker) sowie Manfred Hustadt und Karl-Otto Kosmahl (Heimatverein Welver) standen den Kleingruppen Rede und Antwort, und die Kids lauschten gespannt. Nach den Ortsbesichtigungen am Freitag machten sich alle daran, die Informationen auf „Info-Tafeln“ zusammenzutragen und aufzuschreiben. 

Route abzufahren war ein Highlight

„Die Route selbst abzufahren, war für uns alle ein ganz besonders Hightlight“, findet Mitorganisatorin Laura Gantenbrinker. Unterstützt von Jürgen Treptow konnte eine digitale Karte erstellt werden, die mittels QR-Code aufs Handy geladen, den Weg zeigt. Als passionierter Radfahrer hatte sich Dirk Kalischewski hier ebenfalls mit eingebracht, um den Rundkurs zu optimieren. Den Schlusspunkt unter die 72-Stunden-Aktion setzte die gemeinsame Radtour am Sonntag zu der auch alle interessierten Gemeindemitglieder nach dem open-air Gottesdienst mit DPSG-Kurat Tobias Hasselmeyer (Vikar aus Hüsten) vor dem Bernhardhaus eingeladen waren. „Wir bedanken uns bei allen, die sich voller Begeisterung für diese tolle Aktion stark gemacht haben und bei denen die uns Spenden aller Art, Material und Verpflegung zukommen ließen. Ohne Helfer und Ehrenamtler alle wäre eine Aktion wie diese nicht möglich“, resümierte Gemeindereferentin Dorothee Topp hochzufrieden.

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