Interview: Forellenseuche alarmiert Angler und Fischer

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Die Regenbogenforellen sind besonders gefährdet, der in dieser Saison grassierenden Seuche zum Opfer zu fallen.

Kreis Soest - Zu Beginn der Saison droht in den heimischen Gewässern eine besondere Gefahr: Die Forellenseuche – genauer gesagt: Die Virale Hämorrhagische Septikämie (VHS) ist auf dem Vormarsch. Das haben Experten des Landes-Fischereiverbands Westfalen-Lippe (LFV) bei einem Informations- und Erfahrungsaustausch mit Angler- und Fischereigenossen im Kreishaus deutlich gemacht.

Björn Winkelmann sprach mit Dr. Michael Möhlenkamp, Geschäftsführer des LFV, über Risiken und Vorsichtsmaßnahmen.

Herr Möhlenkamp, was ist die Forellenseuche, und wie äußert sie sich?

Michael Möhlenkamp: Es handelt sich um eine Virusinfektion, die vor allem bei Salmoniden und dort besonders bei Regenbogenforellen auftritt. Typische Symptome sind unter anderem eine Dunkelfärbung sowie hervortretende Augen, sogenannte Glotzaugen. Im weiteren Verlauf kann es zu Blutungen in der Muskulatur kommen. Aber auch einige innere Organe können betroffen sein. Die Erkrankung führt zu hohen Verlustraten in den Forellenzuchtbetrieben.

Woher stammt das Virus, und wie wurde es eingeschleppt?

Möhlenkamp:

Im Friedrich-Loeffler-Institut versucht man das gerade genau herauszufinden. Eine Vermutung ist, dass es über Fische aus dem Ausland zu uns gelangt ist. Sie waren infiziert und sind auf dem Handelsweg zu uns gekommen.

Welche Bestände sind besonders gefährdet?

Möhlenkamp: Besonders problematisch ist das Virus für Bestände in den Forellenzuchtanlagen. Dort leben die Forellen dicht beieinander – für eine Übertragung ideal. Aber auch Wildfische können betroffen sein, müssen aber nicht erkranken. Zum Teil sind sie nur Träger des Virus und verbreiten es weiter. Das gilt auch für andere Fischarten, die Träger sein können, ohne dass die Krankheit ausbricht.

Auf welche Weise läuft eine Infektion ab?

Möhlenkamp: Zum einen durch direkten Kontakt der Tiere untereinander. Zum anderen durch Wasser beziehungsweise feuchte Stiefel, Netze und Kescher. Deshalb ist es sehr wichtig, dass die Materialien vor Verwendung in einem anderen Gewässer gut durchgetrocknet werden, um eine Übertragung zu unterbinden. Gerade jetzt steht die Besatzsaison bevor. Wichtig ist, dass Vereine ihre Fische von Züchtern beziehen, zu denen sie ein Vertrauensverhältnis haben. Sie sollten sich nach Möglichkeit ein aktuelles Gesundheitszeugnis zeigen lassen. Entscheidend ist, dass die Fische in den Betrieben selber erzeugt wurden und nicht zugekauft und über lange Strecken transportiert wurden. So ist die Sicherheit am höchsten, dass gesunde Tiere mit guter Kondition in die Gewässer besetzt werden.

Besteht durch das Virus eine Gefahr für Menschen?

Möhlenkamp: Nein, auf keinen Fall. Sogar erkrankte Tiere dürfen noch geschlachtet und vermarktet werden. Dies ist allerdings nur möglich, wenn das Stadium der Einblutungen in die Muskulatur noch nicht erreicht ist.

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