IHK-Umfrage: Heimische Wirtschaft erstaunlich gelassen

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Sie stellten die Ergebnisse der Konjunkturumfrage vor: (von links) Torsten Kickelbick, Dr. Ralf A. Hueß, Dr. Ilona Lange und Stefan Severin (alle IHK Arnsberg), Gerd-Günther Ziems, Friedrich Knipschild und Johannes Lehde.

Kreis Soest - Sie stecken den Kopf zwar keineswegs in den Sand, aber panisch umherflattern die heimischen Unternehmer angesichts weltweiter Turbulenzen und Aufgeregtheiten ebenfalls nicht – so könnte man die Ergebnisse der Konjunkturumfrage zusammenfassen, die die IHK Arnsberg zum Jahresanfang durchgeführt hat und deren Ergebnisse am Freitag vorgestellt wurden.

„Die große Gelassenheit, mit der gerade die Industrieunternehmen in der Region auf die ständigen schlechten Nachrichten reagieren, die ja scheinbar in einem immer größeren Tempo auf sie einprasseln, ist durchaus bemerkenswert“, formulierte Ralf A. Hueß, stellvertretender Hauptgeschäftsführer der Kammer, das Fazit aus zahlreichen abgefragten Einzelthemen in eigenen Worten. In der Summe addierte sich der „Klimaindikator“ auf 126 Punkte – eine Steigerung gegenüber dem Wert aus derselben Umfrage im Herbst 2016 um sieben Punkte.

Dahinter verbirgt sich eine Fülle von unterschiedlichen Werten, die allerdings auch Aufschlüsse über große Unterschiede zwischen einzelnen Branchen vermitteln. Insgesamt zeigten sich zu Jahresbeginn aber nur sieben Prozent der rund 300 Unternehmen, die an der Umfrage teilnahmen, unzufrieden mit ihrer aktuellen Situation. Besonders gut geht es der heimischen Industrie und der Bauwirtschaft, deutlich schlechter sieht dagegen die Lage im stationären Einzelhandel aus, der von der unverändert großen Konsumlust der privaten Verbraucher kaum profitieren kann und sich immer stärkerer Konkurrenz durch den Online-Handel erwehren muss. Trotz der nach wie vor großen Bedeutung des Exportgeschäftes sahen die Vertreter der IHK – neben Hueß stellte Geschäftsführerin Dr. Ilona Lange das Zahlenwerk vor – und der Bereiche Einzelhandel (Gerd-Günther Ziems, Lippstadt), Dienstleistungen (Torsten Kickelbick, Soest) Bauwirtschaft (Johannes Lehde, Soest) und Verkehr (Friedrich Knipschild, Schmallenberg) vor allem den nach wie vor robusten Binnenmarkt als stimmungs- und geschäftsfördernd.

Deutlich skeptischer äußerten sich aber die Unternehmen, die ihre Kunden vornehmlich im Ausland haben: Ihre Erwartungen beschränken sich in aller Regel darauf, das aktuelle Auftragsniveau halten zu können, Zuwächse werden, wenn überhaupt, nur in sehr bescheidenem Maße erwartet.

Die insgesamt durchaus positive Stimmung wirkt sich auch auf die Beschäftigung von Mitarbeitern aus – besonders in der Industrie und im Dienstleistungssektor sollen die Belegschaften vergrößert werden, wenn es der Arbeitsmarkt denn hergibt. Quer durch alle Branchen zieht sich nämlich das große Problem, qualifiziertes Personal zu bekommen.

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