Gülle-Lager im Kreis Soest laufen langsam voll

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Das Ausbringen der Gülle wird wegen der nassen Böden Anfang Februar noch nicht möglich sein.

Kreis Soest - Der viele Regen der vergangenen Monate hat den Boden aufgeweicht. Das Ausbringen von Gülle, das Landwirten ab Februar erlaubt ist, wird sich deshalb wohl verzögern. Die Lager füllen sich.

Andreas König ist als stellvertretender Vorsitzender des Landwirtschaftlichen Kreisverbandes Soest noch recht frisch im Amt. Doch als staatlich geprüfter Landwirt in einem Familienbetrieb, der von Ackerbau und Schweinemast lebt, ist der 53-Jährige aus Neuengeseke von klein auf vertraut mit dem Leben auf dem Land – und mit Unwägbarkeiten der Natur. Mit einem Blick aufs Wetter sagt er: „Eigentlich regnet’s jetzt seit August. Die Böden sind so nass, man kann ja nicht mal in Gummistiefeln auf den Acker. Aber irgendwann haben wir eine Trockenphase und dann jammern wir wieder nach Regen.“ 

Mit Blick auf die Gülletanks sagt er: „Meine Lagerkapazitäten sind groß. Ich kann einem Kollegen sogar anbieten, Gülle bei mir unterzubringen.“ Dafür verlangt er kein Geld. Er kennt aber natürlich die sogenannten „Güllebörsen“, die das Angebot an Lagerkapazitäten und natürlichen Nährstoffen, die fremd untergebracht werden müssen, organisieren und damit Geld verdienen. 

Die Düngeverordnung untersagt das Ausbringen von Gülle auf den Äckern bis einschließlich 31. Januar. „Mit Sondergenehmigung ist das auch schon ab dem 15. Januar möglich. Doch das Wetter spielt nicht mit, die Böden sind zu nass für schwere Maschinen.“ Weil jeder Landwirt die Sperrfristen kennt, sind die Lager im Kreis inzwischen zwar voll, aber die wenigsten haben Sorge, sie könnten überlaufen. 

„Manche Kollegen warten allerdings schon lange auf eine Baugenehmigung für einen ,Güllepott’. Die sind mitten im Dorf nicht gern gesehen. Aber draußen in der Landschaft kann man auch nicht überall hin damit.“ 

„Jeden Morgen drei Wetterberichte“

Andreas König erklärt, dass die Pflanzen im Moment im Wachstum sind und durchaus in der Lage wären, „den hochwertigen Dünger aufzunehmen.“ Doch wann die Äcker befahrbar sind, steht in den Sternen. Bis dahin muss gelagert werden. „Ich gucke mir jeden Morgen drei Wetterberichte an und muss dann doch abwarten, wie’s Wetter wird“, stellt der Landwirt nüchtern fest und hofft auf „besser Wetter“ – wie alle.

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