Verfahren und Bußgelder

„Achtung, Achtung“: Corona-Lautsprecherdurchsagen aus dem Auto haben Nachspiel

Die Lautsprecherdurchsagen waren wohl als schlechter Scherz gemeint.
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Die Lautsprecherdurchsagen waren wohl als schlechter Scherz gemeint. (Symbolfoto)

Laut tönend fuhren zwei Männer spät abends und früh morgens durch die Straßen Gesekes. Was wohl als Scherz gemeint war, hat nun ein juristisches Nachspiel.

Geseke - Mehrfach fuhren zwei Männer - 23 und 24 Jahre alt - zwischen dem 26. April und dem 4. Mai, als die Ausgangssperre durch die Bundesnotbremse galt, durch die Straßen Gesekes und beschallten sie per Lautsprecher. Das räumte der 24-jährige Geseker jetzt gegenüber der Polizei und dem Ordnungsamt ein.

„Die Beamten kamen dem Mann aufgrund von zahlreichen Beschwerden von Bürgerinnen und Bürger auf die Schliche“, berichtete Polizeisprecher Holger Rehbock. Der Geseker habe zugegeben, dass er mit einem 23-jährigen Geseker in einem Wagen um kurz nach 22 Uhr und auch morgens gegen 5 Uhr durch die Innenstadt fuhr und mit Lautsprecherdurchsagen Warnungen zum Coronavirus verbreitet hatte.

Lautsprecherdurchsage am Abend: „Virus ist nun aktiv“ - am Morgen kommt die „Entwarnung“

Laut Angaben der Polizei wurde zum Beispiel ab 22 Uhr darauf hingewiesen, dass das „Virus nun aktiv“ sei. Morgens gegen 5 Uhr kamen dann die „Entwarnungen“. Marschmusik unterstrich die Ansagen.

„Was möglicherweise als schlechter Scherz gedacht war, hat für den 24-jährigen Geseker und den 23-jährigen Begleiter ein juristisches Nachspiel“, erklärte der Polizeisprecher. Die Polizei leitete ein Verfahren wegen des Verdachts der Amtsanmaßung ein. Doch wie kam es zu diesem Verdacht, der jetzt von der Polizei geprüft wird? Die beiden Männer hätten bei ihren lautstarken Touren den „Anschein einer behördlichen Durchsage“ erweckt, erklärte die Polizei.

Das Ordnungsamt Geseke verhängte darüber hinaus ein Bußgeld in Höhe von 250 Euro wegen der Missachtung der Ausgangssperre und des damit begangenen Verstoßes gegen das Bundesinfektionsschutzgesetz. Weitere 50 Euro wurden wegen des Verstoßes gegen das Landesinfektionsschutzgesetz und dem „ruhestörenden Lärm“ fällig.

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