Video: Geocaching-Selbstversuch in Soest

Mehr als 1000 Geocaches im Kreis Soest: Philipp Schmetz aus Werl gibt Tipps für Neulinge

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Auf einer Karte wird der eigene Standort und der Ort des Verstecks angezeigt.

Kreis Soest - Weltweit gibt es mehr als drei Millionen Geocaches - davon sind mehr als 1000 im Kreis Soest zu finden. In diesem Artikel gibt Philipp Schmetz aus Werl, selbst seit 2016 Geocacher, Antworten auf die wichtigsten Fragen für diejenigen, die selber in die Natur ziehen und suchen möchten.

Von Philipp Schmetz

Was ist Geocaching überhaupt?

Geocaching ist ein Spiel, das auf dem GPS-System basiert und seit dem Jahr 2000 existiert. Beim Geocachen geht es darum, Boxen, Filmdosen und andere Behälter an allen möglichen Orten auf der ganzen Welt zu finden. Diese werden durch eine Markierung auf einer Online-Landkarte in einer Smartphone-App angezeigt. Das Spiel ist kostenlos, neue Geocaches werden von anderen Spielern versteckt. Es gibt auch Spieler, die einen Premium-Account besitzen und monatlich Geld bezahlen. Diese Spieler können noch mehr Geocaches finden, die "normalen" Spielern nicht auf der Karte angezeigt werden. 

Philipp Schmetz hat das Hobby 2016 für sich entdeckt.

Wie viele Caches gibt es hier im Kreis Soest? 

Alleine im Kreis Soest gibt es mehr als 1000 Caches. Die Auswahl ist also groß. Viele dieser Caches sind auch für Einsteiger geeignet.

Im Kreis Soest gibt es mehr als 1000 Verstecke.

Was macht den Kreis Soest für Geocacher attraktiv?

Viele Caches im Kreis Soest sind sehr lehrreich. Bei ihnen erfährt man etwas über die Geschichte einer Stadt. Außerdem finden sich hier großartige Verstecke - sowohl in den Städten als auch in der Natur. Die Geocaching-Community existiert hier auch schon sehr lange und man kann im Kreis Soest echte Cache-"Fossilien" finden. Bei Lippetal ist beispielsweise ein Cache (Name: GC5830) aus dem Jahr 2002 zu finden.

Was müssen Anfänger tun, um selbst spielen zu können?

Sie müssen sich nur die App herunterladen und sich einen Account anlegen. Dann kann es sofort losgehen. Natürlich brauchen Spieler einen Stift, um das Logbuch nach einem erfolgreichen Fund zu signieren. 

Was mache ich wenn ich einen Cache finde? 

Bei Geocaching geht es darum, dass ein Spieler seinen Namen in das Logbuch im Cache einträgt, nachdem er ihn gefunden hat. Danach kann er den Cache auch noch online loggen, damit die Funde im eigenen Account übernommen werden.

Manche Verstecke finden sich auch auf Bäumen, wie dieses - es trägt den Namen Rattenplage 2.0, die Pest. GC4F1DG - in Soest.

In welchen Behältern kommen die Caches vor?

Als Geocash-Behälter wurden ursprünglich Tupperdosen verwendet. Doch es gibt viele verschiedene Arten von Behältern. 

  • PETlinge
Petlinge sehen aus wie Reagenzgläser, sind aber Flaschen, die noch nicht geformt wurden. Sie sind wasserdicht, luftdicht, hart, hitzebeständig und leicht zu verstecken. 70% der Caches sind PETlinge, denn sie bieten genug Platz und sind auch billig. Der PETling ist der Favorit der meisten Cacher. 
  • Filmdosen
Wie der Petling, nur undurchsichtig und kleiner. Sie sind noch günstiger als die Petlinge, jedoch sind die standard Filmdosen nicht wasserdicht, aber ich habe welche gefunden, die es sind. 
  • Nanos
Die Nanos sind die kleinsten Caches. Sie sind meist mit Magneten unter Bänken befestigt und schwierig zu finden. Fiese kleine Dinger!
  • Tupperdose 
Tupperdosen sind super um Caches zu machen, bei denen man Travelbugs ablegen und Spielzeuge tauschen kann. 
  • Spezial
Caches mit cooler Tarnung. Schwierig zu finden. 
  • Micros 
Kleine Wasserdichte Behälter.

Gibt es verschiedene Arten von Geocaches?

Ja, es gibt mehrere Sorten von Geocaches:

  • Tradis (Grafik, oben links): Das sind kleine Dosen oder Behälter, die auf den angegebenen Koordinaten zu finden sind. Man kann häufig auch Spielzeuge tauschen, das hängt aber von der Größe ab. Manche haben auch Mechanismen.
  • Rätsel-Caches (Grafik, unten Mitte): Bei ihnen muss man ein Rätsel lösen, um an die finalen Koordinaten zu kommen. 
  • Multi-Caches (Grafik, unten rechts): Sie haben mehrere Stationen. Beispielsweise können die Zahlen, die die Koordinaten bilden, die Jahreszahlen auf Statuen sein. 
  • Earthcaches: Sie haben keinen Behälter. Bei ihnen muss man Fragen zu einer besonderen geologischen Beschaffentheit des jeweiligen Fundortes beantworten.
  • Event-Caches (Grafik, oben rechts): Das sind geplante Events, bei denen sich lokale Cacher kennenlernen und miteinander etwas unternehmen. Sogenannte CITO-Events sind besondere Events, bei denen Cacher eine Route ablaufen, Müll einsammeln und ihn durch Caches austauschen.

Unterschiedliche Caches werden auf der Karte in der App mit verschiedenen Symbolen gekennzeichnet

Kennen sich die Cacher und treffen sich?

Die Geocaching Community hält gut zusammen. Es gibt Event Caches bei denen sich Cacher treffen. Große Events mit bis zu 500 Leuten werden "MEGA Events" genannt, noch größere Events, GIGA Events, haben mehr als 5000 Besucher, finden aber nur sehr selten statt. Diese Events sind professionell organisiert und haben immer ein besonderes Thema.

Welche Abenteuer hast du beim Geocaching bereits erlebt?

Mit Geocaching habe ich vor zwei Jahren - damals war ich zwölf Jahre alt - angefangen, meinen ersten Cache habe ich aber schon im Alter von sieben Jahren gefunden. Damals nahm mich mein Vater, damals noch mit einem GPS-Gerät, mit zu einem Multi-Cache. Es war ein kleines Röhrchen, in einem Steinkunstwerk, von da aus kam man zu einem Abflussrohr, und dann zu zerfallenen Bunkern nahe eines alten Flugplatzes in der Nähe. Mit zwölf Jahren lud ich mir die App herunter. Bis heute habe ich 143 Caches gesammelt.

Ein Cache führte mich auf eine Burgruine in Südtirol.

Im Urlaub in Südtirol, bestiegen wir einen kleinen Berg auf  mit einer Burgruine auf der Spitze. Auf einem der höheren Türme fanden wir dann endlich den Behälter, eine große Tupperdose in einem Loch in der Mauer. Die Aussicht war atemberaubend. Auch in der fränkischen Schweiz findet man tolle Caches. Wir gingen dort eine Cache-Runde ab und trafen sogar noch den Besitzer dieser Runde. Wir unterhielten uns nett mit ihm. An diesem Tag fand ich 21 Caches.

Dieses Video enthält Spoiler, und zeigt wie man den Cache findet:

Anfang dieses Jahres, in den Osterferien, veranstalteten wir ein Event, bei dem Spieler aus Werl ihre Travelbugs (ein Anhänger mit einer eingestanzten oder aufgedruckten Nummer, den man an Gegenständen befestigen kann. Diese Gegenstände sollen mit Hilfe der Finder von Cache zu Cache reisen) abgeben konnten. Die Travelbugs nahmen wir dann mit nach Florida, um sie dort zu verteilen.

Erstellst du auch selber Geocaches?

Ich bastle selber gern Caches und verstecke sie bei Urlauben oder in Werl. Ich versuche coole Caches mit Mechaniken zu bauen. Vor kurzem habe ich zwei Vogelhäuser gebaut, eins mit einem Mini-Computer der einen Morse-Code abspielt. Mit dem kann ein Zahlenschloss geöffnet werden, das den Cache verschließt. Das andere Vogelhaus hat einen Magneten an der Vogelstange. Damit kann ein Schlüssel aus dem Haus geangelt werden.

Eines meiner Vogelhäuser ist bereits versteckt. Es heißt  „Batterien nicht enthalten“. Man muss eine AA-Batterie an zwei Schrauben halten, die an der Außenseite befestigt sind, um einen Motor zu aktivieren, der einen kleinen Container aus einem Loch aus dem Boden des Hauses abseilt.

Wie kann ich selbst einen Cache verstecken?

Es ist eigentlich ganz einfach. Spieler brauchen vorher ein geeignetes Versteck, beispielsweise einen schönen Ort: einen großen Baum, eine Statue oder eine Felsformation. Dann brauchen sie einen passenden Behälter. Vor Ort werden die Koordinaten auf dem Handy oder GPS-Gerät gesichert. Nun braucht es noch einen Namen, eine Beschreibung und einen kleinen Hinweis auf das Versteck. Danach wird der Cache auf Geocaching.com angemeldet, anschließend wird er geprüft. 

Welche Regeln müssen dabei beachtet werden?

Der Cache darf auf keinem Privatgrundstück versteckt werden und muss in Naturschutzgebieten vom Weg aus zu finden sein. Außerdem muss er 161 Meter Abstand zum nächstgelegenen Cache haben. Werbung ist auch verboten. In einem Zeitraum von ein bis drei Tagen sollte der Cache aktiviert sein, in Deutschland geht das am schnellsten. Dann kann er von Spielern gefunden werden.

Zum Schluss sage ich noch TFTC - "Thanks for the Cache". Oder auf Deutsch: DFDC - Danke für den Cache! Viel Spaß beim Geocaching!

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