Bücherbus soll zum Jahresende ausrollen

Kreis Soest - Dieser Beschlussvorschlag bedeutet faktisch das Aus für den Bücherbus und gleichzeitig den Einstieg in eine völlig neue Form der Leseförderung:

Gemeinsam schlagen die Fraktionen von CDU und SPD für die Kreistagssitzung am Dienstag vor, unter der Leitung der Verwaltung eine interfraktionelle Arbeitsgruppe zu installieren, die ein umfassendes Konzept zur Leseförderung im Kreis Soest erarbeitet. Dafür sollen jährlich 50 000 Euro bereitgestellt werden, zunächst bis zum Jahr 2020. Gleichzeitig soll der Bücherbus-Betrieb zum Jahresende eingestellt werden.

 „Vordringliches Ziel ist die Leseförderung, insbesondere für Schulkinder“, betonen CDU und SPD in ihrem Antrag. Das alltägliche Leben werde immer stärker durch die zunehmende Digitalisierung geprägt, dies sei bei der Erarbeitung des Konzeptes zu berücksichtigen. Der Weiterbetrieb des Bücherbusses sei vor dem Hintergrund des Zeitalters der zunehmenden Digitalisierung und der vergleichsweise hohen Kosten nicht mehr zeitgemäß. Gleichzeitig betonen die Fraktionsvorsitzenden Ulrich Häken (CDU) und Wilfried Jäger (SPD) in ihrem Antrag; „Lesen ist ein hohes Kulturgut. Insbesondere Schulkinder sind zum Lesen zu motivieren. Deshalb ist der Gedanke der Leseförderung weiter zu verfolgen.“

 Erste Stichworte sind in diesem Zusammenhang Lesewettbewerbe, Autorenlesungen, Lesenächte, Lesefestivals von, mit und für Schüler und Jugendliche. Wie konkrete Maßnahmen zur Leseförderung ausgestaltet werden, soll die interfraktionelle Arbeitsgruppe erarbeiten. Auch die Hinzuziehung externen Sachverstandes sei möglich. Aktuell werden vom Bücherbus 3 000 Leserinnen und Leser mit Literatur versorgt. Das entspricht einem Prozent der Einwohner des Kreises. Die jährlichen Betriebskosten belaufen sich nach Angaben von CDU und SPD auf rund 300 000 Euro. Zwischenzeitlich angedachte und erprobte Konzepte, um die finanzielle Belastung für den Kreis, zum Beispiel durch Sponsoring zu senken, hätten sich als nicht erfolgreich herausgestellt. 

Zustimmung zu diesem Antrag hat bereits die FDP-Fraktion signalisiert. Die Mehrheit im Kreistag wäre somit deutlich.

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