Tipps für Gärtner

Garten-Tipps für den Herbst: „Tulpen-Käfig“ hilft gegen Wühlmäuse

Auch im Herbst sollte der Garten schön aussehen. Tulpen, diese anmutigen Zwiebelgewächse, sind im Beet die Königinnen. Wer sich an ihrer Pracht erfreuen will, muss jetzt pflanzen.

Soest - Tulpen: Es gibt sie in fast allen Farben und mit zahlreichen, teils exotisch anmutenden Blütenformen. Sie verschönern den Garten sehr - und sollten am besten noch zeitnah gepflanzt werden. Das ist eigentlich kein Problem, wenn da nicht die Wühlmäuse wären. Denn sie haben Tulpen zum Fressen gerne und freuen sich, wenn wir ihnen jetzt so viele Leckerbissen vor die Nase setzen.

PflanzengattungTulpe
FamilieLiliengewächse
VerbreitungNordafrika, Europa, Zentralasien
Verwendung alsZierpflanzen & Schnittblumen

Die handelsüblichen Tulpen-Körbe aus Plastik taugen meiner Meinung nach überhaupt nicht als Schutz vor hungrigen Wühlmäusen. Im Handumdrehen haben sie diese dünnen Gitterboxen durchgenagt und leeren sie komplett – und wir warten im Frühling vergebens auf die Tulpenpracht.

Garten-Pflege im Herbst: Mit Tulpen gegen Wühlmäuse - Schablonenbrett benötigt

Einzig Körbe aus Metall bieten auch im Herbst einen guten Schutz vor den gierigen Nagern. Man kann sie kaufen, sie sind allerdings ziemlich teuer. Man kann sie aber auch selber basteln, mit ein wenig Geschick und einem scharfen Seitenschneider.

Wir brauchen dazu Drahtgittter oder Kaninchendraht mit einer Maschenweite von einem Zentimeter, größer nicht, weil sich sonst junge Wühlmäuse durch die weiten Maschen einen Weg zur begehrten Garten-Pflanze bahnen können. Außerdem benötigen wir noch ein Schablonenbrett. Das sollte den gewünschten Grundriss des Korbs haben, am einfachsten ist ein rechteckiges Brett, vielleicht mit einer Kantenlänge von 30 Zentimetern.

Als erstes schneiden wir einen Drahtstreifen für die Seiten des Tulpen-Korbs. 20 Zentimeter Breite reichen aus. Die Länge errechnet sich aus dem Umfang des Bretts plus etwa fünf Zentimeter für die Überlappung.

Garten-Pflege im Herbst: Mit Tulpen gegen Wühlmäuse - Es braucht Geduld und Handschuhe

Wer seinen Garten mit Tulpen zieren will und dafür an einem geeigneten Korb bastelt, muss einige Dinge beachten: Für das Schneiden brauchen wir etwas Geduld und am besten auch Handschuhe, weil der Draht piksen kann. Dann benötigen wir noch einen Boden und einen Deckel, ebenfalls aus Draht, wir schneiden ihn in der Form unserer Schablone und geben an den Rändern noch etwa fünf Zentimeter zu, also bei unserem Beispiel von 30 Zentimetern werden Deckel und Boden 40 Zentimeter im Quadrat.

Wer sein Tulpenzwiebeln vor Wühlmäusen schützen möchte, baut am besten eine Gitterbox für sie.

Als erstes knicken wir unseren Seitendraht in der Umrissform der Schablone und verschließen den Rand an der Überlappung mit Hilfe eines Rödeldrahts. Dann legen wir das Schablonenbrett auf den Bodendraht, so dass wir an allen Seiten einen etwa fünf Zentimeter hohen Rand hochbiegen können. Wir setzen den Rand auf den Boden und befestigen ihn dort ebenfalls mit Rödeldraht. Zuletzt biegen wir so auch den Deckel in Form.

Garten-Pflege im Herbst: Mit Tulpen gegen Wühlmäuse - Korb bis zum Rand mit Erde ausgefüllt

Wir heben den Beetboden in Form unseres „Tulpen-Käfigs“ etwa 20 Zentimeter tief aus, setzen den Drahtkorb hinein, füllen gut fünf Zentimeter hoch mit Erde auf und gruppieren dann unsere Tulpen-Zwiebeln in den Korb in unserem Garten. Dann wird alles bis zum Rand mit Erde aufgefüllt, wir setzen den Deckel drauf, befestigen ihn mit etwas Draht und decken dann alles mit Erde ab. Am besten markieren wir die Mitte des Korbs noch mit einem kleinen Bambusstab, damit wir später wissen, wo genau wir ihn im Boden versenkt haben.

Ein solcher Drahtschutz empfiehlt sich auch für alle Allium-Arten (Zierlauch), die meiner Erfahrung nach ebenfalls zu den Leibspeisen der Wühlmäuse zählen. Narzissen hingegen und wohl auch Schneeglöckchen benötigen diesen Schutz nicht, denn die gierigen Nager verschmähen ihre Zwiebeln. Wer also einen Garten mit sehr hohem Wühlmausbesatz hat, der sollte vielleicht jetzt im Herbst statt der Tulpen auf das reichhaltige Narzissen-Sortiment für die Frühlingspracht zurückgreifen.

Gartentipps gibt es auch im Umgang mit Quitten. Die sind zwar eigenwillig, aber eben auch sehr lecker. Saisonal bedingt stellt sich die Frage, wie viel Ordnung die Natur überhaupt braucht. Egal ob im Herbst oder Frühling - es ist wichtig, das Beet mit den richtigen Nährstoffen zu versorgen*, wie 24garten.de berichtet. Kalk leistet Abhilfe, doch aufgepasst: Weniger ist mehr. - (Klaus Fischer) *24garten.de ist Teil des Ippen-Digitalnetzwerks.

Rubriklistenbild: © Sina Schuldt / dpa

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