Äpfel können Beitrag leisten

Garten-Experte gibt Tipps: So werden Tomaten durch Trocknen haltbar gemacht

Endspurt ist bei den Tomaten angesagt. Bevor die ersten Nachtfröste kommen, sollten wir so viele Früchte wie möglich ernten. Denn der Frost macht ihnen ein Ende. Die Tomaten sollten aber schon ausgewachsen sein. 

Soest - Sind diese noch grün, können wir sie im Haus nachreifen lassen. Bei zu kleinen unfertigen Tomaten funktioniert das nicht. Am besten legen wir sie in eine Schublade auf Papier dunkel aus, sodass sie sich nicht berühren. Dann kommen noch ein, zwei Äpfel dazu. Diese verströmen das Reifegas Ethylen, das die Tomaten schneller rot werden lässt.

Grüne unreife Tomaten sollte man nicht essen, weil sie Solanin enthalten, einen für Menschen giftigen Stoff. Ausnahme sind grüne Tomatenzüchtungen, die kein Solanin enthalten, wenn sie reif sind. Bei roten Fleischtomaten sollte man wegen des Solanins auch immer den grünen Stängelansatz ausschneiden.

Tomaten trocknen - Tipps und Tricks

Meistens ernten wir im Endspurt so viele rote Tomaten, wie wir sie nicht auf einmal frisch verbrauchen können. Ist ihre Haut unverletzt, halten sie sich einige Tage. Wir können die Ernte aber auch haltbar machen, und zwar durch Trocknen, das wir schon für Äpfel und Birnen kennen gelernt haben. Das funktioniert auch bei Tomaten.

Allerdings benötigen wir dafür auf jeden Fall einen Backofen oder einen Dörrautomaten. Denn Tomaten sind sehr wasserreich und brauchen deshalb mindestens die doppelte Trocknungszeit wie Äpfel. Das gilt übrigens auch für Pflaumen, Weintrauben und Aroniabeeren.

Tomaten können leicht getrocknet werden und erhalten dadurch einen besonders intensiven Geschmack.

Tomaten trocknen - 24 Stunden im Backofen

Weintrauben würde ich nicht trocknen, dabei entstehen Rosinen oder Sultaninen. Wegen des hohen Aufwands kaufe ich dieses Trockenobst lieber und esse die eigenen Weintrauben frisch, mache Saft und Gelee aus ihnen oder sogar Wein. Aroniabeeren brauchen mindestens 24 Stunden Trocknungszeit im Dörrautomaten, eher noch länger. Das liegt auch an der Schale dieser Früchte, die von Natur aus ein guter Schutz gegen Austrocknen ist.

Tomaten (und auch entsteinte Pflaumen) trocknen schneller, weil wir sie aufschneiden. Kirschtomaten halbieren wir (ebenso Pflaumen), größere schneiden wir in Viertel oder sogar Achtel. Die Früchte werden mit der Haut auf die Siebe des Dörrautomaten gelegt (oder den Rost im Backofen), damit sie nicht daran festkleben. Bei 50 bis 60 Grad Celsius werden die Früchte dann getrocknet, das dauert erfahrungsgemäß bis zu 24 Stunden. Beim Backofen bleibt die Tür einen Spalt offen (Kochlöffel einklemmen). Wir sollten zwischendurch immer wieder die Konsistenz prüfen. Trocknen wir zu lange, werden die Tomaten zäh.

Tomaten trocknen: Warum es funktioniert

Konservieren durch Trocknung funktioniert deshalb, weil wir den Mikroorganismen wie Hefen, Schimmel und Bakterien, die alle auch sehr gerne Tomaten mögen, die Lebensgrundlage entziehen, nämlich das Wasser. Wir können getrocknete Tomaten in Tüten aufbewahren.

Sind wir aber nicht sicher, ob sie trocken genug sind, oder wollen wir sie etwas weicher beim Biss, dann legen wir die Trockenfrüchte in Gläser ein, und zwar in gutes Olivenöl. Das ist die klassische Methode in Italien. Wir können in das Öl noch Kräuter geben wie Rosmarin, Thymian, Oregano und Knoblauch, je nach Geschmack. Durch das Trocknen erhalten die Tomaten einen intensiven vollmundigen Geschmack. So halten sie sich bis zu einem Jahr.

Tomaten trocknen: Einlegen - beliebte Methode aus dem Mittelmeerraum

Eine schnellere Methode des Einlegens stammt ebenfalls aus dem Mittelmeerraum. Die Tomaten werden geviertelt, auf Backpapier auf Ofenblechen ausgelegt und nach Geschmack leicht gewürzt mit Kräutern wie Thymian, Oregano, Majoran, Rosmarin sowie Pfeffer und Salz. Das Ganze wird dann im Ofen bei 180 Grad (Umluft) oder 200 Grad (Ober- und Unterhitze) eine Stunde lang gebacken. Zwischenzeitlich stellen wir sterilisierte Gläser bereit. Gut geeignet sind Gläser, in denen vorher Rotkohl, Gurken oder ähnliches eingemacht war (Wiederverwendung). Besondere Sorgfalt sollten wir beim Deckel walten lassen, denn er ist in der Regel die Schwachstelle für derart Eingelegtes. Ich koche die Deckel immer aus, nachdem ich vorher den Dichtring im Deckel geprüft habe. Im Zweifelsfalle müssen wir neue Deckel im Haushaltswarenladen besorgen.

Die gebackenen Tomaten (sie sind nicht durchgetrocknet, sondern noch ziemlich feucht) werden heiß in die Gläser dicht geschichtet, zusätzlich legen wir einen Zweig Rosmarin und Thymian bei, wer mag, gibt auch mehrere kleingehackte Knoblauchzehen dazu. Das Ganze übergießen wir dann mit angewärmten (50 bis 60 Grad) Olivenöl, etwa eine Kaffeetasse voll. Die Gläser werden sofort fest verschlossen und auf den Kopf gestellt zum Abkühlen. Innerhalb eines Jahres sollte alles verbraucht sein, besser eher, weil es ab Juli des nächsten Jahres wieder frische Tomaten gibt.

Der Herbst ist da: Was ist im Garten noch unbedingt zu tun? Experte Klaus Fischer gibt Tipps.

Rubriklistenbild: © Klaus Fischer

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