Frisur-Notstand

Die große Frage im Lockdown: Wer schneidet Ihnen jetzt eigentlich die Haare? - die Antworten der Promis

Die Friseure haben geschlossen - und daran wird sich so schnell wohl auch nichts ändern. Auf vielen Köpfen herrscht Wildwuchs, mancher greift selber zur Schere. Wir haben Promis aus dem Kreis Soest gefragt, wie sie im Lockdown auf dem Kopf in Form bleiben.

Kreis Soest - Auf den meisten Köpfen im Kreis Soest wird es aktuell wild aussehen: Die Haarfarbe wächst aus, Extensions fallen ab und Kurzhaarschnitte geraten völlig aus der Form. (News zum Coronavirus im Kreis Soest)

StadtSoest
Einwohner47.514 (31. Dez. 2019)
Fläche85,81 Quadratkilometer

„Das Gebot der Stunde lautet aber: Mut zum Ansatz. Mut zum Wachsenlassen,“ betont Friseur-Obermeister Norbert Bitter von der Friseur-Innung Soest-Lippstadt. Und weiter: „Bitte keine Selbst-Experimente mit irgendwelchen Färbungen oder Tönungen, sondern besser auf die Könner, die professionellen Hair-Retter warten!“

Louisa Bott ist der beste Friseur-Azubi im Kammerbezirk Dortmund. Unser Bild entstand im September im Friseursalon Jungeblut.

Friseure im Corona-Lockdown: „Wer schneidet Ihnen eigentlich die Haare?“

Auch im Kreis Soest müssten nach der neuesten Corona-Schutzverordnung die Salons bis zum 31. Januar weiterhin geschlossen bleiben, sagt der Obermeister. Viele Kunden warteten sehnsüchtig darauf, endlich (unter Einhaltung aller Hygieneregeln) zu „ihrem“ Friseur gehen zu können. Weil das so ist, haben wir Menschen mit und ohne „Matte“ gefragt, wie sie es handhaben im Lockdown. Hier die Antworten:

Friseure im Lockdown - das sagt die Bördekönigin:

Jonna Mabel Prange, Bördekönigin: „Ich war, glaube ich, im Juli zuletzt beim Friseur. Ich hätte mir also im Herbst noch die Haare beim Friseur schneiden lassen können, aber ich fand, es war nicht nötig. Vor gut einem halben Jahr habe ich mir eine Dauerwelle machen lassen, die wächst jetzt langsam raus und sieht schön natürlich aus mit ihren sanften Wellen.

Jonna Mabel Prange steckt die Haare gerne hoch.

In Sachen Friseur lasse ich es gemütlich angehen. Ich bin mit der Schere nicht verfeindet, vielmehr schneide ich mir gerne selber die Haare und die Spitzen, das mache ich auch zu Nicht-Corona-Zeiten und schneide auch schon einmal meinem Bruder die Haare.

Ich stecke meine Haare gerne teilweise hoch oder mache mir einen Halbzopf. Wichtig ist mir aber, die Haare regelmäßig zu pflegen, zum Beispiel mit Spülung und Kuren.“

Friseure im Lockdown - das sagt die Bürgermeisterin:

Maria Moritz, Bürgermeisterin Möhnesee: „Dass die Salons bis Ende des Monats geschlossen bleiben, ist natürlich richtig schlimm für die Betriebe. Für meine Frisur wird das aber sehr wahrscheinlich kein Problem werden, da ich noch kurz vor dem Lockdown einen Termin hatte und normalerweise nur alle acht bis zehn Wochen den Salon meiner Wahl besuche.

Bürgermeisterin Maria Moritz greift selber zur Schere.

Bei meinem Mann sieht das allerdings anders aus. Aber aus einem anderen Grund: Der hat mit mir nämlich die Friseurin in der Familie. Meine Mutter hat schon sehr früh darauf geachtet, dass ihre Tochter genau hinschaute und lernte, Sachen selber zu machen, wenn das möglich war.

Das habe ich dann auch bei den Friseurbesuchen gemacht. Dieses Wissen konnte ich später bei mir selbst und dann auch bei meinem Mann und meinen Kindern praktisch anwenden. Mit meinen langen Haaren brauche ich normalerweise nicht allzu lange, um sie in Form zu bringen, das ist ziemlich unkompliziert. Wenn es allerdings besondere Anlässe gibt, die dann auch besondere Sorgfalt erfordern, dann kann es schon eine Stunde dauern, bis ich fertig bin.“

Friseure im Lockdown - das sagt die Stimme von Elvis:

Rio - the voive of Elvis, Sänger: „Wenn das noch sehr lange dauern sollte, dann habe ich ein Problem, aber im Moment bin ich bei dem Thema noch ganz entspannt. Normalerweise habe ich so alle sechs Wochen einen Termin bei einem Friseur in Soest, bei dem ich sicher bin, dass er meine Haare so macht, wie Elvis sie trug.

Rio – the voice of Elvis hofft auf die nächste Show und vertraut seinem Friseur.

Das kriegt wirklich nicht jeder hin. Dabei richtet sich die jeweilige Frisur immer nach der nächsten Show, die terminiert ist. Also welche Zeitspanne in Elvis’ Karriere musikalisch im Mittelpunkt steht. Ich bin Perfektionist, da müssen dann auch die Haare passen. Ich bringe dann sogar Fotos aus der Zeit mit, und dann klappt das auch.

Wenn hoffentlich bald wieder Shows möglich sind, werden ja sicher auch die Friseure wieder öffnen, sodass Elvis dann nicht mit einem Zopf auf die Bühne muss.“

Friseure im Lockdown - das sagt der Influencer:

Kevin Yanik, Influencer aus Soest: „Ich lasse mir die Haare zurzeit von einem Freund schneiden, der das sehr gut kann. Er kommt dazu einmal die Woche zu mir nach Hause. Ich bin immer begeistert, wenn die Frisur sitzt.

Kevin Yanik braucht gerade ganz viel Haarspray.

Denn meine Haare sind für mich das A und O – wenn die nicht liegen, dann habe ich einen schlechten Tag. Ich würde niemals im Leben ungestylt rausgehen. Deshalb trage ich aktuell auch oft eine Kappe. Bei der TV-Show „Are You The One?“, an der ich im vergangenen Jahr teilgenommen habe, war ich auch dafür bekannt, dass ich am längsten gebraucht habe für meine Haare.

Ich benutze etwa drei- oder viermal am Tag Haarspray, damit die Strähnen richtig liegen. Die Frisur ist mir so wichtig: Wenn der Friseur es nicht gut macht, bin ich enttäuscht und drei Tage richtig depressiv.“

Friseure im Lockdown - das sagt der Bürgermeister:

Malte Dahlhoff, Bürgermeister Bad Sassendorf: „Ich kann dazu mitteilen, dass ich einerseits das Glück hatte, dass mein letzter Besuch beim Friseur noch vor dem aktuellen Lockdown geplant war und kurz vorher auch stattgefunden hat. Dazu muss ich nicht mit Farbe arbeiten. Deshalb ist es noch ganz ok, wird sich in den nächsten Wochen aber wohl noch ändern.

Malte Dahlhoff würde es mit Haarwachs versuchen.

Dann werde ich versuchen, die Haare mit Haarwachs weiter zu bändigen und versuchen, es einfach hinzunehmen, wohl wissend, dass andere ebenfalls in der Situation sind.

Persönlich hätte ich vor einem Jahr nicht geglaubt, dass Corona uns so trifft und dass es auch eine „haarige“ Angelegenheit wird. Gleichwohl bin ich froh, dass ich dieses „Problem“ habe und bisher nicht mit immer weniger werdenden Haaren zu kämpfen habe.“

Friseure im Lockdown - das sagt die Werler Salzkönigin:

Ina Waindzoch, Werler Salzkönigin: „Während des Lockdowns kann ich ja nicht zum Friseur. Weil ich lange Haare habe, fallen ein paar Zentimeter mehr ja auch nicht auf. Zu normalen Zeiten unterstütze ich die Werler Friseure.

Ina Waindzoch ist beim Haarewaschen umweltbewusst.

Da bin ich aber nicht auf einen bestimmten Salon festgelegt und nehme den, bei dem ich am schnellsten einen Termin bekomme. Alle drei Monate habe ich dann die Spitzen schneiden lassen – zwei bis drei Zentimeter.

Bis ein Friseurbesuch wieder möglich ist, werde ich mich daher auf die Haarpflege konzentrieren, zum Beispiel mit Argan-Öl für die Haarspitzen. Und ich benutze aus Umweltgründen statt des flüssigen Shampoos inzwischen ein gut schäumendes Seifenstück zum Haarewaschen. Das sollte jeder mal ausprobieren, denn es spart auf Dauer gesehen ganz viel Plastikverpackung.“

Friseure im Lockdown - das sagt die Frieurmeisterin“

Vanessa Swanston, Frieurmeisterin: „Ich lasse mir zurzeit gar nicht die Haare schneiden. Ich habe sehr lange Haare, die werden ohnehin nur sehr selten geschnitten. Ich flechte mir die Haare und stecke sie auf, dadurch bleiben die Haarspitzen gesünder und optisch sehen die Haare auch nicht splissig aus.

Vanessa Swanston lässt es erstmal wachsen.

Ich komme gar nicht erst auf die Idee, jetzt im Augenblick und bei Corona mir von einer Kollegin die Haare schneiden zu lassen. Ich bekomme aber mit, dass sich viele Paare gegenseitig zu Hause die Haare schneiden.

Viele haben sich eine Haarschneidemaschine im Internet bestellt und legen damit los. Anderen kommt die Kälte gerade recht: Da können sie eine Mütze aufsetzen und ihre Haare drunter verstecken.“

Friseure im Lockdown - das sagt der Banker:

Klaus Eickenbusch, Sparkassen-Vorstand, Sparkasse Soest-Werl: „Ich habe zwei Antworten auf diese haarige Frage: 1. Ich lasse zu, dass die Haare ein Stückchen länger werden und 2. ab und zu meine Frau an meinen Kopf, damit sie mit dem Rasierer die Konturen optimieren kann.

Ich weiß aber nicht, wie lange ich das noch aushalte. Normalerweise gehe ich alle vier Wochen zum Friseur. Als Kurzhaarträger sind solche Besuche schließlich häufiger einzuplanen. Im schlimmsten Fall und bei noch längerem Lockdown könnte ich mir eine Radikalkur vorstellen: Dann macht der Rasierer eben ganz kurzen Prozess.

Klaus Eickenbusch zieht zur Not eine Radikalkur in Betracht

Denn Zopf-Träger zu werden, das kann ich mir für meine Person nicht vorstellen. Manchen Männern steht das ja und wenn’s ordentlich und gepflegt ist, warum nicht...“

Rubriklistenbild: © Peter Dahm

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