Bilanz für den Kreis Soest

Südliche Soester Börde vom Sturm am schlimmsten erwischt

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Wie hier im Warsteiner Stadtgebiet mussten Einsatzkräfte der Feuerwehren überall im Kreis umgestützte Bäume von Fahrbahnen räumen.

Kreis Soest – Alles andere als spurlos ist der Sturm am Wochenende an der Börde vorbei gegangen, aber so schlimm wie Vorgänger „Friederike“ im vergangenen Jahr war er dann doch nicht. Das verdeutlicht die Einsatzbilanz der Feuerwehren im Kreisgebiet, die Kreisbrandmeister Thomas Wienecke gegenüber dem Anzeiger zog. 

Waren Einsatzkräfte der Feuerwehren bei Friederike noch über 900 Mal ausgerückt, wurden am Samstag 70 Alarmierungen gezählt, die meisten davon im Stadtgebiet von Soest, am Sonntag dann aber mit 286 deutlich mehr. 

Bei denen lag der Schwerpunkt auf dem Bereich Haarstrang: Vor allem in den Gemeinden Ense, Möhnesee und Warstein mussten die Wehren immer wieder Sturmschäden beseitigen. 

In den meisten Fällen, so Wienecke, ging es dabei darum, umgestürzte Bäume von Fahrbahnen zu entfernen – im Möhneseer Ortsteil Neuhaus waren zwei so dicht vor und hinter einem Fahrzeug gefallen, dass die Passagiere im Inneren von der Feuerwehr aus dem Wagen befreit werden mussten. Sie blieben unverletzt.

Mutter mit zwei Kindern in Lippstadt gegen Baum geprallt

So viel Glück hatten eine Mutter (28) und ihre zwei kleinen Kinder aus Lippstadt nicht, die gegen 18.40 Uhr in der Nähe von Lippstadt zwischen den beiden Ortschaften Dedinghausen und Ehringhausen unterwegs waren. Nachdem die Frau eine Absperrung umfahren hatte, prallte sie mit ihrem Wagen ungebremst auf einen umgestürzten Baum – alle drei Insassen wurden nur leicht verletzt. An dem Wagen entstand zirka 10.000 Euro Sachschaden.

Nur ein paar Hundert Meter jenseits der Kreisgrenze starb dagegen ein 47-jähriger Autofahrer aus Bad Fredeburg am Sonntagnachmittag, als ein umstürzender Baum auf seinen Wagen fiel, mit dem er auf der L 776 unweit von Rüthen-Kallenhardt unterwegs war. Seine Beifahrerin konnte das Fahrzeugwrack unverletzt verlassen.

Frühzeitig auf drohende Lage eingestellt

Die Feuerwehren hatten sich frühzeitig auf die zu erwartende Lage eingestellt und alle Gerätehäuser besetzt. Das habe, so Thomas Wienecke, nicht nur die Einsatzzeiten verkürzt, sondern auch dazu beigetragen, die Gefährdung der Einsatzkräfte auf dem Weg von Wohnort zum Gerätehaus zu minimieren. 

Durchaus überrascht zeigte sich der Kreisbrandmeister allerdings von dem Weg, den das Sturmtief durchs Kreisgebiet nahm: Die Prognosen im Vorfeld hatten noch vermuten lassen, dass vor allem die nördliche Börde betroffen sein würde – tatsächlich waren es dann aber vor allem die südlichen Bereiche, die gerade am Sonntag die stärksten Böen abbekamen.

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