Mit mehreren Bildergalerien

Sattel-Fest: Fahrrad-Versteigerung macht Laune - obwohl Selbstversuch erfolglos bleibt

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Die Auktion war gut besucht

Eigentlich lautet der Auftrag: Wir ersteigern uns ein Fahrrad beim Sattel-Fest und lassen es bei einem Könner unseres Vertrauens wieder flott machen. Doch manchmal kommt es eben anders, wie unsere Autorin es erleben konnte.

20 Euro für das schicke silberne Damenrad der Marke Herkules? Da geht noch was. Gerade will ich mehr bieten bei der großen Fahrradauktion des Sattel-Festes, da fange ich den Blick meiner Nachbarin auf. Sie hat die 20 Euro geboten und laut und deutlich genug für alle dazugesetzt: „Wir brauchen dringend ein billiges Rad für die Kinder im Kinderheim.“ 

Da weiß ich: Wenn ich jetzt weiter biete, ziehe ich mir den Zorn des gesamten Welveraner Marktplatzes zu, und der ist gut gefüllt mit Besuchern. Außerdem fühle ich mich schlecht. Ich biete nicht, und sie bekommt den Zuschlag. Später bedankt sich Daniela Seifert, ihre drei Schützlinge lächeln, weil ihnen Auktionator Detlev Westphal zusätzlich ein Eis spendiert. Und ich fühle mich toll. Dabei war „Herkules“ das einzige einigermaßen akzeptable Damenrad an diesem Nachmittag im Auktionslot. Es war komplett mit Lampe, die Gangschaltung funktionierte, die Klingel auch. Nur die Reifen hätten etwas Luft gebrauchen können.

"Alles in Soest geklaut"

Warum er diesmal nur zwölf „alte Möhren“ im Angebot hatte, war für den Auktionator völlig klar: „Die sind alle nach dem Schützenfest in Soest geklaut und in Welver abgestellt worden.“ Jetzt war es an ihm, die alten Schätzchen an den Mann – oder wen auch immer – zu bringen. 

Hier geht's zu unserem Bericht über das Sattel-Fest

Und dazu war ihm jedes Mittel recht. Kaum hatte er das erste Rad für fünf Euro angeboten, schrie irgendwo jemand. „Hier!“, hörte Westphal. „Vier!“, hatte der andere gemeint. Dafür bekam er das Rad und obendrein ein Bier, weil das ja fast genauso klingt wie „hier“ und „vier“. Ralle aus Heessen fand sich plötzlich im Besitz eines „Tiffy-Mobils“ wieder, das er eigentlich gar nicht wollte. 

Und das Peugeot-Damenrad – das einzige, das aus Paris und nicht aus Soest kam – ging an die „Paris Hilton von Welver“. Schlagfertig war Westphal in seiner Rolle auch. Als ich einmal fünf Euro als erstes Gebot abgab und mein Nachbar mit 5,01 Euro konterte, wusste der Auktionator gleich Bescheid: „Die Schotten haben Welver erreicht!“

Und wenn alle Argumente nicht halfen, zog er seine Trumpfkarte: „Das gute Stück hier kann man für kleines Geld schön weiß anstreichen, ein paar Blümchen drauf und dann ab in den Garten. Sieht prima aus.“ Am Ende hatte Westphal alle Räder untergebracht. Was die neuen Besitzer damit machen, verrieten sie nicht (bis auf Daniela Seifert, die ja schon gesagt hatte, wofür die das Rad dringend braucht). Vielleicht finden sich ja tatsächlich einige „ganz in Weiß“ in Welveraner Vorgärten wieder. Ich habe nichts ersteigern können – aber eine gute Tat vollbracht.

Hier all unsere Bildergalerien zum Sattel-Fest:

Sattel-Fest 2019 zwischen Hamm und Soest - Teil 1

Sattel-Fest 2019 zwischen Hamm und Soest - Teil 2

Sattel-Fest 2019 auf der Strecke in Osttünnen Teil 1

Sattel-Fest 2019 auf der Strecke in Osttünnen Teil 2 

Sattel-Fest 2019 auf der Strecke in Osttünnen Teil 3

Sattel-Fest 2019 auf der Strecke in Osttünnen Teil 4

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