1. Soester Anzeiger
  2. Lokales
  3. Kreis und Region

Ekel gegen Ekel: Gegen Eichenprozessionsspinner werden jetzt Fadenwürmer versprüht

Erstellt:

Kommentare

Eichenprozessionsspinner in Welver an der Bördehalle
Eichenprozessionsspinner breiten sich - wie hier im Jahr 2019 an der Bördehalle in Welver - immer stärker im Kreis Soest aus. © Voß

Es juckt, es brennt, es kommt zu Hautausschlägen und Atemwegseinschränkungen: immer mehr Menschen kommen mit den Gifthaaren des Eichenprozessionsspinners in Kontakt. Jetzt sollen Fadenwürmer den gefährlichen Insekten den Garaus machen.

Kreis Soest - Durch die Klimakrise und die damit verbundene Erderwärmung breitet sich die unliebsame Raupe immer weiter aus. Auch im Kreis Soest. Seit einigen Jahren sind die Mitarbeiter von Straßen-NRW schon dabei, den Eichenprozessionsspinner zu bekämpfen.

TierEichenprozessionsspinner
OrdnungSchmetterlinge
FamilieZahnspinner

Neben der Absaugung, die auch weiterhin durchgeführt wird, bekommen Sie jetzt Unterstützung, und zwar rein biologisch: Fadenwürmer, sogenannte Nematoden, nehmen ab Montag, 3. Mai, ihren Dienst auf. 

Eichenprozessionsspinner im Kreis Soest: 700 Bäume betroffen

„Die Nematoden sind in einer Spritzbrühe enthalten, die wir in den Abendstunden an Geh- und Radwegen im ganzen Kreis über rund 700 betroffene Bäume versprühen“, klärt Jörg Güthoff von der Straßenmeisterei Erwitte auf.

Sie heften sich zur Vermehrung an die Raupen des Eichenprozessionsspinners und sondern ein Bakterium ab, das die Raupen tötet. „Die toten Raupen sind für den Menschen nicht länger gefährlich“, weiß Güthoff. „Die kleinen allergieauslösenden Härchen sind bis dahin noch nicht ausgebildet.“

Fadenwürmer gegen Eichenprozessionsspinner
Mit einer speziellen Vorrichtung werden die Fadenwürmer in die befallenen Bäume gesprüht © Straßen NRW

Loslegen wollen die Mitarbeiter der Straßenmeisterei, sofern das Wetter es zulässt, ab Montag, 3. Mai. Ab 20 Uhr am Abend beginnen die Sprüharbeiten von Straßen NRW. „Wir werden etwa vier Wochen abends bis in die Nacht hinein an Geh- und Radwegen im Kreis unterwegs sein“, kündigt Güthoff an. Begonnen wird im Raum Lippetal. Etwa 14 Tage nach dem ersten Besprühen soll es einen zweiten Behandlungsgang geben. Bei Regen und starkem Wind wird der Einsatz verschoben.

Auch interessant

Kommentare