Die Hitze ist nur ein Teil des Problems

Mähdrescher und Pressen in Flammen: Dieser Fehler löst das Feuer aus

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Am Mittwoch stand eine Ballenpresse am Haarweg in Flammen.

Soest - Als ob sie wegen der anhaltenden Trockenheit nicht schon genug Sorgen hätten. Die Landwirte haben in diesen Tagen bereits mehrfach Brände beim Ernteeinsatz auf den Feldern wegstecken müssen. Wir haben einmal nachgehakt:

Die derzeitige Gluthitze begünstigt solche Brände zwar, Auslöser aber ist sie nicht. „Die Sonnenwärme allein bringt kein Stroh oder Getreide zum Brennen“, sagt Burkhard Schröer. Er ist Geschäftsführer des Landwirtschaftlichen Kreisverbands Soest und bekommt wie viele andere Beobachter gerade mit, wie sich die Brände auf den Bördefelder häufen. 

In Weslarn, in Lippetal und jetzt auch noch auf der Haar gerieten Mähdrescher und Strohpressen in Brand und entzündeten das Stroh. „Die Lager an den schweren Maschinen laufen heiß“, erläutert Schröer. Womöglich infolge nicht genügender Wartung, sprich: Schmieren des Motors. 

Außentemperatur spielt keine große Rolle

Wenn also die Metallteile ohne Ölfilm aufeinander reiben, werden sie glühend heiß. Gerät dann Stroh in Kontakt ihnen, bricht Feuer aus. Ob bei den Temperaturen von oft mehreren hundert Grad an den Eisenteilen draußen eine Lufttemperatur von 35 oder „nur“ 25 Grad herrscht, kann vernachlässigt werden. 

Großeinsatz für Feuerwehr Möhnesee: Ballenpresse und trockenes Feld in Vollbrand

Die anhaltende Hitze und Trockenheit aber begünstigen das Ausmaß der Schäden. „Wie Zunder“ schlagen die Flammen hoch und breiten sich rasch aus. Jeder Hektar Getreide, der so zu Schaden kommt, schlägt bei den Landwirten mit 1500 bis 2000 Euro zu Buche, erläutert Schröer.

Sind die Bauern versichert?

Für den Schaden müssen die Bauern allein aufkommen. Sie haben zwar Versicherungen für ihre Anlagen und Hofstellen abgeschlossen, aber nicht für Ernteausfälle durch Brände.

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