Belecker Unternehmen HarresKind setzt Läden in Szene

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Ein ganzheitliches Bild, vom Boden über die Warenpräsentation in den Regalen bis zur Decke, ist heute das Maß der Dinge.

Belecke - Das Auge isst nicht nur mit, es kauft auch mit. Das gilt ebenso für die Ohren und die Nase. Lebensmittel, Bekleidung, Artikel des täglichen Bedarfs – wenn der Kunde auf Shoppingtour geht, werden alle Sinne aktiviert. Wie genau das so geschehen kann, dass er sich dabei wohlfühlt, darüber macht sich Stefanie Börsch viele Gedanken.

Sie ist Innenarchitektin, Konstrukteurin und wie die anderen der rund 140 Mitarbeiter bei HarresKind in Belecke auf einer Mission: „Denken, was möglich wird“ lautet die. Dazu werden nicht nur viele gute Ideen entwickelt, sondern auch so überzeugend umgesetzt, dass das Unternehmen bundesweit unter den Top 3 der Ladenbauer rangiert. 

Wer glaubt, dass das Leben vor allem voller Zufälle ist, der liegt bei den Produkten, die von den Werkshallen nördlich von Belecke aus in Ladenlokale überall in Deutschland und ins angrenzende Ausland geliefert und montiert werden, ziemlich daneben. „Jede Oberfläche, jeder Winkel, jede Schweißnaht, sogar jede Schraube und die dazugehörige Unterlegscheibe werden designt“, beschreibt Börsch das. 

Sie fügt hinzu: „Das erwarten die Kunden von uns, und das ist auch ein wichtiger Grund dafür, warum wir erfolgreich sind“. 

Der Markt ist ebenso groß wie hart umkämpft. Beispiel Lebensmitteleinzelhandel: Dessen Verkaufsfläche summiert sich im gesamten Land auf rund 120 Millionen Quadratmeter – schon seit einigen Jahren fast unverändert, Menschen können eben nur so viel essen. Um neue Kunden zu gewinnen oder die alten zu halten, ist der Dreh an der Preisspirale endlich – der Einzelhandel, inklusive der Discounter, setzt verstärkt auf Wertigkeit. Und beschert einem Unternehmen wie HarresKind damit die Aufträge, die es braucht, um kontinuierlich und nachhaltig zu wachsen. 

Diese Aufträge kommen nicht zuletzt von den Großen der Branche wie  Rewe, Marktkauf und Netto, die beide zur Edeka-Gruppe gehören – Konkurrenten und HarresKind-Kunden gleichermaßen. Ein Problem? „Überhaupt nicht“, versichert Geschäftsführer Rainer Cordes und verweist gelassen auf das in jahrelanger Zusammenarbeit gestählte Vertrauensverhältnis mit den Auftraggebern. 

Allerdings wird es auch für das Unternehmen im Warsteiner Norden zunehmend schwieriger, entsprechend qualifizierte Mitarbeiter für die Metallverarbeitung zu finden – zum Beispiel Schweißer. „Wir würden auch gerne mehr Auszubildende einstellen“, erklärt Betriebsleiter Jürgen Schulte. 

Die hätten sicher keine Langeweile: Die Produktion von Regalsystemen, sowohl in kleineren als auch in größeren Stückzahlen, erfordert absolute Präzision und technisches Können, das ständig weiterentwickelt werden will. Und natürlich ist auch das gemeinsame Entwickeln von ganzheitlichen Konzepten und deren Realisierung eine immer wieder neue und spannende Herausforderung. 

Was dabei am Ende herauskommt und in den Läden der Auftraggeber montiert wird, soll aber möglichst so gut sein, dass es die Kunden bewusst im Detail gar nicht wahrnehmen – sie sollen sich schließlich ganz auf ihr Einkaufserlebnis einlassen können. 

Auf die Details kommt es an, kein Element wird dem Zufall überlassen.

Und dafür denkt Stefanie Börsch, natürlich immer in Absprache mit ihren Kunden, wirklich an alles: Form, Farbe, Fläche, Funktion, sogar die Akustik – alles muss mit allem zusammen harmonieren und sich einfügen in ein gestalterisches Gesamtkonzept, das von HarresKind, nicht zuletzt dank der Ressourcen eines Unternehmens mit finanziell potentem Backup, ganzheitlich umgesetzt werden kann. 

Ganz besonders hängt Stefanie Börschs Herz an dem von ihr mitentwickelten „Vintage-Konzept“: Statt weitgehend seelenlose Hochglanzoptik zu forcieren, will das eher an die guten alten Marktzeiten erinnern mit rustikalem Charme, alles andere als glatten Oberflächen und einem Materialmix, bei dem auch auf Holz gesetzt wird – oder zumindest auf beschichtete Platten mit einer optisch holzigen Oberfläche. Perfekt unperfekt eben. 

"Die Supermarkt-Inszenierung"

„Wir müssen uns von den Discountern durch eine ganzheitliche Supermarkt-Inszenierung positiv abheben“, erklärt der Soester Kaufmann Karsten Nüsken, unter anderem Inhaber des Edeka-Marktes am Rigaring, seine Anforderungen an eine zeitgemäße Präsentation der Produkte. In seinem Laden in Ennigerloh hat er das Vintage-Konzept in der Textilabteilung gemeinsam mit HarresKind umgesetzt – und ist begeistert. „Das ist wirklich sehr gelungen und zahlt sich auch aus“, freut er sich. 

Und das ist schließlich, bei aller Freude am Kreieren und Entwickeln von „Inszenierungen“, die Grundlage für den Erfolg – für Nüsken ebenso wie für HarresKind.

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