Möhnesee, Wickede, Rüthen

Flüchtlings-Unterkünfte im Kreis Soest ohne Corona - so beschreibt eine Bewohnerin das Leben in der ZUE

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Die ZUE in Möhnesee-Echtrop: Das Leben der Bewohner findet dort derzeit nur in kleinen Gruppen statt.

Die Flüchtlings-Unterkünfte im Kreis Soest sind derzeit frei von Corona-Fällen. Das Leben in den Unterkünften findet derzeit nur in kleinen Gruppen statt.

  • In keiner ZUE im Kreis Soest gibt es derzeit Coronavirus-Fälle.
  • In den Einrichtungen herrschen Abstands-Regeln.
  • Wir haben mit einer Bewohnerin gesprochen.

Möhnesee/Wickede – In den Zentralen Unterbringungseinrichtungen im Kreis Soest gibt es derzeit keine Coronavirus-Fälle. Das ergab eine Recherche bei der Bezirksregierung Arnsberg, nachdem in einer Flüchtlingsunterkunft in St. Augustin nahe Bonn eine starke Ausbreitung des Coronavirus bekannt geworden war.

„Momentan haben wir Gott sei Dank keine Verdachtsfälle oder Infizierten“, erklärte Christoph Söbbeler, Sprecher der Bezirksregierung Arnsberg. Demnach seien derzeit auch keine Massentests in den Einrichtungen in Möhnesee-Echtrop, Wickede-Wimbern und Rüthen vorgesehen. 

ZUE in Corona-Zeiten: Für alle Flüchtlinge geht es zuerst nach Bochum

Flüchtlinge, die in der aktuellen Lage nach Nordrhein-Westfalen kommen, würden zuerst eine Landeserstaufnahme in Bochum durchlaufen. „Dort werden die Menschen vor der Tür auf Fieber kontrolliert und intensiv befragt, um einzuschätzen, ob von ihnen ein Risiko ausgeht“, schilderte Söbbeler. 

Aus Bochum geht es für die Flüchtlinge anschließend in eine Erstaufnahmeeinrichtung, von denen es in jedem der fünf Regierungsbezirke eine gibt. „Diese werden momentan maximal zu 70 bis 80 Prozent ausgelastet, um den Einrichtungen im wahrsten Sinne des Wortes mehr Luft zu verschaffen.“

ZUE während Coronavirus: Erst nach 14 Tagen geht es weiter

Erst nach 14 Tagen, wenn eine mögliche Inkubationszeit vorüber wäre, steht der Transfer in eine Zentrale Unterbringungseinrichtung an. Dort erwartet die Neu-Bewohner ein medizinischer Check, eine intensive Befragung und fortlaufende Aufklärung durch Schautafeln und Info-Blätter in verschiedenen Sprachen.

„Die Öffnungszeiten der Sanitätsstationen wurden in den Einrichtungen ausgeweitet. Wenn die Bewohner Symptome verspüren, sollen sie diese Stationen umgehend aufzusuchen“, erklärt Söbbeler. Mahlzeiten und andere gemeinsame Betätigungen sind nur in „Teilgruppen“ möglich, ein Besuch der Unterkunft von Außenstehenden ist aktuell nicht möglich.

Weitere Unterkünfte für mehr "Spielraum bei der Belegung"

Für „weiteren Spielraum bei der Belegung“ gibt es im Regierungsbezirk Arnsberg zudem zwei zusätzliche Einrichtungen – in einer Jugendherberge an der Biggetalsperre und in der zwischenzeitlich geschlossenen ZUE in Rüthen.

Eine Ausgangssperre wegen des Coronavirus’ gibt es für die Bewohner der Zentralen Unterbringungseinrichtungen nicht – sie können sich weiter auch außerhalb der Unterkunft frei bewegen. So konnten wir vor der ZUE in Echtrop mit einer Bewohnerin über die Situation sprechen: Sonia kam mit ihrem Mann und der Tochter aus dem nordafrikanischen Algerien nach Echtrop.

ZUE-Bewohnerin hat keine Angst und zeigt Verständnis

Sie macht einen fröhlichen Eindruck, während sie den Kinderwagen ihrer kleinen Tochter schaukelt und bestätigt, dass das Leben in der ZUE derzeit nur in festen Kleingruppen vonstatten gehe. Auf Englisch erklärt sie, dass sie und ihre Familie keine Angst vor dem Virus hätten, aber dennoch froh seien, dass es keine bestätigten Corona-Fälle in Echtrop gibt. 

Für die Abstands-Maßnahmen habe sie Verständnis. Auch bei den anderen Bewohnern spüre sie Gelassenheit im Umgang mit dem Coronavirus.

Alle aktuellen Informationen zum Coronavirus im Kreis Soest finden Sie in unserem News-Ticker.

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