Abitur 2020 

So erhalten die Abiturienten in Corona-Zeiten ihre Zeugnisse 

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Andreas Heihoff, Direktor des Conrad-von-Soest-Gymnasiums, ist ebenso wie viele seiner Kollegen dafür, die Zeugnisvergabe an die Abiturienten in kleinen Gruppen und zeitversetzt durchzuführen. 

Soest/Werl  - Die Abiturienten dieses Jahrgangs mussten schon auf vieles verzichten: Ihre Motto-Woche, den letzten Schultag, ihren Abiball. Jetzt denken die Schulleitungen darüber nach, in welchem kleinen Rahmen dennoch eine persönliche Zeugnisübergabe stattfinden kann. 

„Es ist wirklich schade, dass die Abiturienten auf so viel verzichten müssen. Unsere Schüler können sich darauf verlassen, dass wir uns etwas einfallen lassen werden, wie sie ihre Zeugnisse persönlich erhalten, um die Schule in guter Erinnerung zu behalten. Meine Schüler liegen mir sehr am Herzen“, verspricht Martin Fischer, Direktor des Aldegrever-Gymnasiums. 

„Wir werden unsere Schüler persönlich verabschieden, wie genau das aussehen wird, weiß ich noch nicht“, sagt Andreas Heihoff, Leiter des Conrad-von-Soest-Gymnasiums. Die Zeugnisvergabe finde am 26. Juni statt, bis dahin sind es noch knapp sechs Wochen. Die Verordnungen und Bedingungen könnten sich bis dahin schnell ändern. Zurzeit werde an der Schule in kleinen Gruppen Präsenzunterricht erteilt, von daher spräche nichts dagegen, dass die Schüler in der Schule persönlich ihre Zeugnisse erhalten. „Ich möchte das Ende der Schullaufbahn für die Abiturienten auf alle Fälle mit einem kleinen festlichen Rahmen und persönlich beenden, wie genau, das wird noch geplant.“ 

Coronavirus im Kreis Soest: Rosen am Soester Archigymnasium 

Auch die Abiturienten des Archigymnasiums werden ihre Zeugnisse nicht per Post erhalten. „Es wird einen würdevollen und angemessenen Rahmen geben“, sagt Steffen Hunecke, Oberstufenkoordinator am Archi. Wie genau der aussieht, müsse man der dann aktuellen Erlasslage anpassen. Ob die Schüler einzeln oder in kleinen Gruppen, eventuell auch mit den Eltern, ihre Zeugnisse erhalten, werde in den kommenden Wochen besprochen. „Es wird für die Abiturienten rote Rosen, das Grundgesetz und eine ökumenische Aktion mit Segenswunsch der Kirchen geben. Und wir werden uns noch ein paar Sachen einfallen lassen“, verspricht Hunecke. In Absprache mit den anderen Gymnasien wird die Zeugnisübergabe am Freitag, 26. Juni, stattfinden. Hunecke: „Alles nach dem Stand jetzt.“ 

An der Soester Hannah-Arendt-Gesamtschule will man auch die Eltern mit ins Boot holen. „Die Schüler und Eltern sollen mit uns gemeinsam überlegen, wie die Zeugnisvergabe in diesem Jahr aussehen kann. Die Übergabe könnte in kleinen Gruppen erfolgen, wir sind im Kollegium laufend im Gespräch“, erklärt Kerstin Haferkemper, Leiterin der Gesamtschule. Auch für die Zehner soll es einen kleinen feierlichen Abschied geben. Die Abiturienten bleiben optimistisch und haben ihren Abiball auf Oktober verlegt. 

Coronavirus im Kreis Soest: Die Schulzeit soll nicht mit einem Brief zu Ende gehen

Auch am Werler Ursulinengymnasium wird überlegt, wie eine persönliche Zeugnisübergabe aussehen könnte. „Wir besprechen das mit den Schülerinnen und Schülern, auf keinen Fall erhalten sie ihre Zeugnisse mit der Post. Es kann nicht sein, dass eine so wichtige Zeit wie die Schulzeit mit einem Brief zu Ende geht“, sagt Schulleiterin Anne-Kristin Brunn. Ob mit oder ohne Angehörige, allein oder in Gruppen, das werde später entschieden und der aktuellen Corona-Lage angepasst. Wichtig ist ihr, dass die jungen Leute in die Planung mit einbezogen werden. „Die Schülersprecher sind mit ihren Mitschülern im Gespräch.“ Um die Hygienevorgaben einzuhalten, könne man die Veranstaltung zeitlich auch strecken. Außerdem seien die Schule und das Schulgelände groß. Alle weiteren konkreten Planungen will man erst nach den Abitur-Prüfungen, die zurzeit ja noch laufen, angehen.

Alles zum Coronavirus im Kreis Soest

 „Die diesjährigen Abiturienten mussten so viele Einschränkungen erdulden, dass eine persönliche Zeugnisübergabe unbedingt sein muss“, sagt Michael Prünte, Direktor des Marien-Gymnasiums Werl. Dieser spezielle Abiturjahrgang sollte nicht „sang und klanglos“ gehen. Die Zeugnisübergabe für die 127 Absolventen würde draußen stattfinden. Eine Vergabe ohne die Eltern könne sich Prünte nicht vorstellen, denn die hätten ihr Kind schließlich 18 Jahre lang begleitet. Die Übergabe soll in kleinen Gruppen, verteilt auf mehrere Zeitpunkte, erfolgen.

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