Nächster Schritt im Kampf gegen die Pandemie

Coronavirus im Kreis Soest: Impfung bald beim Hausarzt

Aufgezogene Spritzen mit dem Corona-Impfstoff des Pharmaunternehmens Astrazeneca liegen im Zentralen Klinischen Krankenhaus des Ministeriums für Inneres und Verwaltung auf Mull.
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Diese Spritzen kann es schon bald in der Hausarztpraxis geben.

Im Impfzentrum herrscht reger Betrieb. Aber erklärtes Ziel ist es, die Impfungen so schnell wie möglich in die Hausarztpraxen zu verlagern. Das soll, so stellt die Politik in Berlin in Aussicht, schon im März oder April geschehen. Das sagen die Hausärzte dazu:

„Impfen ist eine hausärztliche Tätigkeit. Schutzimpfungen machen wir jeden Tag, also können wir natürlich auch gegen Covid impfen“, stellt Dr. Heinz Ebbinghaus klar.

Dem Statement des Hausärzteverbandes Westfalen-Lippe, wonach es wünschenswert wäre, so schnell wie möglich die Impftätigkeit gegen Corona in die Hausarztpraxen zu verlagern, kann der Sprecher der Soester Kassenärzte darum nur zustimmen: Hausärzte können und sollten gegen Corona impfen, um die gewünschte „Herdenimmunität“ schneller zu erreichen.

Corona-Impfung beim Hausarzt: Zeitplan noch ungewiss

Wegen der Bürokratie, der Logistikfragen oder wegen des „Rummels“, der mit den Impfungen einher gehe, habe er die geringsten Bedenken, sagt Ebbinghaus, das könne man alles organisieren.

Problematisch sei eher, ausreichend Impfstoff zu bekommen. Wenn einsprechende Präparate tatsächlich – wie versprochen – im März, April da seien, könne man loslegen. Auf Termine oder Zeiträume mochte sich Ebbinghaus nicht festlegen: „Das kann am nächsten Tag schon anders aussehen.“

Corona-Impfung beim Hausarzt: „Wir können loslegen“

Sein Werler Kollege Dr. Christoph Viergutz stößt ins selbe Horn: „Sobald genug lagerfähiger Impfstoff da ist, können wir loslegen.“ Vor allem für ältere Patienten sei es eine große Erleichterung, nicht eigens zum Impfzentrum nach Soest fahren zu müssen.

„Besonders, nachdem das Anmeldeverfahren dort völlig gescheitert ist und viele verzweifelt waren“, meint Viergutz. Ihren Hausarzt dagegen kennen die Patienten, ihm vertrauten sie, da sei nichts fremd. Dr. Dorothee Dicke aus Werl, eine unbedingte Befürworterin des Impfens, sieht die Sache differenzierter.

Corona-Impfung beim Hausarzt: Im Impfzentrum läuft alles gut

Sie hatte sich verpflichtet und am vergangenen Sonntag im Soester Impfzentrum mitgearbeitet. 340 Menschen wurden da an einem Nachmittag gegen Corona geimpft. „Das lässt sich dort gut machen, es gibt vier Impfstraßen mit verschiedenen Stationen“, schildert die Medizinerin.

„Ich halte es aber für problematisch, wenn Hausärzte in ihren Praxen zusätzlich zu dem normalen Betrieb die Patientenaufklärung und Vorbereitung, die Dokumentation, und die Nachbeobachtung übernehmen sollen – zusätzlich zu den Aufgaben, die ihnen durch Corona ohnehin schon zugeschoben werden.“

Corona-Impfung beim Hausarzt: Impfstoff-Lieferungen nicht zuverlässig

Auch die Versorgung mit Impfstoff ist nicht zuverlässig, hat Dr. Dicke erlebt. Freitags hatte sie 98 Bewohner eines Altenheims aufs Impfen vorbereitet, montags hieß es: Der Impfstoff kommt nicht. Gleichwohl spricht sich die Ärztin für die Versorgung in den Praxen aus, weil sie weiß, dass dies eine große Hilfe für die Patienten wäre. „Aber dann müsste man uns von anderen Aufgaben entbinden.“

Abbau von Bürokratie und weniger Dokumentation – das fordert auch Anke Richter-Scheer als Vorsitzende des Hausärzteverbandes Westfalen-Lippe. Dann könnten alle Ärzte sagen: „Wir stehen bereit.“

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