Weiter eingeschränkter Regelbetrieb

Corona im Kreis Soest: Kitas und Eltern warten auf Stäbchen-Test

Stäbchen rein: Schnelltests sollen ausgeweitet, Selbsttests möglich werden.
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Stäbchen rein: Schnelltests sollen ausgeweitet, Selbsttests möglich werden.

Auch nach den Osterferien bleibt es in den Kitas beim eingeschränkten Regelbetrieb: Die Kleinen werden in festen Gruppen und zehn Wochenstunden weniger als im Normalbetrieb betreut. Auf Schnelltests warten weiter alle.

Werl/Soest - Familienminister Joachim Stamp (FDP) hatte den eingeschränkten Regelbetrieb in Kitas mit „der derzeit unsicheren Entwicklung des Infektionsgeschehens“ begründet.

Außerdem wurde am Donnerstag ein umfassendes Testangebot angekündigt: Für alle Erzieher und jedes Kind würden zwei Tests pro Woche zur Verfügung gestellt. Diese Tests sind zumindest in befragten Kindertagesstätten in Werl noch nicht angekommen.

Corona im Kreis Soest: Kita hat weder Testkits noch nähere Infos

Heike Gruchot leitet die Katholische Kita St. Walburga und hat bisher weder Testkits noch nähere Infos erhalten. Sie denkt, dass die in dieser Woche kommen. Die Kita wartet ab, die Eltern offenbar auch: „Nur eine Mutter hat gefragt, ob die Tests schon da sind.“ Aktuell wird gar nicht getestet, denn „wir haben auch keine eigenen Tests“.

KreisSoest
Bevölkerung301.902 (Stand 2019)
Fläche1.328,63 km2

Minister Stamp hatte angekündigt: „Nach ausführlichen Beratungen mit Wissenschaftlern und Pädagogen haben wir uns entschieden, dass die Stäbchentests, die nur minimal in die Nase eingeführt werden können, bei kleineren Kindern durch die Eltern zu Hause durchgeführt werden können – bis andere, leichter handhabbare Testmöglichkeiten massentauglich und praktikabel sind.“

Doch auch in der Kita Abenteuerland ist bisher nichts angekommen: „Wir haben keine, weder für uns noch für die Kinder“, sagt Leiterin Anke Klute. „Wir warten. Sie werden wohl im Laufe der Woche kommen.“ Die Tests sind übrigens freiwillig. „Wir überlegen, wie wir es mit der Handhabung regeln.“ Vor den Osterferien wurden die Erzieherinnen einmal wöchentlich von einem Arzt getestet. „Jetzt sollen wir das selbst machen. Es bleibt spannend“, sagt Klute.

Marie Stemann ist die zweite Vorsitzende der Elterninitiative und Mutter eines Dreijährigen. Sie findet es ärgerlich, dass die Tests noch nicht da sind. „Wir haben zufällig die gleichen gekauft, die jetzt auch kommen sollen, und sie schon ausprobiert. Bei unserem Kind war das kein Problem. Wir wollen auf jeden Fall testen und hoffen, dass viele andere Eltern ebenfalls testen.“

Corona im Kreis Soest: Tests sind auch in Soest nicht da

Tests sind zumindest in befragten Kindertagesstätten in Soest auch noch nicht angekommen. Ursula Frische-Kirchhoff leitet die Katholische Kita St. Patroklus und hat bisher weder Testkits, noch nähere Infos erhalten. Sie weiß noch nicht einmal, woher die Tests kommen. „Ich weiß, es wird die Tests geben“, sagt sie und vermutet, dass das Bistum für die Lieferung verantwortlich ist.

Andrea Schomacker, beim Jugendamt zuständig für die Kitas, widerspricht: „Die Tests werden vom Ministerium direkt an die Kitas verschickt. An alle, nicht nur an die städtischen“, erklärt sie auf Nachfrage.

Minister Stamp hatte am vergangenen Donnerstag angekündigt: „Nach ausführlichen Beratungen mit Wissenschaftlern und Pädagogen haben wir uns entschieden, dass die Stäbchen-Tests, die nur minimal in die Nase eingeführt werden können, bei kleineren Kindern durch die Eltern zu Hause durchgeführt werden können - bis andere, leichter handhabbare Testmöglichkeiten massentauglich und praktikabel sind.“ Die Eltern erhielten für ihre Kinder ab der kommenden Woche zwei Tests. Ebenso stünden für alle Beschäftigten wöchentlich zwei Tests zur Verfügung. Die Tests sind übrigens freiwillig.

Corona im Kreis Soest: Erzieherinnen haben sich testen lassen

Trotzdem haben zumindest im evangelischen Kindergarten Sonnenkamp alle Erzieherinnen vor den Osterferien das Angebot wahrgenommen, sich einmal wöchentlich von einem Arzt testen zu lassen. Der Arzt kommt jetzt nicht mehr und Tests gibt es noch nicht. Leiterin Rita Zicholli schildert die aktuelle Lage so: „ Wir haben nichts vorliegen, die Diakonie macht Druck, die Eltern sind verwirrt und der Arzt hätte besser noch weiter kommen sollen.“

Aktuell gibt es also keine Tests für Niemand. Zicholli ist bereit, den Eltern zu erklären, was sie tun können – nicht müssen: „Die Eltern sollen zu Hause testen, bei einem positiven Ergebnis einen PCR-Test bei einem Kinderarzt oder im Impfzentrum machen lassen und sich in Quarantäne begeben solange das Testergebnis noch nicht vorliegt. Sie beruhigt: Erst, wenn der PCR-Test positiv ist, wird es ans Gesundhitsamt gemeldet und dann ist es amtlich.“ Theoretisch. Erst einmal müssen die Tests kommen.

Dass sie noch nicht da sind, ärgert Dorit Hengst. Ihr Dreijähriger besucht den Kindergarten und die Mutter sagt: „Ich bin mit den Tests einverstanden und bedauere, dass sie noch nicht da sind.“ Zu Hause habe sie bereits mit einem selbst gekauften Test versucht, ihren Jungen zu testen.

Corona im Kreis Soest: Nasentest problematisch

Daher findet sie den Nasentest problematisch: „Mein Sohn will das nicht und wehrt sich dagegen. Der Kinderarzt hat super Tricks, aber die habe ich nicht. Deswegen wäre ich froh, wenn die Lollytests kämen.“

Sie denkt dabei nicht nur an das eigene Kind, sondern befürchtet, dass viele Eltern wegen möglicher Schwierigkeiten nicht testen werden: „Die sollen ja sogar bei Tageseltern zum Einsatz kommen, da sind auch Einjährige. Wie soll das gehen?“ Einziger Trost: „Die Erzieherinnen haben gesagt, dass sie den Kindern die Tests erklären wollen. Vielleicht klappt es dann ja besser.“

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