Corona-Impfung

Kritik am Ministerium: Soester Impfzentrum fürchtet um Auslastung - „zu zögerlich“

Lücken auf dem Parkplatz, Lücken im Terminkalender. Der Kreis Soest appelliert an das land, die nächste Impfgruppe zu öffnen, damit das Impfzentrum in voller Auslastung arbeiten kann.
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Lücken auf dem Parkplatz, Lücken im Terminkalender. Der Kreis Soest appelliert an das land, die nächste Impfgruppe zu öffnen, damit das Impfzentrum in voller Auslastung arbeiten kann.

Der Kreis Soest appelliert dringend an das Gesundheitsministerium, das Impfzentrum für die nächste Prioritätengruppe öffnen zu dürfen. Man befürchte sonst, schon in den kommenden Tagen nur noch weniger Impfungen geben zu können, als eigentlich möglich wären.

Kreis Soest - Im Soester Impfzentrum gibt es zusehends Lücken im Terminkalender. Zwar wurden am Dienstag, 27. April 1.181 Spritzen gegeben, aber alle freien Termine zu besetzen, bereite zunehmend Sorgen, erklärt Wilhelm Müschenborn, Sprecher des Kreises Soest. Und auch die knapp 1200 am Dienstag gesetzten Spritzen sind für das Impfzentrum noch keine Vollauslastung. Bis zu 1400 Spritzen waren dort in der Vergangenheit schon an einem Tag gegeben worden.

Insbesondere die Impfberechtigten aus der Gruppe der über 70-Jährigen hätten sich nur sehr schleppend angemeldet. Viele vertrauten wohl darauf, sich schon bald beim Hausarzt impfen lassen zu können, vermutet Müschenborn. Das könne allerdings ein Trugschluss ein.

Impfung im Kreis Soest: Reichlich Kapazitäten

Während die Hausärzte noch weit davon entfernt sind, alle Impfwünsche abarbeiten zu können, hätte man für die Ü70er im Impfzentrum reichlich Kapazitäten gehabt.

Momentan gelinge es noch, die Löcher im Terminkalender mit anderen Impfberechtigten, etwa den Kontaktpersonen von Schwangeren und Pflegebedürftigen zu stopfen, die terminlich vorgezogen würden. Das sei aber organisatorisch sehr aufwendig und auf Sicht auch keine Dauerlösung, sagt Müschenborn.

Daher der Appell des Kreises an Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann: Das Ministerium sollte schnellstmöglich die nächste Impfgruppe, die sogenannte „Gruppe 3“ öffnen.

Müschenborn: „Das Land ist da unserer Auffassung nach im Moment noch zu zögerlich.“

Personen aus der „Gruppe 3“

  • Menschen über 60 Jahren.
  • Personen mit Vorerkrankungen (HIV, Asthma, Diabetes, etc.).
  • Besonders relevante staatliche Einrichtungen und Personengruppen (etwa Regierung, Bundeswehr, Justiz).
  • Kritische Infrastruktur (wie Apotheker, Bestatter, Transport, Energieversorger, IT).
  • Lebensmitteleinzelhandel.
  • Weitere medizinische Einrichtungen (etwa Labore)
  • Weitere Lehrer, Erzieher und Beschäftigte in der Kinder- und Jugendhilfe.
  • Pflegende Angehörige.
  • Personen mit prekären Arbeits- und Lebensbedingungen.

Die aktuellen Impfzahlen finden Sie hier.

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