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Vor Triage gerettet: Hier kommt der erste Corona-Patient aus Holland in Soest an

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Von: Achim Kienbaum

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Corona Patient soest Holland
Mit diesem Spezialtransporter kam der Patient aus Holland in Soest an. © Marienkrankenhaus

Ein besonders schwer an Corona erkrankter junger Mann aus dem Süden Hollands wurde jetzt zur weiteren Behandlung in das Soester Marienkrankenhaus gebracht. Patienten aus Bayern und Sachsen könnten bald folgen.

Soest - Triage! Was im Kreis Soest noch ein Horrorszenario ist, wird in einigen Regionen diesseits und jenseits der Landesgrenzen schon langsam Realität. Weil es an intensivmedizinischen Kapazitäten in der Nähe fehlt, müssen Patienten in wohnortferne Krankenhäuser überwiesen werden. So landete ein junger Holländer jetzt im Marienkrankenhaus.

Das zum Katholischen Hospitalverbund Hellweg gehörende Haus hat sich bereits zu Anfang der Pandemie bei einem Internetportal registrieren lassen, das Patienten aus Regionen mit einer besonders dramatisch überforderten Infrastruktur vermittelte – auch über Ländergrenzen hinweg. Das betraf zunächst vor allem schwer erkrankte Menschen aus Italien und Spanien.

Darüber hinaus arbeitet das Marienkrankenhaus auch eng mit der Uniklinik Münster zusammen, wo ein internationales Patientenmanagement betrieben wird.

Über diese beiden Einrichtungen, so erklärte eine Sprecherin des Hospitalverbundes gegenüber unserer Zeitung, kam die Anfrage aus einer Klinik im Süden der Niederlande, ob ein junger Mann, der besonders intensive Betreuung benötigt, nach Soest gebracht werden könnte. „Wir haben das bestätigt“, so die Sprecherin, „weil wir derzeit über die dafür nötigen Kapazitäten verfügen“.

Die erstrecken sich vor allem auf die nötige Technik auf der Station und das ebenfalls nötige Personal dafür: Der Patient, der mit einem Spezialfahrzeug nach Soest gebracht wurde, befindet sich in einem künstlichen Koma und ist intubiert, also über einen Schlauch mit dem für ihn lebenswichtigen Sauerstoff versorgt und bei der Atmung unterstützt.

Hinzu kommt aber noch eine weitere „Kapazität“, die hoffentlich bald auch noch gefragt sein könnte, wenn es dem Patienten besser gehen sollte: Dr. Julia Kemper, Sektionsleiterin der Intensivstation des Marienkrankenhauses, spricht fließend Niederländisch.

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