Steigende Inzidenz

Corona in JVA: Auswirkung auf Regeln im Kreis Soest? So hat das Ministerium entschieden

In der Werler JVA gibt es mehrere bestätigte Corona-Fälle.
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In der Werler JVA gibt es mehrere bestätigte Corona-Fälle.

[Update] Mindestens 13 Personen in der JVA Werl sind mit dem Coronavirus infiziert. Diese Fälle wirken sich auch auf die Sieben-Tage-Inzidenz des Kreises Soest aus, die mittlerweile wieder über 35 liegt. Das Land hat inzwischen eine Entscheidung getroffen.

Werl/Kreis Soest - Eine groß angelegte Abstrichaktion mit rund 1400 Corona-Tests bei Insassen und Bediensteten in der Justizvollzugsanstalt läuft seit Dienstag. Wann die nächsten Ergebnisse vorliegen, ist noch offen.

EinrichtungJustizvollzugsanstalt (JVA) Werl
Mitarbeiter530
LeiterThomas König

Unterdessen fragen sich die Menschen im Kreis Soest, inwiefern der Ausbruch des Virus in der JVA auch Folgen für die Corona-Regeln haben könnte. (Weitere Nachrichten zum Coronavirus im Kreis Soest)

Corona in JVA Werl: Lockerungen in Gefahr?

Denn erst seit Mittwoch (2. Juni) gelten im Kreis Soest die Lockerungen der Inzidenzstufe 1 - unter 35. Doch diese könnten bereits wieder außer Kraft treten, sobald die Inzidenz an drei Kalendertagen in Folge über 35 liegt. Die nächsten Verschärfungen sind bei einem Wert ab 50 vorgesehen.

Inzwischen hat sich das zuständige Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales (MAGS) des Landes NRW zu dem konkreten Fall geäußert. Auf Anfrage unserer Redaktion erklärt eine Sprecherin, dass das Land prüfe, ob abgrenzbare Infektionsgeschehen „bei der Entscheidung über mögliche Höherstufungen unberücksichtigt bleiben können“.

Corona in JVA Werl: „Kein geschlossenes System“

Das würde dann für Corona-Ausbrüche in Einrichtungen gelten, bei denen „eine Ausbreitung in das Umfeld durch entsprechende Maßnahmen ausgeschlossen erscheint“, so die Antwort aus Düsseldorf. Es gelte aber zu betonen, dass auch eine JVA aufgrund der dort beschäftigten und im Umfeld lebenden Personen per se kein „geschlossenes System“ darstelle.

„Es muss daher im Einzelfall geprüft werden, ob es sich um ein abgrenzbares Infektionsgeschehen handelt oder ob die Ausbreitung in die umliegenden Sozialräume möglich erscheint“, heißt es seitens des Ministeriums. Diese Prüfung ist inzwischen abgeschlossen.

Wie der Krisenstab des Kreises Soest am Nachmittag mitteilte, werden die Corona-Fälle in der JVA Werl „als isoliertes Ausbruchsgeschehen betrachtet“ und somit nicht für die Berechnung der Sieben-Tage-Inzidenz herangezogen. Somit ergeben sich auch keine Auswirkungen auf die Einordnung des Kreises in die Lockerungsstufen. Eine entsprechende Regelung soll bis spätestens Freitag in die gültige Corona-Schutzverordnung aufgenommen werden.

Corona in JVA Werl: Planungssicherheit für Bürger und Unternehmen

Der Grund für die Ausklammerung des Corona-Ausbruchs in der JVA: „Eine größere Planungssicherheit für die Bürger sowie die Unternehmen vor Ort.“

„Ich freue mich, dass das Land damit Klarheit schafft. Diese Regelung ist für uns sehr wichtig, weil der Kreis Soest laut RKI am heutigen 2. Juni leider schon bei einer Inzidenz von 35,1 liegt und damit die Lockerungen der Stufe 1 infrage gestellt werden“, betont Kreisdirektor Dirk Lönnecke als Krisenstabsleiter.

Infektionswege unklar

Wie es zu dem Corona-Ausbruch in der JVA kommen konnte, ist derweil unklar. „Der Ausbruch zeigt, dass gerade die neuen, ansteckenderen Virusmutationen auch bei Beachtung der Schutzmaßnahmen eine Gefahr darstellen. Nähere Erkenntnisse zu den Infektionswegen, die Grundlage einer genaueren Bewertung sein könnten, liegen dem MAGS derzeit aber noch nicht vor“, sagt die Ministeriumssprecherin.

Er kündigt zum Verfahren an, dass das Gesundheitsamt sämtliche Fälle aus der JVA separat an das Ministerium melden und kennzeichnen werde. Klarheit über die Dimension des Ausbruchgeschehens werde die am Dienstag gestartete Abstrichaktion erbringen. Lönnecke: „Die aktuellen Zahlen zeigen jedoch, dass weitere Fälle neben der JVA dazu führen, dass die Inzidenz tendenziell wieder nach oben geht. Die Öffnung der Schulen und die Lockerungen wirken sich womöglich schon aus.“  

Grundsätzlich sind für die Bewertungen unabhängig von der Lage in Werl erst einmal weiterhin die Zahlen des Robert Koch-Instituts (RKI) maßgeblich. Diese täglich neuen Werte entscheiden darüber, welche Regeln im Kreis Soest gelten.

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