SPD-Mann abgeschlagen

Bundestagswahl: Diese sechs Kandidaten aus dem Kreis Soest wollen nach Berlin

Mit sechs bekannten Gesichtern geht es für den Kreis Soest in die diesjährige Bundestagswahl. Es sind dieselben Direktkandidaten, die schon 2017 angetreten waren. Wir haben sie gefragt, wie sie ihre eigenen Chancen einschätzen.

Kreis Soest - Drei von ihnen haben es bereits nach Berlin geschafft und wollen dort bleiben, die anderen drei würden gern folgen.

ParlamentDeutscher Bundestag
Sitz Reichstags-Gebäude (Berlin)
WahlSonntag, 26. September 2021

Nachdem die nordrhein-westfälische CDU am Wochenende als letzte Partei ihre Landesliste gewählt hat, wird es Zeit für einen Überblick der Kandidaten, die in 110 Tagen – am 26. September – auf den Stimmzetteln im Kreis Soest stehen werden. Für diese Männer geht es um den direkten Einzug in den 20. Bundestag:

Bundestagswahl im Kreis Soest: Hans-Jürgen Thies (CDU)

Als Favorit bei den Erststimmen dürfte auch diesmal Hans-Jürgen Thies gelten. Mit 42 Prozent gewann der Christdemokrat 2017 die Wahl im Kreis Soest und ist seitdem Bundestagsabgeordneter. Der 65-Jährige aus Lippetal wurde von den Mitgliedern mit fast 95 Prozent als Direktkandidat bestätigt. Auf der Landesliste belegt er Platz 31. Ebenfalls auf der CDU-Landesliste, auf dem 75. und letzten Platz, steht die Soesterin Helena Brüggemann.

Thies ist zuversichtlich, den Wahlkreis wieder direkt gewinnen zu können: „Ich denke, meine Chancen stehen gut. Die CDU ist in NRW und vor allem im Kreis Soest stark. Das hat auch die letzte Kommunalwahl gezeigt.“ Dass er von Listenplatz 50 auf 31 geklettert ist, begründet er vor allem mit seiner Arbeit im Parlament, durch die der Jurist „an Profil und innerparteilicher Wertschätzung gewonnen“ habe. Dennoch sei der Listenplatz kein doppelter Boden: „Ich will und muss über die Erststimmen in den Bundestag einziehen.“

Bundestagswahl im Kreis Soest: Wolfgang Hellmich (SPD)

Die meiste Erfahrung in Berlin hat Wolfgang Hellmich. Der 63-jährige Bad Sassendorfer ist seit 2012 Mitglied des Bundestags, seit 2015 Vorsitzender des Verteidigungsausschusses. 2017 holte er etwas mehr als 29 Prozent und zog über die Landesliste ein – damals noch mit Platz 3. In diesem Jahr wählten die Sozialdemokraten ihn jedoch nur auf Listenplatz 21. Zur Einordnung: 2017 zog die SPD-Liste nur bis Platz 15.

Hellmich gibt zu, dass er sich das anders vorgestellt hat. Einige Kandidaten aus dem Ruhrgebiet hätten sich vorne auf der Liste durchgesetzt, „diejenigen aus dem ländlichen Raum hat es getroffen“. Dennoch zeigt er sich optimistisch: „Abgerechnet wird am 27. September.“

Diese sechs Kandidaten wollen ins Berliner Reichstagsgebäude (von links): Robert Helle, Wolfgang Hellmich, Shahabuddin Miah, Hans-Jürgen Thies, Fabian Griewel und Berengar Elsner von Gronow.

Bundestagswahl im Kreis Soest: Fabian Griewel (FDP)

Die Liberalen im Kreis Soest haben sich zu 100 Prozent hinter Fabian Griewel gestellt. Der 24-jährige Soester ist seit 2018 Kreisvorsitzender der FDP und bekam bei der letzten Bundestagswahl fast 8 Prozent der Erststimmen. Der Mitarbeiter im Europäischen Parlament habe „natürlich das Ziel, den Wahlkreis direkt zu gewinnen“, belegt aber auch Platz 21 der Landesliste und rechnet sich daher gute Chancen aus: „Bei einem FDP-Wahlergebnis von circa 11 Prozent würde ich in den Bundestag einziehen.“

Bundestagswahl im Kreis Soest: Berengar Elsner von Gronow (AfD)

Die AfD schickt Berengar Elsner von Gronow ins Rennen – zumindest als Direktkandidaten. Auf der Landesliste wurde der 43-Jährige überraschend nicht berücksichtigt. Seine Hoffnung, im Bundestag zu bleiben, ist entsprechend gering. Er war vor vier Jahren über Listenplatz 15 eingezogen.

Bundestagswahl im Kreis Soest: Robert Helle (Die Linke)

Die Linken wollen mit dem Jüngsten der Bewerber punkten: Robert Helle ist 23 Jahre alt und kommt aus Warstein-Allagen. Der Groß- und Außenhandelskaufmann holte zuletzt 5,6 Prozent der Stimmen und steht nicht auf der Landesliste. Er selbst sagt: „Das Direktmandat zu gewinnen ist leider aufgrund der politischen Prägung im Kreis Soest eher unwahrscheinlich.“

Bundestagswahl im Kreis Soest: Shahabuddin Miah (Grüne)

Für die Grünen tritt Shahabuddin Miah aus Werl an. Der 65-Jährige leitet ein Übersetzungsbüro, bekam 2017 immerhin 5,4 Prozent. Auf der Landesliste, die zuletzt bis Platz 12 zog, steht Miah auf Platz 38. Er schätzt seine Aussicht als „sehr gut“ ein und sagt: „Es ist 90 Prozent sicher, dass ich als Bundestagsabgeordneter im September nach Berlin kommen werde.“ Auch auf die Grünen-Liste (Platz 47) geschafft hat es Annette von dem Bottlenberg aus Soest.

Rubriklistenbild: © Foto: dpa / Collage: Voß

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