Bundestagswahl

Maskengegner und Impfskeptiker: Wolfgang Sälzer setzt auf „Die Basis“

„In einer lebendigen Demokratie mit freien, selbstbestimmten Menschen muss staatliche Autorität und staatliches Handeln stets wachsam hinterfragt werden“, sagt Wolfgang Sälzer.
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„In einer lebendigen Demokratie mit freien, selbstbestimmten Menschen muss staatliche Autorität und staatliches Handeln stets wachsam hinterfragt werden“, sagt Wolfgang Sälzer.

Mitte Juni hat die Partei „Die Basis“ im Kreis Soest den Rüthener Wolfgang Sälzer als Direktwahlkandidaten für den Kreis aufgestellt. Der kaufmännische Angestellte war bisher nach eigenen Angaben – von einem kurzen Gastspiel bei der SPD abgesehen – nicht parteipolitisch aktiv. „Erst die Coronakrise war der Auslöser“, sagt er. Das gilt übrigens auch für seine Frau, die in Paderborn für die „Basis“ kandidiert.

Soest – In der 2020 gegründeten Partei will er sich „für das große demokratische Experiment, die Basisdemokratie“ engagieren. Sälzer setzt sich „für eine neue, strukturell andere Politik ein, in der Freiheit, Frieden, Selbstverantwortung und mehr Menschlichkeit im Mittelpunkt“ stehen. Auf seinem Flyer, den er an Interessierte verteilt, verdeutlicht er: „In einer lebendigen Demokratie mit freien, selbstbestimmten Menschen muss staatliche Autorität und staatliches Handeln stets wachsam hinterfragt und gegebenenfalls korrigiert werden. Das geht nur mit euch! Dafür stehe ich.“

Wofür „Die Basis“ wirklich steht, ist schwer zu erfassen. Die Partei wurde Mitte 2020 aus Protest gegen die staatlichen Corona-Maßnahmen gegründet. Viele Anhänger kritisieren zum Beispiel die Maskenpflicht und lehnen eine Impfung ab. Auf Nachfrage bestätigt Sälzer, dass auch er gegen die Maskenpflicht und die Corona-Schutzmaßnahmen ist.

„Die Basis“: Kein Wahlprogramm, nur ein Bekenntnis

Ein Wahlprogramm gibt es nicht, nur das Bekenntnis zur Basisdemokratie. Jedem Engagement in eine bestimmte Richtung soll ein basisdemokratischer Prozess vorangehen, von dem abhängt, wofür die Partei letzten Endes eintritt. „Gib uns dein Kreuz, aber behalte deine Stimme“ steht auf dem Flyer.

Sälzer selbst ist der Fortschritt in der Digitalisierung wichtig. Außerdem ist er, dessen Eltern ihren landwirtschaftlichen Betrieb aufgeben mussten, ein Freund der Landwirte. „Die sagen, sie bekommen immer nur Verbote. Wir werden sie fragen, was sie meinen, was zu tun ist. Die haben die Landwirtschaft ja gelernt“, sagt der Kandidat. Er hat nichts gegen Zuwanderung, die müsse allerdings „zielorientiert“ stattfinden. „Wir können nicht wie 2015 jeden nehmen. Das ist nicht bezahlbar.“ Und dann macht er noch klar: „Wir stehen zum Asylrecht.“

„Wir wollen neue Wege gehen“

„Die Bürger können mit der Politik nichts mehr anfangen. Sie sagen, ich wähle das und bekommen etwas anderes“, glaubt er. „Das möchten wir ändern. Wir wollen neue Wege gehen, eine echte bürgernahe Demokratie realisieren, in der die Menschen dazu ermutigt werden, sich für ihre Interessen und die des Gemeinwohls permanent einzusetzen.“

Die Partei basiere auf den Säulen Freiheit, Machtbegrenzung, Achtsamkeit und Schwarmintelligenz. Mit Volksabstimmungen und digitalen Werkzeugen zum Abfragen von Bürgerinteressen und Meinungsbildern sollen breit angelegte Diskussionen zu vielfältigen politischen und sozialen Themen ermöglicht werden. Sälzer glaubt, dass „Die Basis“ bei der Bundestagswahl zweistellig abschneiden wird.

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