Bespuckt, beleidet, getreten..

Mehr Gewalt gegen Polizisten im Kreis Soest

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Polizisten sind auch im Kreis Soest vermehrt Angriffen ausgesetzt.

Kreis Soest - Im Kreis Soest gab es nach Angaben der Gewerkschaft der Polizei (GdP) im Jahr 2017 120 Übergriffe auf Polizisten und damit 14 (106) mehr als im Vorjahr.

Nach Ansicht der Polizei-Gewerkschaft bleibe der Trend auf gleichbleibenden Niveau. 2015 gab es 126 Übergriffe. 2014 waren es 97. Nur das Jahr 2013 sticht im positiven Sinne hervor: Mit 69 Übergriffen habe es damals deutlich weniger Gewalt gegen Polizisten gegeben. 

Im Vergleich: Landesweit 8955 (2016) und Deutschlandweit 71.000 Angriffe (2016) auf Polizisten. 2017 werde mit ähnliche Zahlen gerechnet. 

Als Problemklientel gelten überwiegend Männer zwischen 25 und 40 Jahren. Mehr als der Hälfte der Tatverdächtigen stehe unter Alkoholeinfluss. Die Kollegen würden getreten, geschlagen, bespuckt und beleidigt. Der Respekt sinke immer weiter. Im Schnitt werde alle drei Tage ein Polizist im Kreis Soest angriffen, sagt Siegfried Pfenninger. 

Er hoffe, dass der neugeschaffene Strafrechtsparagraph 114 StGB, der Gewalt gegen Polizisten bereits bei einfachen Diensthandlungen unter Strafe stelle, Wirkung entfalte. „In der Vergangenheit wurden Straftaten viel zu oft gegen Polizeibeamte bagatellisiert. Straftäter müssen spüren, dass Übergriffe auf Polizeibeamte hart sanktioniert werden“, so der GdP-Kreisvorsitzende. Nachbesserungsbedarf sieht die GdP nach wir vor bei der Ausrüstung mit modernen Schutzwesten und Elektroschockpistolen, die den Einsatz der Schusswaffe überflüssig machen könnten. 

Außerdem werde es Zeit, dass das landesweite Projekt zur Einführung von Bodycams endlich abgeschlossen wird. Positive Erfahrungen aus den anderen Bundesländern zeigen, dass dadurch Angriffe verhindert werden. „Insofern hätte ich für Kollegen die Bodycams deshalb lieber gestern als übermorgen eingeführt“, sagt Pfenninger.

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