Bekämpfung nur mit Schutzkleidung

Keine Chance dem Riesenbärenklau - Kreis Soest kämpft gegen giftige Pflanze

Die eingewanderte Herkulesstaude ist gefährlich und verdrängt heimische Pflanzen..
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Die eingewanderte Herkulesstaude ist gefährlich und verdrängt heimische Pflanzen.

Der Riesenbärenklau (auch Herkulesstaude genannt) wird in diesen Wochen wieder bekämpft, vor allem auch in der Gemeinde Lippetal.

Kreis Soest - Mit Beginn des Frühjahres fangen die Herkulesstauden wieder an zu wachsen. Im Moment haben die Pflanzen erst etwa zwei bis drei Blätter und sind noch relativ klein – dafür können sie aber einfacher entfernt werden. Seit mehr als zehn Jahren bekämpft der Kreis Soest die Pflanzen an den Gewässern und in den Naturschutzgebieten mit dem Ergebnis, dass die Bestände des Riesenbärenklaus schon deutlich kleiner geworden sind.

In diesem Jahr werden an verschiedenen Gewässern im Einzugsgebiet der Ahse entsprechende Maßnahmen ergriffen. Zuständig ist die Abteilung Wasserwirtschaft des Kreises. Im Einzugsgebiet der Ahse sind es Standorte an verschiedenen Gewässern, die sich aus den Erfahrungen der vergangenen Jahre ergeben haben. An der Lippe jedoch, so der Kreis Soest, finden sich keine Bestände.

Verbrennungen zweiten Grades möglich

Es ist nicht leicht, den Riesenbärenklau zu bekämpfen, denn: Die schwimmfähigen Samen der Herkulesstauden verbreiten sich besonders gut an den Gewässern, an denen die gewaltigen Pflanzen, die fast fünf Meter groß werden können, die heimische Vegetation verdrängen. Die besondere Gefährdung liegt allerdings in der Giftigkeit der Pflanze. In ihr sind photosensibilisierende Substanzen (Furanocumarine) enthalten. Diese können bei Hautkontakt insbesondere in Kombination mit Sonnenlicht phototoxische Reaktionen hervorrufen.

Die Folge sind Rötungen, Hautentzündungen und Reizungen. Sie können bis zu Verbrennungen zweiten Grades führen. Auch Fieber, Schweißausbrüche und Kreislaufschocks können die Folge des Umgangs mit den Pflanzen sein.

Bekämpfung nur mit Schutzkleidung

Die Bekämpfung der Herkulesstaude ist aufwendig und schwierig. An jeder der verblühten Pflanzen hängen bis zu 50 000 Samen, die darauf warten, vom nächsten Hochwasser oder dem Wind verbreitet zu werden. Mähen ist zwecklos, da die Pflanze immer wieder aus einer kräftigen Rübe austreibt und das Mähen lediglich zu einer Verzögerung der Blüte führt. Eine wirksame Methode ist das Durchstechen der Wurzelrübe circa zehn bis fünfzehn Zentimeter unter der Bodenoberfläche mit einem Spaten. Blütendolden, die bereits reife Samen besitzen sollten in Folien verpackt und vernichtet werden, um eine weitere Verbreitung der acht bis zehn Jahre keimfähigen Samen zu verhindern. „Alle Arbeiten sollten nur mit entsprechender Schutzkleidung, also vollständige Bekleidung, Handschuhe und eine Schutzbrille mit seitlichem Schutz, ausgeführt werden, um Verbrennungen der menschlichen Haut zu vermeiden“, weist Annette Kühlmann vom Sachgebiet Wasserwirtschaft des Kreises Soest auf notwendige Sicherheitsmaßnahmen hin.

Ursprünge im Kaukasus

Luise Hauswirth vom Arbeitskreis Biologischer Umweltschutz (ABU) in Lohne sagt: „Sollte mir beim Kartieren etwas auffallen, gebe ich sofort den Standort der Riesenstaude sofort weiter.“ Die eingewanderte und invasive Art stammt aus dem Kaukasus. Hier in Deutschland hat der Riesenbärenklau keine natürlichen Feinde. Auf einer Reise nach Georgien, wo die Staude ihre Heimat hat, musste Luise Hauswirth erstaunt feststellen, dass es der Herkulesstaude in ihrer ursprünglichen Heimat, wo sie noch natürliche Feinde hat, schlechter geht als in Mitteleuropa.

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