Ganz schlechte Nachrichten

Astrazeneca-Aus: Sofortiger Impfstopp im Impfzentrum Kreis Soest

Ab sofort darf im Impfzentrum des Kreises Soest der Impfstoff von Astrazeneca nicht mehr gegeben werden. Die Folgen sind dramatisch. Mehr als die Hälfte der geplanten Impfungen kann nicht durchgeführt werden. Wer schon geimpft wurde, sollte sich unter bestimmten Umständen an seinen Arzt wenden.

Kreis Soest - Mehr als die Hälfte aller Impftermine im Kreis Soest fallen bis auf Weiteres aus. Nachdem das Paul-Ehrlich-Institut empfohlen hatte, die Impfungen mit Astrazeneca vorerst auszusetzen, hat auch das Impfzentrum in Soest sofort reagiert.

UnternehmenAstrazeneca
CEOPascal Soriot (seit 1. Okt. 2012)
HauptsitzCambridge, Vereinigtes Königreich
Gründung6. April 1999

Hans-Peter Trilling, beim Kreis Soest Leiter der Koordinierungseinheit des Impfzentrums, erklärte am Montagnachmittag, dass man zunächst davon ausgehe und sich darauf vorbereite, in den kommenden zwei Wochen den Impfstoff von Astrazeneca nicht mehr zu verimpfen. Betroffen seien etwa 1500 bis 1800 Impftermine im Kreis Soest, schätzt Trilling.

Astrazeneca-Stopp in Soest: Über 80-Jährige nicht betroffen

Betroffen von der Aussetzung der AstraZeneca-Impfungen sind vor allem die Beschäftigten von Grund- und Förderschulen, von Kitas sowie die Angehörigen bestimmter Berufsgruppen, die in der Impfpriorität vorgezogen worden waren.  Unberührt bleiben die Impftermine für die Über-80-Jährigen, die mit dem Wirkstoff von Biontech/Pfizer geimpft werden.

Zum Glück sei der Impfstoff von Astrazeneca einfach zu lagern, erklärt Trilling. Bei Kühlschranktemperatur kann er ein halbes Jahr lang aufbewahrt werden. Alle, die am Montag einen Impftermin mit Astrazeneca hatten, sind dennoch geimpft worden, allerdings mit dem Impfstoff von Biontech.

Astrazeneca-Stopp in Soest: Notlösung am Montag

Diese Lösung hatte man auf die Schnelle ergriffen, da es logistisch auch nicht mehr möglich gewesen wäre, allen, die einen Termin hatten, abzusagen. Ab Dienstag aber sind alle Astrazeneca-Impftermine gestrichen. Betroffen davon sind nur Bürger, die ihre erste Impfung bekommen hätten. Termine für die Zweitimpfung seien ohnehin erst ab der zweiten Aprilhälfte vorgesehen. Bis dahin, so hofft Trilling, sei der Impfstoff wieder zugelassen.

Lange Schlangen bilden sich am Montag vor dem Impfzentrum.

Die Bundesregierung hatte aufgrund einer Empfehlung des Paul-Ehrlich-Instituts (PEI) die Corona-Impfungen mit dem Covid-19-Impfstoff AstraZeneca vorsorglich ausgesetzt. Nach neuen Meldungen von Hirnvenen-Thrombosen im zeitlichen Zusammenhang mit der Impfung in Deutschland und Europa hält das PEI weitere Untersuchungen für notwendig. Vor diesem Hintergrund werden auch die Impfungen mit AstraZeneca ab sofort im Impfzentrum Kreis Soest eingestellt.         

Astrazeneca-Stopp: Kopfschmerzen und Hautblutungen

„Wir sagen zurzeit die vereinbarten Termine auch telefonisch ab, soweit die Impflinge erreichbar sind“, wird Mirko Hein, Leiter der Geschäftsstelle des Impfzentrums in einer Mitteilung des Kreises Soest zitiert. Er verweist in diesem Zusammenhang auch auf eine Empfehlung des Paul-Ehrlich-Instituts.

Danach sollten Personen, die den Impfstoff von Astrazeneca erhalten haben und sich mehr als vier Tage nach der Impfung zunehmend unwohl fühlen, zum Beispiel mit starken und anhaltenden Kopfschmerzen oder punktförmigen Hautblutungen, sich unverzüglich in ärztliche Behandlung begeben.

Auch aus dem Kreis Soest waren dem Paul-Ehrlich-Institut zwei Fälle mit schweren Nebenwirkungen nach einer Impfung mit dem Astrazeneca-Impfstoff gemeldet worden, bestätigte Trilling. Allerdings hätte es sich in diesen Fällen nicht um Thrombosen sondern um Nebenwirkungen wie hohes Fieber und Hautausschlag gehandelt.

+++ Aktuelle Infos zum Coronavirus im Kreis Soest lesen Sie im News-Ticker +++

Vor wenigen Wochen haben wir die Menschen im Kreis Soest bereits gefragt, ob sie sich mit AstraZeneca impfen lassen würden. Hier finden Sie die Antworten.

Rubriklistenbild: © Peter Dahm

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