Blütenstände kann man abschneiden oder stehen lassen

Gartentipps: Wie viel Ordnung braucht die Natur?

Abgeblühte Margeritenstängel werden Anfang Oktober jetzt abgeschnitten. Die Staude soll demnächst verjüngt werden, wofür man sie ausgräbt und teilt. 
+
Abgeblühte Margeritenstängel werden jetzt abgeschnitten. Die Staude soll demnächst verjüngt werden, wofür man sie ausgräbt und teilt. 

Anfang Oktober sind die meisten Blumen in unseren Gartenbeeten verblüht. Sie haben uns den Sommer über mit ihrer Blütenpracht erfreut. Aber jetzt im Herbst ist ihre Zeit vorüber. Das gilt nicht nur für die einjährigen Sommerblumen, sondern auch für viele mehrjährige Stauden.

Soest - Zurück bleiben im Beet zumeist welke, braune Blätter, dürre Stängel und trockene Blütenstände. Für so manchen Gartenfreund sieht das weder attraktiv noch ordentlich aus. Er greift zur Schere und entfernt gründlich alles Welke. Andere wiederum lassen alles stehen, wie es ist, und gehen davon aus, dass die Natur im nächsten Frühjahr das schon alles richten wird.

Das sind sicherlich zwei extreme Standpunkte. Man kann für beide Seiten gute Argumente dafür und dagegen finden. Ich empfehle einen Mittelweg, soll heißen, dass ich teilweise die abgeblühten Pflanzenreste entferne, aber auch, dass andere über den Winter bis ins Frühjahr hinein im Beet bleiben.

Wer ein Herz für Insekten und Vögel hat, der sollte einen größeren Teil der abgestorbenen Pflanzenteile stehen lassen. Die Tiere finden dort Nahrung und Unterschlupf. Vor allem die Samenkörner sind bei den gefiederten Gartenfreunden heiß begehrt. Im Mark dickerer Stängel beispielsweise überwintern verschiedene Insekten.

Außerdem füllen solche Elemente im Winter das Beet und bringen Struktur in die triste Landschaft. Raureif auf welker Schafgarbe oder Wiesenbärenklau etwa hat seinen besonderen winterlichen Reiz.

Ein Blickfang in der kalten Jahreszeit sind unter anderen welke Blütenstände der fetten Henne, der Kardendistel, vieler anderen Distelarten, des Sonnenhuts oder der Kokardenblume, um nur einige zu nennen.

Andererseits ist es jetzt notwendig, bei vielen Stauden die abgestorbenen Teile zu entfernen. Teilweise bilden sie jetzt schon neue Triebe fürs kommende Jahr. Andere, die eine komplette Winterruhe einlegen, beginnen je nach Wetter sehr zeitig im Jahr schon mit dem Neuaustrieb. Bei den letzten drei Wintern war das so. Und da wir in der kalten Jahreszeit nicht so oft raus in den Garten gehen, um alles zu kontrollieren, kann es passieren, dass die Neutriebe im Februar/März schon so hoch sind, dass ein Schnitt der welken Teile ziemlich schwierig wird.

Wir können natürlich trotzdem weit unten die Schere ansetzen und alles, auch das neue Grün, komplett wegschneiden. Die Staude wird dennoch wieder austreiben. Aber es wirft sie um Wochen zurück. Sie wird deshalb deutlich später zur Blüte kommen und vielleicht auch nicht mehr so üppig, wie erhofft. Das Rückschneiden empfiehlt sich auch bei allen Stauden, die wir verjüngen wollen (dazu mehr in einem späteren Artikel).

Nun stellt sich die Frage, wohin mit den abgeschnittenen Teilen. Der einfachste Weg ist, sie in der grünen Tonne zu entsorgen. Habe ich einen Häcksler, kann ich sie klein hacken und mit anderem Häckselgut sowie Rasenschnitt zu einem guten Mulchmaterial vermischen und auf die blanke Erde in den Beeten ausbringen, wie schon in einem früheren Artikel beschrieben.

Wer mit dem Gedanken spielt, ein Hochbeet anzulegen, sollte das Schnittgut an einer windgeschützten Stelle sammeln. Wir benötigen es später zum Füllen unseres neuen Hochbeets. Auch dazu mehr in einem anderen Artikel.

Klaus Fischer

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf soester-anzeiger.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare