Einzug ins Parlament stand erst am Montag gegen 6 Uhr fest

AfD-Politiker Elsner: "Petry wird nicht lange alleine im Bundestag bleiben"

Die Drähte glühten nicht nur in der Wahlnacht, als AfD-Politiker Berengar Elsner bis in den frühen Montagmorgen nicht sicher sein konnte, ob es für ihn gereicht hatte – oder nicht.
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Die Drähte glühten nicht nur in der Wahlnacht, als AfD-Politiker Berengar Elsner bis in den frühen Montagmorgen nicht sicher sein konnte, ob es für ihn gereicht hatte – oder nicht.

Kreis Soest - Für jeden Direktkandidaten ist eine Bundestagswahl ein nervenzehrendes Ereignis. Aber so ein Wechselbad der Gefühle wie das des AfD-Politikers Berengar Elsner erlebte in der Wahlnacht keiner der anderen heimischen Kandidaten – und dabei ging es am Montag erst so richtig los.

Um Haaresbreite hätte die Absicherung Elsners auf der NRW-Landesliste (Platz 15) nicht genügt: Erst gegen 6 Uhr stand am Montagmorgen endgültig fest, dass es für Elsner reicht und er über die Liste in den Bundestag einzieht. Da hatte der 39-Jährige eine schlaflose Nacht, ungezählte Zigaretten und „einige Schnäpse“ hinter und einen langen Weg nach Berlin noch vor sich.

Auf dem habe ihn dann, so erklärte er auf Anfrage, die Nachricht erreicht, dass die Parteivorsitzende Frauke Petry nicht der AfD-Fraktion im Bundestag angehören wolle. „Das kommt für mich ziemlich unerwartet“, versicherte Elsner, der einräumte, dass Einzelheiten zur Entscheidung Petrys und der Konsequenzen für die noch gar nicht konstituierte Fraktion im Bundestag für ihn selber noch nicht absehbar seien.

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„Sie können aber sicher sein, dass die Telefondrähte im Moment glühen, mindestens so sehr wie letzte Nacht im Kreishaus“, spielte der Soester auf die Stunden der Ungewissheit für ihn persönlich an.

Apropos persönlich: Unabhängig davon, dass sich zunächst einmal die Landesgruppe NRW mit ihren 15 Mitgliedern im Laufe des Montags konstituieren müsse, wie Elsner erklärte, dürfte Petrys Entscheidung den in seiner Partei als gemäßigt geltenden Soester durchaus ins Grübeln bringen – falls sie ihn denn tatsächlich so überrascht hat, wie er behauptet. 

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„Ich glaube, dass sie nicht lange alleine bleiben wird“, orakelte Elsner – ohne sich schon festlegen zu wollen, ob er selber einer der AfD-Abgeordneten sein würde, die gemeinsam mit Petry der Fraktion den Rücken kehren könnten, noch bevor die überhaupt offiziell gegründet worden ist.

Klar ist: Wie Petry auch hat sich Elsner mehrfach kritisch zu rechtsradikalen Äußerungen von AfD-Politikern geäußert, zuletzt auch in einem Anzeiger-Interview vor einigen Tagen.

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